Abiturrede Westfalenkolleg Dortmund Sommer 2011

Es war mehr oder weniger Zufall, dass es schlussendlich einem viel zu schmutzigen Finken zukam, die Abirede zu halten. Tja selber schuld. Kam an.

 

Sei froh, dass du hier sein darfst. Die Kinder in Afrika, würden sich freuen, wenn sie zur Schule gehen könnten.” Wie sehr hat sich dieser vielzitierte Satz doch in mein Gehirn eingebrannt. Würden die Kinder in Afrika sich nicht viel mehr freuen, wenn wir ihren Eltern unsere Märkte öffneten, damit es sich wieder rentiert, Nahrungsmittel zu produzieren? Wenn es in der Schulkantine Fairtrade Produkte gäbe? Wenn wir bei unseren billigen Urlauben an ihren schönen Stränden nicht all-inclusive buchen, sondern sie für Essen und Führungen bezahlen würden? Sind nicht eigentlich alle Menschen in diesem Land schuldiger am Unglück der afrikanischen Kinder als wir Schüler?

Verdammt, woher diese Gedanken? Haben vierzehn Jahre der systematischen Gehirnwäsche nicht ausgereicht um meine arme geschändete Seele von derart unglücklich machenden Gedanken zu befreien? Hat mein gütiger Vater Staat etwa versagt, bei dem Versuch mich sorgenfrei aufwachsen zu lassen? Nein! Ich habe mein Abitur. Ich habe die Maschinerie durchlaufen, bin von einem der unbedeutenden Zahnrädchen in ihrem Inneren zu einer der superintuitiven und schönen Bedieneroberflächen geworden, mit denen der Hersteller sich brüstet. Ich wurde angepasst und nun halte ich das Zertifikat meiner erfolgreichen Assimilierung in den Händen. Die Welt steht mir offen, weil die Welt weiß, dass ich folge. Ohne nachzudenken führe ich Befehle aus. Mein Leben lang habe ich das Tag für Tag exerziert. Aufgabe – erfüllen, Fragen? Nicht so gut. Aufgabe – erfüllen, Anzweifeln? Schlecht. Aufgabe – erfüllen, konstruktive Kritik? Sehr schlecht! Aufgabe – erfüllen. Die Augen immer auf den Erwartungshorizont gerichtet, nicht interessiert daran, was sich dahinter befinden mag.

Die Scheuklappen, ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, früher hasste ich sie, heute habe ich erkannt welch großes Geschenk sie darstellen, schützen sie doch das Allgemeingut, welches meine geistige Stärke zum Glück ist, davor nach links oder rechts vom Wege abzuschweifen, hindern mich nicht.
Ich sehe keine Wiesen, Weiden, Flüsse, Berge, Felsen oder Seen. Ich sehe den Beton eines Tunnels und ich sehe regelmäßig die Lichter, die sie aufhängten, um mir soviel zu zeigen, wie sie für nötig halten, um meine Sicherheit zu gewährleisten. Ich folge. Sie haben mich gut gelehrt. Lehrer diktierten mir, was ihnen diktiert wurde von den Diktatoren in Arnsberg. Ich höre und handele. Ohr – Nervensystem – Aktion.
Der nächste Schritt im evolutionären Siegeszug des beseelten Affen; das Gehirn wird überflüssig. Schwarmintelligenz ist das neue Zauberwort. Ich bin nicht gefangen. Ich bin frei. Meine Gedanken sind frei.
Der neue Pädagoge predigt nicht, er ermöglicht seinen Werkstücken, die vorgefertigten Antworten frei zu erarbeiten. In Gruppen.

Zwar war ich nur in insgesamt zwei von dreizehn Jahren gezwungen, mich im Englischunterricht der englischen Sprache zu bedienen und dementsprechend sind meine Sprachkenntnisse eher dürftig, dafür habe ich aber allerlei Mindmaps in dynamischen Kleingruppen erarbeitet und aus diesen und den identischen Versionen der anderen dynamischen Kleingruppen, die existenziellen Wahrheiten der Erde erfahren. Die “problems in India” sind zum Beispiel “hunger” oder “less work” Huahaha! Welt, spüre die geballte Faust des aufgeklärten Deutschen! Indien, ich komme und zeige dir die Wahrheit!

Fünfzig Prozent der zehn Jahre, in denen ich Geschichtsunterricht genoss, behandelten nur zwölf, der über tausend Jahre deutscher Geschichte. Zwar weiß ich nicht wirklich mehr über die Entstehung der Gegenwart, dafür aber, dass Nazis böse sind und das die USA uns befreit haben. Und dass sie das ausschließlich getan haben, weil Hitler böse war und Juden vergast hat (zwei Gründe, die völlig ausgereicht hätten) und die freien Völker des Westens bedrohte und natürlich nicht nachweislich erst, als sie fürchten mussten, dass die Kommunisten ihnen den europäischen Markt wegnehmen.

Und ich bin literarisch bestens geschult! In der Nachfolge der großen Dichter und Denker, deren dieses Land sich brüstet, habe ich die größten Dramen gelesen. Im Idealfall wurden sie mir vorgelesen. Von meinen Mitschülern. Dass diese, als man sie hätte lehren sollen, flüssig zu lesen, häufig offensichtlich mit dem Anfertigen von Mindmaps in dynamischen Kleingruppen beschäftigt waren, zeigt mir nur, wie gebildet sie sind und gibt mir ein gutes Gefühl für die Zukunft dieses Landes. All das habe ich analysiert mit meinem freien Geist und mir kreativ und frei das diktierte Resultat erarbeitet.

Natürlich gab es immer auch Störungen; Lehrer, die mir weismachen wollten, dass Dinge, die mir vermittelt werden vielleicht nicht immer der absoluten Wahrheit entsprächen, dass auch Gedanken, die nicht den Erwartungen entsprechen, richtig sein können, dass diese vielleicht sogar richtiger sind als die des Bildungsregimes. Die meisten von ihnen konnte ich als belanglose Systemfehler akzeptieren, ohne mir weiter Gedanken zu machen. Ärgerlich wurde es nur, wenn sie ihre Behauptungen belegen konnten. Ein Glück, dass die Inquisition aus Arnsberg derartige Probleme recht schnell beheben kann (wobei das Wort “schnell” auch hier immer im geologischen Sinne zu gebrauchen ist). Ein Glück auch, dass sie Lehrern, die zwar kein Talent, geschweige denn, den notwendigen Intellekt besitzen dafür aber eine astreine Gesinnung des Folgens und Führens aufweisen, immer ihre Unterstützung zukommen lassen. Kompetenz wird auch meiner persönlichen Ansicht nach, völlig überbewertet, also nieder mit dem Schwachsinn! Befreiet euch vom repressiven Joch der Vernunft und suhlt euch im paradiesischen Zustand des folgsamen Stumpfsinns! Kinderlachen ist Zukunftsmusik, doch auf dem Weg, den wir gehen wird stumpfes Schweigen die Musik der Zukunft.

Ich bin ein mündiger, gebildeter und freier Bürger. Mit freien Gedanken erschließe ich das System und komme frei zu den Ergebnissen, welche das System mir diktiert, denn das ist es, was ich in nunmehr vierzehn Jahren gelernt habe und der Wisch in meinen Fingern zeigt der Welt, dass ich die Lehre wahrhaft verinnerlichte.

Scheinheilige Friedenstreiber

Guten Tag meine chronisch kriegsmüden Mitbürger, willkommen Ihr stolzen Mitglieder stolzer Demokratien. Fühlt euch eingeladen den Kopf zu benutzen.

Ein Thema geistert phasenweise fast schon stärker durch die Medien als Dschungelcamp und Topmodel und es erhitzt die Gemüter gelegentlich fast so sehr wie ein Underdog, der the Voice gewinnt: Die Ukraine, Putin und der dritte Weltkrieg. Natürlich. Und weil es üblich ist und Teil des Charakterprofils von Leuten, die sich der Welt gegenüber als besonders aufgeklärt aufdrängen wollen, muss auch ich mich hier mit einer ganz eigenwilligen Wortmeldung einmischen, quasi ein pseudoliterarisches “fickt euch, ihr, die ihr meint es zu wissen obwohl ich es euch noch nicht erklärt habe!” vom Stapel lassen.

Selbstverständlich.

Gut und Schlecht

Eigentlich gibt es feststehende Fakten, die kaum zu kippen sind: Länder annektieren – schlecht; eigene Interessen mit Hilfe unsauberer Revolutionäre durchsetzen – schlecht; die eigenen Invasionstruppen als staatenlose Milizen ausgeben um das Kriegsrecht zu umgehen – schlecht; Nachbarn durch Truppenaufgebote und militärische Manöver an den Grenzen bedrohen – schlecht. Ergo: Putin – schlecht. Bei einer derart klaren Faktenlage liegt die Gegenthese nah: dem Wahnsinnigen im Kreml die Stirn bieten und klarmachen “bis hierher und nicht weiter”- gut. Und wer wäre besser geeignet, um den unbelehrbaren kalten Kriegern im dunklen Moskau die Stirn zu bieten, als die völkerrechtsverliebten und lupenrein demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrem europäischen Vasallenstaat Deutschland? Das ist so eine Frage. Die andere und viel naheliegendere Frage ist doch, was uns denn bitteschön die moralische Integrität verleiht über das Verhalten Putins zu urteilen. Du kannst darüber urteilen, ich kann darüber urteilen, jeder dahergelaufene Politikwissenschaftler, Menschenrechtler, Philosoph kann darüber urteilen aber ein Präsident der Vereinigten Staaten? Oder irgendein Parteigänger der Christdemokraten? Mit welchem Recht?
Wenn wir uns die CDU/CSU, unsere Herrscher, ansehen, dann haben wir es mit einem durch und durch xenophoben, homophoben, moralisch höchst bedenklichen und korrupten Haufen zu tun, zusammengesetzt aus Werten mit Namen wie Simonie, Nepotismus und Bakschisch. Jede Subvention im Namen der schwarzblauen geht konkret zu Gunsten ihrer wohlhabenden Klientel und diese dankt es durch Meinungsmache und Stimmenfang. Dabei trifft der Verein unfassbare Entscheidungen und verkauft sie uns als Rettung. Im Großen und Ganzen fressen und schlucken wir das Placebo. Bislang hat uns keine Partei der Nachkriegszeit so nahe an die vielfach literarisierten Dystopien herangebracht wie die CDU. Obgleich die vehementen Versuche der Grünen, diesen unrühmlichen Verdienst für sich zu beanspruchen, hier nicht unerwähnt bleiben sollen. Dabei schafft sie es aber ganz vorzüglich die Schuld an den von ihnen verursachten Missständen ihren Koalitionspartnern in die Schuhe zu schieben. Aber genug davon. Wer uns regiert und die bodenlose Schlechtigkeit der CDU/CSU im Besonderen sind ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher darlegen will.
Kommen wir zu dem eigentlichen Problem – den USA. Da weiß man gar nicht so recht wo man anfangen soll. Bei den Menschenrechtsverletzungen? Den Annexionen? Den unzähligen Kriegen um des Krieges Willen? Der CIA? Dem Drogenhandel? Dem Aufbau Terroristischer Vereinigungen und der Absetzung demokratisch gewählter Regierungen? Dem Austausch des Bildungssystems durch militärischen Drill? Dem Faktum, dass es sich um einen astrein faschistischen Staat handelt?

Die CIA, Nazis, Kriege und Revolutionen

Der Krieg ist auf vielen verschiedenen Ebenen sehr hilfreich. Dadurch, dass man die ärmsten der Armen mit Schul- und Ausbildung in die Armee lockt, unter Waffen stellt und ins Ausland schickt, bekommt man die potenziell unzufriedenen nicht nur von der Straße, sondern auch runter vom eigenen Kontinent. Im Idealfall sterben sie dabei sogar. Dadurch, dass man sie bewaffnet, unterstützt man die Waffenproduzenten. Das schafft Arbeitsplätze und konkurrenzfähige Exportgüter. Dies wiederum hilft der gesamten Wirtschaft. Innenpolitisch eine gewaltige Entlastung. Den Recherchen anderer Leute nach soll es außerhalb des Nordamerikas weltweit rund 1000 US-Stützpunkte geben. Ich habe nicht die geringste Ahnung wieviele Soldaten dort insgesamt stationiert sind, gehe aber davon aus, dass wir hier von einer beträchtlichen Menge sprechen. Die amerikanische Heeresführung hat die Erde ganz klar in amerikanische Sektoren eingeteilt. Schön zu sehen an der vorliegenden Karte eines ihrer zahlreichen Kriegsministerien.

http://www.state.gov/documents/organization/65617.pdf
Quelle: http://www.state.gov/documents/organization/65617.pdf

Man muss sich mal klar machen, dass kaum ein Land eigene Truppen zur Unterbringung in anderen souveränen Staaten stationiert. In aktiven Krisengebieten schon. Man wundert sich über die Menge deutscher Auslandseinsätze, wenn man mal schaut. Die meisten sind allerdings im Rahmen humanitärer Missionen oder zur Ausbildung ortsansässiger Soldaten vor Ort. Franzosen und Briten betreiben noch Stützpunkte in einigen ihrer ehemaligen Kolonien. Eines der wenigen Länder, das aus rein strategischen Gründen Truppen bei Freunden stationiert ist Russland. Zum Beispiel auf der (vorerst ehemalig) ukrainischen Krim.
Zurück zu uns. Seit Bestehen der CIA greift sie nachweislich ins Weltgeschehen ein und handelt den offiziell hoch gehaltenen Werten der Vereinigten Staaten komplett zuwider. Die CIA hat die Taliban bewaffnet um den Russen zu schaden. Nicht um amerikanische Verbündete zu haben, sondern nur um den Russen das Leben schwer zu machen. Während die GIs damals die Nazis zusammenklaubten um sie zu verurteilen, hat die CIA “Rattenpfade”, also von der katholischen Kirche vorbereitete Fluchtwege für Nazis nach Argentinien zugelassen und teilweise gedeckt. Die CIA finanziert sich nachweislich durch Drogenhandel und hat nachweislich die Überflutung von Ländern mit Drogen als Kampfmittel eingesetzt. Noch schlimmer: sie hat nachweislich den Drogenhandel anderer in die schwarzen Ghettos der Städte des eigenen und damit des zu schützenden Landes zugelassen und teilweise unterstützt. Überall auf der Welt hat die CIA Revolutionen gegen unliebsame Regierungen unterstützt. Dabei war es völlig gleich ob diese Regierungen demokratisch gewählt und die Revoluzzer regierungsunfähige Extremisten waren. Es ging nie um eine Zukunft – nur um den Schaden der anderen. In Europa ging das nach dem zweiten Weltkrieg soweit, dass etwas, was heute als “Projekt GLADIO” bekannt ist, errichtet wurde. Dabei wurden überall Waffendepots eingerichtet und von Exnazis besetzt um im Falle einer sowjetischen Invasion sofort ein Partisanennetzwerk zu haben. Während die Obrigkeit unsere schulische Bildung durch “Entnazifizierung” getaufte Gehirnwäsche austauschte (Nein! Dies ist keine verhohlene Holocaustleugnung. Ich weiß, dass der stattgefunden hat, dennoch bin ich sicher, dass die USA nicht aus humanitärer Nächstenliebe, sondern aus kaltem Kalkül heraus eingriffen und den Holocaust aus demselben Kalkül heraus zu instrumentalisieren wussten), hat die CIA bewaffnete Nazis in Deutschlands Untergrund platziert (und zwar deshalb). Das flog erst auf, als Anfang der 90er rechtsmotivierte Anschläge mit Hilfe der CIA/GLADIO Depots verübt wurden. Überraschung…
Die V-Mann Affäre beim letzten NPD Verbotsantrag hat ein weiteres interessantes Merkmal zutage gefördert: offenbar sind auch unsere rechten Gruppierungen Schöpfungen deutscher und damit immer auch amerikanischer Geheimdienste. Die Taktik ist gar nicht so falsch. Im Krieg versuchte man erfolgreich von deutscher Seite ein alliiertes Spionagenetzwerk aufzubauen. Nazis gaben sich hierbei als Kontaktpersonen aus, empfingen Spione hinter der Grenze, versorgten sie und gaben ihnen (freilich falsche) Informationen. Dann, als es in die heiße Phase ging, konnten sie mit einem Schlag alle verhaften. Ein herber Schlag für die alliierten Nachrichtendienste. Wenn man also einen Pool für Nazis errichtet in dem sie sich sicher fühlen dann hat man sie erstens im Blick und kann sie zweitens jederzeit komplett ausschalten. So die an sich gute Idee. Blöd nur, dass den Amerikanern mit Ende des kalten Krieges alles egal wurde. Sämtliche Gruppierungen, die einst von den Amis aufgebaut wurden, wurden von jetzt auf gleich fallengelassen. Diese hatten nun die beste Aufbauhilfe durch die CIA erhalten, aber niemanden mehr der sie kontrollierte. Alle Extremisten, die die Amerikaner derzeit bekämpfen, oder es tun werden, wurden von den Amerikanern erschaffen.

Eine interessante Entwicklung der jüngeren Geschichte sind CIA und Facebook. Vor einiger Zeit sprach ein Deutscher BNDler von Facebook ganz selbstverständlich als “nachrichtendienstlichem Instrument” also Spionagewerkzeug und es sei wohl bekannt, dass im Vorstand Mitglieder der CIA sitzen. Vor einiger Zeit erschütterte etwas die arabische Welt, was uns als Facebookrevolution aufgetischt wurde aber als Jasminrevolution in die Geschichte einging. Während die Presse den Vorgang als Beginn einer neuen Ära der Demokratie feierte, verhallten die Stimmen, die sagten, dass das gesamte Szenario astreiner CIA Methodik zu entspringen schien, ungehört. Nun haben Extremisten die zwar labilen aber dennoch existenten Demokratien ersetzt und Militärs und Fundis besetzen die neuen Machtpositionen. Es ist halt viel leichter mit solchen Leuten krumme Geschäfte zu machen, als mit gewählten und somit notwendigerweise pflichtbewussten Demokraten. Mit denen (CDU) ist das natürlich auch möglich. Aber halt schwieriger.

Der Vormarsch der NATO, Nazis und die Revolution

Ein kleiner Sprung zurück zu Putin und Europa. Als 1990 die Verhandlungen zur Auflösung der Blöcke erfolgten bekam die Sowjetunion eine ganz klare Zusage: die NATO werde bis an die Ostgrenze des wiedervereinigten Deutschlands wachsen und keinen Meter weiter. Dann fiel der eiserne Vorhang und mit ihm die Sowjetunion, Europa wuchs wieder zusammen und es folgten die EU-Osterweiterungen. Und mit ihr die NATO, das US-Kontrollwerkzeug der vereinigten europäischen Heere. Das ist selbstverständlich kein Vertragsbruch, der eiserne Vorhang existiert nicht mehr und Russland ist nicht die Sowjetunion aber es ist dennoch ein herber Paradigmenwechsel, der sich in nur 25 Jahren vollzog. Das setzte den direkten Nachfolger der UDSSR, Russland unter Druck.

– Am 12. März 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn der NATO bei.

– Am 29. März 2004 Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien.

– Zuletzt dann, am 1. April 2009 Albanien und Kroatien.

Plötzlich war Russland in der Zange der NATO. Was die USA im Krieg nicht geschafft haben, fiel ihnen im Frieden um so leichter – sie haben einen militärischen Gürtel um Russland gezogen. Die Russen haben es gefressen. Bis zuletzt haben sie ihr Vetorecht genutzt um weitere Vorstöße Europas und der USA in andere Länder und vor allem in ihre Richtung zu unterbinden aber ausrichten konnten sie gar nichts.
Dann wurde es kurios. In der Ukraine, einem der letzten Puffer zwischen Russland und der NATO und zusätzlich wichtiger russischer Marinestützpunkt, kommt eine prorussische Regierung an die Macht und macht keinen Hehl daraus vielmehr zu Russland als zur EU/NATO zu gehören. Dann kommt die Revolution und die Medien feiern eine neue Ära der Demokratie. Beinahe ungehört verhallen die Stimmen, die fragen wer genau denn da revolutioniert und warum auf dem Maidan in der ersten Reihe bewaffnete und bekennend militante Neonazis stehen. Ein altbekanntes Muster wiederholt sich. Die Revolution siegt. Die Übergangsregierung will lieber gestern als morgen der EU beitreten und obwohl in Europa noch keiner davon spricht, steht für die Ukrainer der Beitritt zur NATO fest. Damit stünden die USA und ihre Verbündeten an Russlands Grenzen und wären von dort auch nicht mehr wegzukriegen.

Ich sag es, wie ich meine, wie es ist: wenn Putin nicht will, dass Russlands Einfluss und nun auch notwendige Verbündete an die Gaunereien der Amerikaner verloren gehen, dann muss er handeln. All die vielen Vetos, Widersprüche und Verhandlungen haben ihm nichts außer medialer Verurteilung eingebracht. Aus diesem Blickwinkel, und ihr dürft mich gerne zynisch nennen, war die (aus russischer Sicht offenbar) notwendige Besetzung der Krim ein Kunststück. Ich weiß nicht wieviele gewaltsame Annexionen derart Blutarm auskamen. Bei den USA fordern selbst Friedensmissionen mehr Opfer. Das ist natürlich eine rein objektive Feststellung. Gutheißen tu ich davon gar nichts. Aber der Krimi (keine Verniedlichung von Krim) geht weiter. Prorussische Separatisten fachen die Revolution erneut an, besetzen Regierungsgebäude, ganze Ortschaften und liefern sich einen Krieg mit der Übergangsregierung. Sollte Putin dagegen einschreiten? Aber sowas von! Würden die USA selbst bei einer verdrehten Rollenverteilung einschreiten? Niemals! Das ist genau das, was sie selbst ständig tun. Man bedenke, was sie mithilfe der CIA in Mexiko und Südamerika angerichtet haben um kommunistische Regierungen und somit eine 3.326 Km breite direkte Front zwischen Texas und dem roten Block zu vermeiden. Der Drogenkrieg, der heute noch in diesen Ländern tobt ist das Erbe der US-Verbrechen von damals.
Meiner ungeschulten Ansicht nach kann Putin gar nichts tun. Wenn er die Separatisten bremst hat er die USA vor der Türe stehen, wenn er sie offen unterstützt riskiert er einen Krieg mit der NATO. Das würde Europa unweigerlich pulverisieren. Sowohl für die USA als auch für Asien ist ein funktionierender europäischer Markt weitaus wertvoller als eine europäische Trümmerwüste. Der Marshall Plan legt sehr nahe, dass das zumindest den Amis längst klar ist. Darüberhinaus denke ich, dass China den Russen nochmal ordentlich ins Gewissen reden würde bevor die irgendeinen Scheiß bauen. Europa ist maßgeblich am chinesischen Wachstum beteiligt und andersrum selbst vollgepumpt mit chinesischem Kapital.

Arsch und Diktator

Ich will mich noch schnell absichern bevor ich zum Fazit komme und mich zur Person Putins äußern. Ich selbst halte den Typ für ein ziemliches Arschloch. Die Art und Weise wie er sich an der Macht hält ist alles Mögliche aber sicherlich nicht demokratisch. Der Umgang mit der freien Presse ist verbrecherisch und der Umgang mit Homosexuellen ist einer modernen Gesellschaft absolut unwürdig. Die Leichtigkeit mit der sich allerlei Menschenrechtsverletzungen ausfindig machen lassen ist erschreckend. Die mediale Gleichschaltung und der Pakt mit der Kirche sind archetypisch für die tyrannische Machterhaltung. Die Form der Selbstinszenierung Putins oder seinerzeit Medwedjews gratwandert zwischen völlig anachronistischer Politikonographie und einem schmerzhaften Fremdschämfaktor.

Fazit

Sei’s drum. Im Großen und Ganzen schaut’s in meinen Augen folgendermaßen aus: wie Putin Russland regiert ist nicht mein Problem. Ich bin Mitteleuropäer. Ich kann gar nicht nachempfinden wie Russen fühlen und denken. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie man ein riesiges Land voller Russen regiert. Wie die Menschen dort regiert werden wollen. Die Geschichte zeigt, wenn der Unmut überhand nimmt sind Menschen fähig sich selbst zu befreien, um sich dann einem neuen Diktat zu unterwerfen. Ich kann nur halbwegs beurteilen, wie Putin uns gegenüber, also außenpolitisch, auftritt. Und muss feststellen – genau so wie er muss. Der Westen lässt ihm kaum eine Wahl. Natürlich ist schlecht was er tut. Aber es ist kein bisschen schlechter, als dass was wir tun. Es ist genaugenommen deutlich gradliniger und ehrlicher als das Vorgehen des Westens und bedient sich dabei der selben Methoden. Ich will hier nichts verharmlosen. Ich will es in Relationen setzen. Die Medien geilen sich daran auf uns Europäer als eierlose Waschlappen darzustellen und auf den Krieg mit Russland zu pochen. Sie tun so als seien wir zu schwach und zu friedlich um die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und täuschen ganz elegant darüberhinweg, dass wir die willfährigen Bediensteten jener, die Russland in der Methodik in nichts nachstehen sind. Dabei lügen sie gar nicht – sie lassen nur das Wichtigste aus. Das ist der allgemeinen Panikmache auch sehr zuträglich und ermöglicht es endlich unser Rüstungsbudget mal wieder etwas aufzustocken. In der CDU transferieren sie vermutlich längst schon fleißig Geld in die Schweiz um auf ihren Konten Platz zu schaffen für die Schmiergelder der deutschen Waffenproduzenten, während Frau Merkel – ganz traditionell – behauptet, dass das nicht geschehen wird. Die Amerikaner fliegen heiter ihre Truppen in die Ukraine, tun so als täten sie das ungern und erfreuen sich an ihrer neuesten Annexion und alles läuft wie immer. Der Imperialismus ist ein Virus und breitet sich ungehindert aus. Alles was die Großmächte machen ist schändlich. Unser Problem sind aber nicht die russischen Herrscher sondern die unsrigen. Erst wenn die Geheimdienste dieser Welt abgeschafft sind, die USA aufhören ihre gesamte Wirtschaft auf Krieg aufzubauen, wenn die unzähligen Menschenrechtsverletzungen auf unserem Boden aufhören, wenn die CDU das Antikorruptionsgesetz unterzeichnet (haben die das bereits getan oder wo ist die Berichterstattung dazu hin?). Wenn jeder CIA Agent auf deutschem Boden verhaftet und weggesperrt ist und alle ideologischen Kinder ihrer Verbrechen ausgelöscht wurden, erst wenn der ganze Scheiß, den wir achselzuckend zulassen, unterbunden ist – dann, aber erst dann können wir anfangen uns um Putins Russland zu kümmern.

Schmutz für die Welt✊🏽

Rede zum Untergang der Welt (20.12.2012)

Liebe Eskimos, liebe Eskimösen, werte Juden und Neger, geehrte Verfassungsschützer,

nun, da die Erde sich ihrem Ende zuneigt und angedenk dessen, dass der Weg zur Vaginalvirtuose ein harter ist an dessen Ende häufig Geschrei steht, scheint es mir von vordringlichster Wichtigkeit zu sein, ein letztes Mal den Standpunkt der breiten Minderheit dem Verständnis meiner herrlich unbedarften Anhängerschaft auszusetzen.
Alles was aufgeht geht unter, alles was lebt stirbt und wer kommt geht auch wieder. Diese Fakten sind unverrückbar ebenso wie die universellen Tatsachen, dass Sprühwurst nicht zipfelklatscht und Zwetschgenbrot nicht nach Zwiebeln schmeckt.
Was bedeutet das nun für uns, für euch meine kopulierfreudigen Gefolgsleute? Wie haben wir, habt ihr mit der drohenden Apokalypse umzugehen? Und bei wem beschweren wir uns, beschwere ich mich wenn der xhamster die Vorschauclips nicht lädt?
Die Welt liefert Gründe in Hülle und Fülle den Kopf zu verlieren aber die Notwendigkeit der oralen Nahrungsmittelzufuhr zur Verlängerung der Lebenserwartung hindert uns nachhaltig daran diesem Bedürfnis Folge zu leisten.
Jetzt, da meine Brüder Pestillenz, Krieg und Hunger ungeduldig mit meinem gesattelten fahlen Pferd auf mich warten und unzählige Seraphim mit ihren Posaunen ihres letzten Konzertes harren, heißt es das Dasein als solches Revue passieren zu lassen. Und was wir sehen lohnt die Betrachtung kaum.
Wenn wir also die Lehren des Narrativs der Geschichtsschreibung hinzuziehen und die Lehre, dass jenes realitätsbildende Element durch die Taten von Narren geschrieben wird, dann können wir die durch die Alten gesammelten Erkenntnisse nutzen. Vielfältig wie Flora und Fauna im Schoß einer osttschechischen Aushilfsprostituierten weisen sie uns den Weg zur Wahrheit dessen, was am 21.12 geschehen wird und wie wir uns vorbereiten können – gar nicht. Nada. Niet. Not. Dann is vorbei. Aus die Maus. Finito. Schluss.
Grund zur Sorge? Nein! Nicht direkt. Denn eine weitere unverrückbare Tatsache ist doch jene, dass ein gut gefülltes Glas oft dazu neigt geleert zu werden und das jemand der sein Glas als halb leer betrachtet, sich seiner Taten und Aufgaben bewusst ist, während jene deren Glas halb voll ist in der Vergangenheit verweilen und die Zukunft leugnen. Jene sind es, die ihre Umwelt beschmieren mit ihren undurchdachten Weisheiten wie es Totenkopfäffchen mit ihrem Kot handhaben. Zu sagen, dass die Welt sich trotz dieser störenden Geschöpfe weiterdreht ist an diesem Tag eine infame Lüge. Dennoch gibt es Hoffnung, Brüder und Schwestern im Geiste. Für jene, die das Gestern schon Scheiße fanden, hat sich das Morgen im Sinne der Gegenwart erledigt.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich von euch meine teuren Lakaien und verbleibe in gespannter Vorfreude auf ein Wiedersehen in einer besseren Welt. Nicht.

Euer ergebenster Schmutzfink.

Lasse reden

Halli hallo, meine Lieblingsdeutschen, willkommen in der bunten Gräue zwischen Schwarz und Weiß. Fühlt euch eingeladen zu einer derzeitigen Notwendigkeit des deutschen Blogtums. Heute geht es um Nazis. Juhuu! Um mir ein vernünftiges Publikum zu sichern bitte ich zu entschuldigen, dass ich zuerst die Suchmaschinen bedienen muss – #nazi #nationalsozialismus #nsu #cdu #dvu #npd #deutsch #warumbinichgleichnazinurweilichstolzaufmeinlandbin? #dontbelieveinhashtags. Fertig. Sorry.

Nazis. Jeder kennt welche, jeder weiß wo in der eigenen Stadt sie sich tummeln. Und dennoch ist es schwer geworden sie zu erkennen. Insbesondere auch deshalb weil sie selbst sich viel zu oft gar nicht für solche halten. Der heutige Post wird beinahe ebensoviel Begriffsklärung beinhalten wie angetäuschte Aufklärung. Die Welt ist mir zu schwammig geworden.

Beginnen wir mit “Nationalismus”. Der Nationalismus hat eine gewaltige Veränderung erlebt. Zeigte er sich in seiner Entstehung als Fortschrittsmotor, fungierte er im Niedergang und in den Nachwehen als Zerstörer und Bremse der Menschheit. Man muss ja wissen, dass er im Konzept dazu bestimmt war das feudale Herrschaftssystem zu sprengen. Die Nationalisten wollten einfach nicht von irgendwelchen Erbherrschern aus irgendwelchen Ländern regiert werden sondern sagten “Wir sind eine Nation weil wir wir und weil wir hier sind”. In diesem Sinne waren auch die amerikanischen Separatisten, die den Unabhängigkeitskrieg auslösten, eine nationalistische Bewegung. Dieser einfache Grundsatz kommt erstmal ohne Rassismus und Faschismus aus. Ganz im Gegenteil – die lokale Zusammengehörigkeit und eine praktisch gültige lingua franca machen eine Nation aus, nicht Herkunftsland, Ethnie oder Religion. Obgleich nicht zu leugnen ist, dass Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sich in Europa von vornherein im Kielwasser der Bewegung befanden. Mit dem Nationalsozialismus dann zu Ende der Weimarer Republik kam eine ganz andere Stütze zum Tragen: die Rückbesinnung von der Nation zur Ethnie und der Versuch durch abstrakte Gedankenspiele beides in einer völkischen Ethnie zu vereinen.

Damit kommen wir zu einer weiteren Begrifflichkeit: arisch. Es gibt ein Land auf der Welt, welches sich “Land der Arier” nennt. Dieses Land befindet sich im Kern des ehemaligen Perserreiches und wird in mäßig eingedeutschter Landessprache Iran ausgesprochen. Der Iran spielt gelegentlich medienwirksam mit dem Gedanken Israel atomar zu pulverisieren. Es gibt gewisse esoterische Kreise, die meinen, das Arier und Semiten immer miteinander um die Weltherrschaft rängen. Von Anbeginn bis ans Ende der Zeit und das quer durch das Universum. Es gibt auch gewisse Kreise, die genau diese Theorie für ganz kolossalen Schwachsinn halten. Im Endeffekt tut das nichts zur Sache. Fakt ist, dass sich zwischen Israel und dem Iran eine Menge Dinge befinden mögen – Deutschland und blauäugige, blonde Menschen gehören nicht dazu. Wie bitteschön kam irgendwer in Europa dazu, einen “nordischen Typus” als den neuen Arier auszurufen?

Also die Frage ist ernstgemeint – weiß das wer?

Kommen wir zum Hass. Da wäre der “Fremdenhass”. Dieser Begriff trifft auf viele “Verbrechen aus Hass” nicht zu. Es werden häufig keine Fremden verprügelt, sondern Deutsche mit brauner Haut und schwarzen Haaren. Deswegen ist auch der Begriff “Ausländerhass” fehl am Platz. Auch rassistische Motivation ist nicht immer vorhanden. Nazis machen auch keinen Hehl daraus, jederzeit den politischen Gegner tätlich anzugreifen, wenn sie es für nötig erachten. Dabei tut die Rasse überhaupt nichts zur Sache. Ich finde mit Hass wird man auch dem Problem selbst gar nicht gerecht. Jeder weiß, dass der Mensch hasst was er fürchtet. Deswegen werden ängstliche und einsame Menschen Nazis. Natürlich wird – gerade von Aussteigern – gerne mal behauptet, dass es die Kameradschaft sei, um derentwillen sie einer rechtsextremen Bewegung beigetreten seien. Das ist aber Quatsch. Kameradschaft, Alkohol und der Mangel an Frauen finden sich auch bei der freiwilligen Feuerwehr, der Bundeswehr, dem technischen Hilfsdienst, Sportvereinen etc. Aber all diese Gruppen leben von mutigen Menschen mit eigenem Selbstbewusstsein – das ist der Unterschied zu Nazis. Sie sind ängstliche Soziopathen. Im Nazitum haben wir es also mit einer Kultur der Furcht zu tun. Es gibt einen schönen, aus dem Griechischen stammenden Begriff für Furcht: phobos. Und es gibt einen noch schöneren Begriff für die Furcht vor allem, was irgendwie anders ist: Xenophobie. Deswegen ist Xenophobie der einzige passende Begriff für den Hass der Nazis.

Eine weitere Begriffsgruppe bildet sich um “die Juden”. Da wären “Antisemitismus”, “Antizionismus”, “Judenfeindlichkeit”, “Antiisraelismus” und weitere. Hier ist auch alles etwas schwammig. Wenn ich zum Judentum konvertiere, bin ich kein Semit, wenn ich die Israelische Staatsbürgerschaft annehme, bin ich kein Jude, wenn ich Israels Siedlungspolitik kritisiere, bin ich weder Judenfeindlich, noch Antisemitisch und wenn ich ein jüdischer, semitischer Israeli bin, bin ich noch lange kein Zionist. Was tun? Wenn wir von überzeugten Nazis reden ist das völlig gleich. Alle genannten Gruppen sind “anders” und lösen damit Xenophobie aus. Schwierig wird es bei den Wiesobinichnazinurweilichstolzdaraufbineindeutscherzusein-Deutschen. Diese Leute meinen ja deshalb keine Nazis zu sein, weil sie sich in der Lage wähnen zu differenzieren. So sind sie natürlich nicht gegen “die Juden” oder “das Judentum”, sondern gegen die Zionisten.

Aha.

Zurück zum Punkt – was ist ein Jude? Ein Jude ist erstmal ein direkter Nachfahre Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wobei die beiden letztgenannten die ausschlaggebenden sind, da die Araber auch Nachfahren Abrahams sind. Gott schloss einen Bund mit seinen Leuten, der beidseitig Rechte und Pflichten beinhaltet. Die Erfüllung dieser Pflichten und das Befolgen von Gottes Geboten sind der Inhalt des Ritus, den wir als jüdische Religion wahrnehmen. Zum Beitritt in diese Religionsgemeinschaft ist kein Abrahamsches Blut vonnöten, sondern, wie in jeder anderen Familie auch, die Adoption. Diese verdient man sich indem man vorgeschriebene Rituale absolviert. Schon hier stellt sich erstmals die Frage, gegen was Nazis eigentlich sind – gegen das Blut Abrahams (was Konvertiten ausschlösse) oder gegen den Ritus des Bundes mit Gott (was alle weltlichen bzw. atheistischen Juden – kann es das geben? – ausschlösse)? Aber hier ist längst nicht Schluss. Wir kommen zu den Israeliten. Das sind all jene, die einen israelischen Pass haben. Jeder kann, wenn er die Voraussetzungen erfüllt, in Israel einwandern und Israeli werden. Israeliten sind aber auch Christen und Moslems, die in Israel Leben und die gibt es nunmal auch. Zuletzt wären da die Zionisten. Das sind die Leute, die einen jüdischen Staat Israel im Gebiet des seit Jahrtausenden durch Fremdmächte beherrschten gelobten Landes anstreben. Also quasi das Pendant zu ostpreußischen Vertriebenenverbänden in Deutschland. Tatsächlich haben die ursprünglichen Zionisten einen Erfolg verbucht, als der Staat Israel konstituiert wurde. Danach hat die Bewegung ihre Legitimation verloren. Dennoch besteht sie bis heute fort. Ihre Anhänger sind es, die bis heute gegen die Zweistaatenlösung im Gazastreifen sind und darüber, dass das albern ist und Gewalt schafft, brauchen wir uns nicht zu streiten. Sie sind die konkrete Zielgruppe des heutigen Hasses. Die Angriffsfläche, die sie dabei bieten ist allerdings auch gigantisch und sie sind bestens geeignet die Ängste von Menschen mit schwachem Verstand und hysterischem Gemüt zu schüren. Ein Auswuchs ist der verbreitete Glaube an eine zionistische Weltverschwörung. Die konstruiert sich wie jede andere Verschwörungstheorie: man nimmt sich einen komplexen Sachverhalt und blendet alles, bis auf einige kleine Brauchteile aus und puzzelt diese dann phantasievoll neu zusammen. Dazu nimmt man beispielsweise einfach Firmen wie Nestlé oder Kraft. Diese Vereine scheißen auf alles und jeden um reicher zu werden. Um neue Märkte zu erschließen schrecken sie nicht davor zurück mithilfe der Entwicklungshilfe, kruden Geschäften mit korrupten Politikern oder eben als kapitalistische Speerspitze in marktfreie Krisengebiete vorzustoßen. Das ist selbstverständlich genau das, was sie nun im Gazastreifen erneut tun. Sie schmieren der Israelischen Regierung Honig ums Maul, versprechen Dinge wie Jobs und Wirtschaftshilfen und sind dabei ganz beiläufig die ersten und damit Dominante die dicht im Rücken der Front der israelischen Verdrängungspolitik den palästinensischen Markt okkupiert, bevor es ein anderer tun kann. Sie haben in jedem von den Israelis besetzten Gebiet das Monopol lange bevor das Gebiet überhaupt völlig annektiert ist. Wenn man nun genau hinsieht, dann sind die Zionisten eine nationalistische Gruppierung, die, wie jede andere nationalistische Gruppierung auch, dem Kapital dient. Wobei sie sich, wie jede andere nationalistische Gruppierung auch, faschistischer Tendenzen schuldig macht. Ob die CIA zu Zeit des kalten Kriegs in südamerikanischen Ländern faschistische Regimes installiert um den Kapitalismus als solches zu schützen, ob sich wohlhabende Firmen in den USA die TeaParty halten oder ob das Bildmagazin, das Propagandaheft des christsozialen Bankenstaats, die Pegidabewegung auf und abbaut und gegen Asylanten und Griechenland hetzt ist nichts anderes, als wenn westliche Gigakonzerne zur Erschließung neuer Märkte die Zionisten am Kacken halten. Folglich dürfen Linke und Menschenrechtler das Verhalten der Zionisten selbstverständlich in Frage stellen – die Kollegen von den Stolzdeutschen sollten allerdings schön die Schnauze halten, da sie das Produkt der selben Gleichung sind. Bei den Arabern und den Anrainern der Konfliktregion Gazastreifen liegt das natürlich etwas anders: Israel, da braucht man sich nichts vorzumachen, ist ein Kind des Westens, als kapitalistischer Staat nach europäischem Vorbild mit westlicher Unterstützung gegründet und hochgezogen, brennt dieser Staat wie ein bedrohliches Leuchtfeuer auf diesem Bollwerk des Kapitals in der Islamischen Welt und die Menschen dort kriegen die gesamte Wucht der kalten, zynischen Gier des fetten Westens gebündelt durch das Brennglas Israel ab und können nichts dagegen tun. Dass dieser Staat Ihnen wie der Teufel höchstselbst vor ihrer Haustüre anmuten muss, sei ihnen nicht zu verdenken. Sie können ja nicht wissen, dass der Teufel längst nicht mehr gebraucht wird und seine Tage als miesgelaunter Opa auf seiner Veranda in Texas verbringt, seit ein besserer seinen Job übernommen hat und dieses Monstrum ist nicht Zion – es ist Europa. Das alles interessiert nun die Damen und Herren von der Idiotenfraktion nicht die Bohne. Sie wollen nur Israel und kapitalistische Großkonzerne sehen und hysterisch anfangen loszukreischen. Damit stacheln sie alle Parteien auf, halten die Eskalation aufrecht und Nestlé und die Rüstungsindustrie teilen die Welt süffisant lächelnd unter sich auf. Es versteht sich von selbst, dass diesen Leuten JHWH genauso egal ist wie Allah, Jesus, Mose oder der Prophet; sie beten nur zum Mammon.
Doch selbst ohne die Fähigkeit zur Differenzierung, in der Hirnverbrannten Annahme, dass “die Juden” uns versklaven und ausbeuten wollten stellt sich doch eine wichtige Frage: wer sind nun diese Zionisten? Die Israelis? Die Semiten? Die Juden? Welche Israelis? Welche Juden? Wann erfährt man, dass man Teil einer weltumspannenden Verschwörung ist? Bei der Einbürgerung als Israeli? Bei der Bamizwa? So “Hey Junge, du bist jetzt ein Mann. Ach ja… bevor ichs vergesse – du bist Teil einer weltumspannenden Verschwörung also sei doch so gut und verbreite ein paar Holocaustlügen und wenn du Zeit hast könntest du ein paar Chemtrails sprühen gehen?” Ich weiß ja nicht. Wären alle “arischen” Deutschen in der Lage als “Volk” eine derartige Riesenverschwörung aufrechtzuerhalten? Ja – mag man einwerfen, wenn man davon ausgeht, dass 8 Millionen Nazis mit ihren Reichsflugscheiben in der verborgenen Stadt Neu Germania unter Neuschwabenland am Südpol ausharren und das Deutsche Reich aufrechterhalten. Nein – werden all jene entgegnen, die mit dem zweifelhaften Geschenk eines funktionierenden Gehirns gesegnet sind. Wenn also die Juden (Israelis? Zionisten? Semiten? Ach, der Itzig halt) in der Lage sind, sich weltweit derart einheitlich, gemeinschaftlich und harmonisch zu organisieren wie es nötig wäre um eine zionistische Weltverschwörung zu dirigieren, dann wären sie doch am geeignetsten um die Herrschaft über all jene Völker, in denen die Volksgenossen einander umbringen, ausbeuten und verraten zu übernehmen. Also sollte doch jeder Mensch, der der Auffassung ist, dass das tollste, beste, stärkste und einheitlichste Volk alle anderen Völker unterwerfen sollte, selbst die Erfüllung der zionistischen Weltverschwörung anstreben.
Man sieht also, dass es egal ist ob man diese Theorie nun als hanebüchen abtut oder sich auf die Grundprämisse einlässt – Sinn ergibt nichts davon und seinen Lebenssinn hinter solchen Schwachsinn zu suchen ist zwangsläufig Folge geistiger Armut

Zum Rassenbegriff. Menschen sind Herdentiere. Sie identifizieren sich als Gruppe und grenzen sich als solche gegen andere ab. Seit den ersten Menschen. Mit denen begann eine Entwicklung, die immer noch läuft. Die Gruppen bekämpften einander, wuchsen, fanden zueinander, tauschten sich kulturell aus, bekämpften einander, begannen Handel zu treiben, fusionierten, bildeten Reiche, bekämpften einander, wurden schlussendlich zu Nationen und bekämpfen einander. Der nächste Schritt wäre die Auflösung der Nationen und die Bildung einer Weltgemeinschaft. Da kommt nun die braune Seuche der Länder zum Vorschein. Nationalisten, “identitäre Bewegungen”, die sich ohne irgendeine Ahnung von Anthroplogie, Geschichte, Geographie oder Politik hinstellen und die “Reinhaltung” einer völkischen Gemeinschaft propagieren. Da fragt sich: was soll das? Nach welcher Logik oder Wissenschaft sind ein verarmender Genpool und kulturelle Isolation etwas gutes? Nach meiner Beobachtung führt ein verarmender Genpool zu inzestuösen Erscheinungen im “Volkskörper” und kulturelle Isolation ins Hintertreffen im globalen Wettstreit der Völker und Kulturen. Da kommen wir dann nämlich schon zu einem besonderen Steckenpferd des Ottonormalnazis – der Rassenkunde.

Leider sind die Schulbücher der Nationalsozialisten längst zerstört und/oder verboten. Ich hätte mich gerne damit befasst, wie die ideologischen Ahnen der Negativelite ihren Schwachsinn gerechtfertigt haben. Was heute bleibt im Rausch von Crystal Meth, Alkohol und Nazibands ist irgendeine kuriose “Reinheit”, White Pride, White Power usw. Ich verstehe es nicht. So wie ich mir das vorstelle gab es irgendwann mal die ersten Menschen, das erste beseelte Tier aber nichtsdestotrotz aus Kohlenstoff, mit Stoffwechsel und den Pflichten und Beschränkungen eines Tieres – ein Tier halt. Tiere breiten sich bekanntermaßen aus. Wenn Tiere in einen neuen Lebensraum kommen verändern sie sich. Irgendein Tier kommt mit einer Mutation zur Welt, die im Herkunftsgebiet als Behinderung gälte, nun aber aufgrund der neuen Umstände derart vorteilhaft ist, dass es fröhlich durch die Gegend kopulierend seine Gene verspritzen kann. Die Art passt sich also an. Sie verändert sich. Neue Keime und Krankheiten löschen beinahe die ganze Population aus und lassen nur die zufällig immunen Tiere zurück. So entwickeln ganze Arten spezifische Immunitäten. Die verstreuten Populationen entwickeln in den verschiedenen Lebensräumen isoliert voneinander spezifische Merkmale und Besonderheiten und früher oder später lassen sich die Populationen anhand der herausgebildeten Merkmale neu klassifizieren und zwar zu neuen Unterarten – oder Rassen. Das ist logisch und passiert halt mal. Nun wachsen die Gruppen, breiten sich wieder aus, überwinden womöglich die Barrieren zu den alten Artgenossen und finden mit einem Mal wieder zueinander. Nun behaupte ich muss einer von vier Fällen eintreffen:

  1. Die beiden Rassen konkurrieren um Nahrung und Lebensraum und eine verdrängt die andere mit Gewalt oder durch Überlegenheit. Für die Siegerrasse bedeutet das, dass die Entwicklung abgeschlossen ist. Sie hat ihren Lebensraum besetzt und verteidigt und ist fortan an ihn gebunden. Sobald er sich verändert oder von neuen Konkurrenten erobert wird, kann das Volk aufgrund seiner einseitigen Spezialisierung nirgendwo anders hin ausweichen und muss aussterben.
  2. Eine Gruppe ist mit Krankheitserregern infiziert gegen die die andere nicht immun ist, was ihren vollständigen Untergang zur Folge hat. Die übriggebliebene Gruppe ist etwas besser gestellt, als die in Fall 1, weil sie zumindest schonmal gegen die Krankheiten im Lebensraum der anderen Gruppe immun ist. Das macht die Eroberung dieses Lebensraums schonmal einfacher.
  3. Die Gruppen haben in ihrer getrennten Entwicklung unterschiedliche ökologische Nischen besetzt und treten nun beim Zusammentreffen gar nicht in Konkurrenz zueinander, da sie unterschiedliche Nahrung oder Jagdzeiten bevorzugen. Obwohl sie sich als Rassen einer Art sehr wohl kreuzen könnten, tun sie es nicht, weil die Veränderung sie für die anderen völlig unattraktiv machen. Sie entwickeln sich also umeinander herum ohne zu vermischen. Dieser Fall erlaubt keine Prognose, weil er keinen Abschluss hat. Beide Rassen folgen einfach ihrer Entwicklung und irgendwann wird der Zeitpunkt erreicht, an dem die Veränderungen der beiden Gruppen derart gravierend werden, dass die Fortpflanzung biologisch unmöglich wird. Diese Bastardsterilität ist das Kriterium um die abgespaltene Rasse zu einer neuen Art zu erklären.
  4. Die beiden Rassen erkennen einander zwanglos als Artgenossen an und mischen heiter drauf los. Jede für sich überspringt die Umwälzungen, die die andere hervorgebracht haben indem sie alle Immunitäten und Spezialfertigkeiten an gemeinsame Kinder weitervererben, die die uneingeschränkten Herrscher beider Lebensräume und ökologischer Nischen werden. Dieser Fall ist wohl für alle der vorteilhafteste.

Der Mensch ist ein Tier. Es spricht nichts dagegen diese ganze Rassenlehre nach Darwin auch auf den Menschen anzulegen. Es ist auch überaus spannend, die Entwicklung und Verbreitung des Menschen anhand markanter phänotypischer Merkmale und DNA-Untersuchungen nachzuzeichnen, um die Eroberung des Planeten nachzuvollziehen. Dabei zeigt sich schnell, das die Erfolgsgeschichte des Menschen eine Geschichte der fröhlichen Rassenmischerei ist. Immer wieder trieb es menschliche Konklaven in die Isolation, wo sie eigene rassische Merkmale entwickelten. Und immer wieder führte das Ende der Isolation zur Vermischung mit anderen Menschengruppen und Weitergabe der Merkmale an gemeinsame Nachfahren. 600.000 Jahre lang bildet die Menschheit nun schon unterschiedliche Rassen heraus und 600.000 Jahre lang begegnen sich diese Rassen und bilden durch Mischung neue. So schlägt der Mensch der Evolution ein Schnippchen nach dem anderen, weil er durch Vermischung unterschiedlich angepasster Menschentypen, jeweils Jahrtausende der Entwicklung nur durch den Akt der Fortpflanzung überspringen kann. Der Mensch betreibt somit evolutionäre Arbeitsteilung. Der Vorteil ist unübersehbar. Der gigantische Rassische Pool Eurasien hat mit seinen unzähligen Krankheiten, Lebensräumen, Nischen und Bedingungen eine gigantische rassische Vielfalt hervorgebracht und die Vermischung zwischen ihnen hat die heutigen Europäer zur Folge, ein Sammelsurium unzähliger Rassen. Die Menschen brachten einander natürlich nicht nur neue Gene, sondern auch neues Wissen und Fertigkeiten. Der Vorteil offenbarte sich überdeutlich bei der Eroberung Südamerikas. Nicht nur die technische Überlegenheit ermöglichte das, sondern vor allem die durch Mischung entstandene genetische Überlegenheit. Die Ureinwohner Südamerikas waren an ihren Lebensraum gebunden. Sie hatten nur die Techniken, die sie in ihrer Isolation selbst entwickelten und keine beschleunigenden Vermischungen mit anderen Völkern und deren Techniken. Und sie konnten nur die regionalen Krankheiten überwinden. Die Europäer aber fielen ein, wie bakterielle Panzer. Weitestgehend immun gegen alles Schlimme, was die Mikrobiologie hervorbringt entvölkerten sie alleine Kraft ihrer Krankheiten ganze Landstriche mit Pocken und Grippe. Ist ja logisch. Der europäische Körper muss mit allen Seuchen zwischen China und Frankreich fertig werden. Und durch Integration immer weiterer Ethnien kommen immer mehr Immunitäten und Verträglichkeiten hinzu. Die rassische Durchmischung als Erfolgsgeheimnis. Wohin führt uns das? In die Gegenwart. In die Globalisierung, die völlige Durchmischung sämtlicher Völker. Alle Errungenschaften, Technologien und Krankheiten auf Gottes schöner Erde begegnen einander und vermengen sich. Das wirft die berechtigte Frage auf inwiefern man überhaupt noch von menschlichen Rassen sprechen kann. Natürlich treten regional äußerliche Merkmale wie Haut- oder Augenfarbe auf, die ganz klar zu einer rassischen Einordnung verleiten aber das täuscht. Obwohl sich dominante Äußerlichkeiten gemeinhin in einem gewissen Raum durchsetzen kann der Gencode kaum darüberhinwegtäuschen, dass der Inhalt der selbe ist, oder genauer, genauso unterschiedlich. Abgesehen von Oberflächlichkeiten haben die Angehörigen einer Rasse untereinander kaum bis gar nicht mehr Ähnlichkeit als mit Vertretern anderer Rassen. Eine logische Folge der Jahrhunderttausende stetiger Vermischung. Dieser Umstand bewegte seit den 70ern des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Wissenschaftlern dazu den Rassebegriff als solches in Frage zu stellen und schlussendlich 1995 die Deklaration von Schlaining zu verabschieden, eine auf modernen molekularbiologischen Erkenntnissen beruhende Feststellung, dass der Begriff der menschlichen Rassen wissenschaftlich kaum zu halten und häufig Ursprung für gewalttätigen Rassismus ist. Spätestens seit dem ist der Begriff der Rasse aus der Anthropologie verschwunden und fristet ein Inseldasein in der Biologie und im undifferenzierten Sprachgebrauch sapiophober Rassisten.

Die Tatsache, dass der Rassebegriff als obsolet gilt und längst nur noch von Spinnern und Biologen verwendet wird, täuscht über einen Umstand hinweg, der uns leider verloren gegangen ist: auch die historische Einteilung der Menschheit in Rassen hat nicht zwangsläufig Rassismus zur Folge. Ganz im Gegenteil. Es sind die Rassisten von heute, die nunmal nur die Rassisten von damals zitieren und nicht die Unmengen von Wissenschaftlern, die ungeachtet der Nutzung des Rassebegriffs Loblieder gegen den Rassismus singen. Man war sich in den 60ern völlig eins darüber, dass die großen kulturellen Sprünge in der Menschheitsgeschichte durch die gegenseitige Befruchtung zweier möglichst unterschiedlicher Rassen ausgelöst wurden. Diese Überzeugung hält sich bis heute obgleich heute eher von Völkern die Rede ist. Allein die Synonymität zwischen diesen Begriffen zeigt die unsaubere Anwendung des Wortes. Verschiedene Ameisenvölker gehören auch keinen verschiedenen Rassen an. Aber egal. Wer sich die Mühe macht antiquarische Bücher zu suchen oder die Resterampe der nächsten Universitätsbibliothek zu plündern traut seinen Augen kaum – da schlussfolgern Autoren, die freizügig von Negervölkern, kulturaffineren Rassen und rassischen Talenten, Vorzügen und rassischen Nachteilen schreiben, dass die griechische Hochkultur niemals ohne die Kollision und völlige Vermischung zweier vollständig verschiedener Rassen möglich gewesen wäre. Wobei sie konkret die Vermischung der Seevölker, die die, der Vorstellung nach, eher weiblich wirkende minoische Kultur begründeten mit einer gewalttätigen, als eher männlich geltenden, asiatischen Einwandererrasse. Diese Kombination und das vollständige Aufgehen dieser vergangenen Kulturen in einer gemeinsamen neuen führte zur griechischen Hochkultur in der Kunst, Feinsinn und Philosophie ebenso perfektioniert wurden, wie das Kriegshandwerk. Es ist schon lustig, dass ausgerechnet die Sage der 300 bei den Thermopyläen heute von den albernen “Identitären” gerne als Präfiguration der letzten Verteidiger des Abendlandes gegen ein unendlich großes Multikultiinvasionsheer herangezogen wird, leugnend, dass dort selbst nach den Vertretern der Rassentheorie nur die völlige Aufgabe der Identität zweier Völker zu eben diesem Bollwerk des Abendlandes geführt hat.

Aber der Nationalsozialismus und seine traurigen Erben haben selbst in der Degenerierung Fortschritte gemacht. Einer davon ist der Sozialdarwinismus. Er ist das erwartungsgemäße Resultat, wenn ungebildete Volltrottel sich an höheren Wissenschaften versuchen. Er besagt (erstmal völlig korrekt), dass sich im Wettstreit der Arten (hier freilich recht frei auf Rassen übertragen) für gewöhnlich die stärkere durchsetzt. Die Natur kennt kein gut böse, nur effizient und weniger effizient, stark und schwach. Soweit so halb wahr. Es ist (wie üblich) gar nicht nötig, sich hier in biologischen Spitzfindigkeiten zu verlieren, die die Angesprochenen ohnehin rein intellektuell gar nicht nachvollziehen können. Viel einfacher ist es, kognitiv auf Standby zu gehen und sich einfach mal darauf einzulassen. Angenommen es sei tatsächlich so, wie die “intellektuelle Rechte” es verkauft und das natürliche Recht des Stärkeren ließe sich nicht durch humanistischen Kackscheiß kastrieren, oder wenn, dann nur auf Kosten der menschlichen Entwicklung, dann ist die Faktenlage doch glasklar. Das nationalsozialistische Deutschland wurde von den Völkern dieser Welt in Grund und Boden gebombt. Die deutschen Städte waren pulverisiert, die deutsche Wirtschaft hin und die deutschen Männer vermoderten entweder auf den Schlachtfeldern Europas oder darbten in Kriegsgefangenenlagern. Die deutschen Frauen wurden entweder von den Russen ganz kommunistisch ungefragt mit allen Genossen geteilt oder vom Ami ganz im Stil des Kapitals unter der Vorgaukelung eine Wahl zu haben angeeignet. Das deutsche Volk verhungerte in den Trümmern der so leichtfertig geopferten Heimat. Es gab keinen Dolchstoß, keine verräterischen Sozialdemokraten, nur die Tatsache, dass das stolze Volk der Deutschen restlos unterworfen war und nach den Regeln des Sozialdarwinismus sein Recht auf Selbstbestimmung verwirkt hat. In der Konsequenz muss also jeder Sozialdarwinist mit deutschem Pass sich beim nächstbesten Russen oder Ami melden und sich ihm auf Lebenszeit als Sklave überschreiben. Einen anderen Zweck hat ein derart unterlegenes Volk nicht. Natürlich mag der Landserleser nun erbost einwerfen, dass selbst die ehemaligen Feinde Disziplin und Kampfkraft der deutschen Verbände bis heute schätzen. Dabei wird allerdings kulant übergangen, dass der besiegte Feind immer etwas überzeichnet wird. Niemand kann sich ernsthaft rühmen einen maßlos unterlegenen Vollidioten besiegt zu haben. Und nach wie vor gilt im Sozialdarwinismus: verloren hat immer der schwächste.

Bis heute sind die Nazis jedoch noch einen weiteren Schritt zurück gegangen. Das Wort der Stunde ist nun Ethnopluralismus. Frei übersetzt wäre das die Vielfalt der Ethnien. Die geistreiche Erläuterung: niemand will jemanden ausrotten, nein, man will sie nur alle loswerden. Das heißt, jedes Volk, jede Ethnie/Rasse soll von nun an für immer dort bleiben, wo sie jetzt ist. Urlaub machen natürlich aber umziehen ist verboten. Ich denke, meine kleine rassenkundliche Einführung reicht völlig, um die widernatürliche Absurdität, die diese Forderung darstellt zu durchschauen. Diese Leute haben sich faktisch auf die Fahne geschrieben, das bisherige Erfolgskonzept der Menschheit zu leugnen und sich und sämtliche Völker in die kulturelle Isolation zu treiben. Geil. Das passiert, wenn Menschen, deren Intellekt kaum ausreicht ein Biobuch oder einen Atlas zu öffnen, sich an Biologie oder Anthroposophie zu versuchen anmaßen.

Und die Medien befeuern den Schwachsinn mit dem Märchen von intellektuellen Rechten, machen also die braunen Lügenonkels glaubwürdig und die unreflektierten Heerscharen der Bildleserschaft haben etwas, was die glauben können, in Axel Springers Stürmer Reboot sieht man die traurige Familie vor dem traurigen Haus “Diese Familie muss raus – damit Asylanten einziehen können!” und bei Nacht schleichen hässliche Gestalten durch die Dunkelheit und der spontane Volkszorn entlädt sich, angeheizt durch die Erfinder des Volkshandys, des Volkstarifs, der Volkszahnbürste und des Volkswagens auf die ärmsten der Armen, auf jene, die alles verlieren mussten, damit wir unsere Waffen loswerden, die millionenfach ihr Leben riskieren, weil wir nicht teilen wollen und die schlussendlich in einer Asylunterkunft irgendwo im dunklen deutschen Osten verbrennen, weil wir so dumm sind. So unglaublich dumm.

Schmutz für die Welt✊🏽

Der Wahldiktatorische Kapitalkommunismus – Manifest einer besseren Zukunft

Vorwort

Viele Menschen haben sich mit dem Konzept des Staates befasst und eigene Entwürfe für einen solchen vorgelegt. Schon immer werden dabei Aristokratien/Oligarchien, Königsherrschaften/Tyranneien und Demokratien/Republiken gegenübergestellt und verglichen. Dabei wird, je nach Zeit und Umständen immer eine andere Form präferiert. Jede dieser Herrschaftsformen ging früher oder später an ihren spezifischen Schwachpunkten zugrunde. Aus von Helden begründeten Königswürden wurden brutale Tyranneien. Aus der Herrschaft durch weise und gebildete Aristokraten wurden brutale Oligarchien und während die Republik sich immer wieder als korrumpierbares Werkzeug brutaler Diktatoren erweist, mutiert die Demokratie allerorts zur Herrschaft der Doofen und Demagogen. Jede Zeit hat ihre Herrschaftsform. Eine Herrschaft, wie sie dem Geist der Zeit entspricht. Dieser Disput wurde in der Moderne noch einmal grundlegend erweitert. Der Markt polarisierte die Systeme. Kapitalismus und Kommunismus, freie und Planwirtschaft. Am Ende brach und bricht immer alles zusammen. Der Kommunismus ist aus mehreren Gründen zusammengebrochen. Vor allem wollte nicht jeder mitmachen. Er aber lebt davon, dass jeder mitmacht. Darauf ist die Theorie aufgebaut, dass jeder gut und arbeitsam sei und somit nur seiner Natur zu folgen braucht. Leider ist dem in der Realität nicht so. Deswegen mussten (frei nach Robespierre) Gegner brutal vernichtet werden. So etwas kann nicht klappen. Überhaupt hat ein marktverneinendes System in einer marktwirtschaftlich funktionierenden Welt eigentlich keine Chance.
So war die Idee des Kommunismus schnell ausgelebt. Der Kapitalismus läuft noch. Aber es zeigt sich in der Gegenwart, dass seine Vorteile sich längst obsoletieren und ins Negative verkehren. Statt eines vielfältigen und kleinteiligen Marktes, indem jeder versucht das beste für sich rauszuholen, was zu einer beständigen Entwicklung aller führt, hat der Mensch selbst sein eigenes Streben längst aufgegeben, um in Sklaverei dem Kapital zu dienen. Statt gesunder Konkurrenz und einem selbstregulierenden Markt, teilt er sich auf eine Handvoll Menschen auf, denen der Planet faktisch gehört. Dies macht jegliche Politik zur Farce. Von Versuchen zur Regulierung ganz zu schweigen. Die Theorie dahinter heißt “Stamokap”.

So ist es vonnöten ein System zu erschaffen, in dem der Gierige ebenso seinen Platz findet, wie der Genügsame, das Arbeitstier ebenso, wie der Arbeitsverweigerer, der Träumer, wie der Pragmatiker, der Kreative wie der Ausführende, Der Führungswillige wie der Führungsbedürftige und am Ende, ja, der besorgte „Identitäre“ ebenso, wie der Freigeist, der keine Grenzen sehen will.

Dieses System existiert. Auf den vorliegenden Seiten. Es ist der wahldiktatorische Kapitalkommunismus – das Manifest einer besseren Zukunft.

Fünf Säulen

Der Weltstaat im Sinne des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus beruht im Prinzip auf fünf grundlegenden Säulen. Und diese definieren sich folgendermaßen:

I Alle Ware kommt vom Staat

Jegliche Marktwirtschaft untersteht zu 100% dem Staat. Somit ist jeder arbeitende Bürger Angestellter beim Staat. Der Staat hat sicherzustellen, dass jede Grundversorgung überall auf der Erde gewährleistet ist. Des Weiteren ist der Staat verpflichtet neue marktwirtschaftliche Konzepte und Produktinnovationen seiner Bürger zu fördern (Innovationsgesetz) sowie die strukturrelevanten Ämter mit den größten Kompetenzen zu besetzen (Kompetenzenregelung). Dies soll bei konkurrenzloser Marktwirtschaft die Dynamik erhalten. Es gibt keine Planwirtschaft. Das EDV-Zeitalter ermöglicht eine ununterbrochene und weltweite Inventur, die flexible Anpassungen des Marktes ermöglicht. Es gibt keine Werbung. Der Staat informiert seine Bürger immer über das Amt für Konsum über neue Produkte. Dabei werden nur informative Fakten genannt und nicht versucht Kaufwünsche zu wecken.

II Alles Geld kommt vom Staat

Der Staat bezahlt alle Bürger und ist der Monopolträger zur Herstellung von Zahlungsmitteln. Jedem Bürger steht ein stetig wachsendes Gehalt ermittelt aus einem Multiplikator zwischen Lehrjahren und Arbeitszeit im Dienste des Staates zu. Das letzte Gehalt wird bei Eintritt in die Rente – auch ärztlich verordnete Frührente – um 50% erhöht und bis zum eigenen oder des Lebenspartners Lebensende gezahlt. Alle Preise sind vom Staat festgelegt. Die Preise setzen sich aus dem planetaren Index zusammen. Hier wird jeder existierende Rohstoff nach Verfügbarkeit und Gefahren beim Abbau für Mensch und Natur kategorisiert. Preise für Produkte setzen sich aus der Summe der Werte der benötigten Rohstoffe zusammen. So wird Raubbau an der Welt vermieden und der Konsum unbedenklicher Artikel subventioniert.

III Alle Gewalt geht vom Staat aus

a) Der Weltsicherheitsdienst (WSD)

Die Ausübung staatlicher Gewalt ist Aufgabe des Weltsicherheitsdienstes. Dieser übernimmt die Aufgaben des Katastrophenschutzes, des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, der Feuerwehr und der Polizei. Selbstverständlich möchte der Staat jedem Bürger ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit gewährleisten. Es müssen aber menschliche Eigenarten berücksichtigt werden. Auch in einer perfekten Gesellschaft gibt es verirrte und kranke Menschen und außerdem neigt die Art Mensch zu Rudel- und Gruppenbildung. Der Staat muss also immer auf verwirrte Einzeltäter oder eskalierende Gruppen bei beispielsweise Sportveranstaltungen vorbereitet sein. Ansonsten ist es die Aufgabe des Weltsicherheitsdienstes zu schützen und zu bewahren und immer mehr als Helfer denn als Wächter aufzutreten.

b) Das Heer

In einem komplett befriedeten Weltstaat ist der einzige mögliche militärische Gegner von außerhalb der Erde zu erwarten. Deshalb unterliegt das Raumfahrtprogramm dem Militär. Der Drill der Soldaten ist eine Ausbildung im bewaffneten Kampf unter Zuhilfenahme modernster Waffensysteme und zugleich zum Astronauten. Sie erkunden und Kolonialisieren unser Sonnensystem und fangen mit waffenfähigen Raumschiffen Asteroiden ab. Es ist keinem Soldaten unter keinen Umständen erlaubt jemals Gewalt gegen einen Erdenbürger anzuwenden. Das ist nur dem Weltsicherheitsdienst gestattet. Es wäre müßig hier Umgangsformen für die Bewohner anderer Planeten zu entwickeln. Das werden die Umstände ergeben.

IV Alles Recht kommt vom Staat

Mit dem Staat als einzigen Wirtschafter werden Wirtschaftsklagen vorbei sein. Mit der Beendigung des Elends sind auch alle Formen der Armutskriminalität vorbei. Bei den verbliebenen Streitereien stellt der Staat ein Expertenteam der kundigsten Wissenschaftler zum spezifischen Thema zusammen und versucht eine vernünftige Lösung zu finden. Erst dann tritt ein Gericht zusammen. Es besteht aus 30 stimmgleichen Richtern. 10 studierte Juristen, 10 ausgewählte Experten des Staates und 10 ausgewählte Experten des Investigativen Büros. Es gibt keine Todesstrafe für Verbrecher. Todesstrafe ist Faschismus. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus ist nicht faschistisch.

V Alle Revolution kommt vom Staat

Das Investigative Büro (IB) wird mit großzügigen Mitteln des Staates unterstützt. Es soll sicherstellen, dass das absolutistische Grundgerüst des Staates nicht gegen seine Bürger angewendet wird. Mehrere Sendeplätze stehen dem IB neben dem Staatsfernsehen zur Verfügung. Systemkritiker und Misstrauische sollen hier die Plattform finden um die Machenschaften des Staates zu hinterfragen und bei Ungereimtheiten öffentlich anzuprangern. Das IB darf jedem Wissenschaftler oder Experten Forschungsaufträge erteilen oder Mitarbeiter der Regierung befragen. Das IB darf zu Geheimhaltung gegenüber dem Staat verpflichten. Für das IB zu spionieren ist keine Straftat. Das IB muss als einziges Amt keine Rechenschaftsberichte ablegen. Jedem steht frei offizieller Mitarbeiter (mit Regelgehalt) zu werden oder sich unerkannt und anonym nebenberuflich zu engagieren. Im Falle des anonymen Engagements wird der Mitarbeiter aus dem Etat des IB bezahlt. Deshalb muss es auch keine Rechenschaft ablegen. Es ist niemals eine Straftat für das IB zu arbeiten. Auch nicht für Mitglieder der Regierung, des WSD und des Heeres. Als letztes Mittel ist es dem IB erlaubt, die Revolution auszurufen. Alle Mitglieder dürfen sich in diesem Fall bewaffnet gegen den Staat stellen. Die Beschneidung des Etats oder das Abschalten der Sendeplätze durch die Weltregierung kommt einem Angriff auf das IB gleich und darf mit bewaffnetem Kampf geahndet werden. Eine Inflation als Beschneidung des Etats zu werten ist ohne umfangreiche Verhandlungen nicht zulässig.

Der Diktator

An der Spitze steht der Diktator. Er beschließt Projekte und gründet, bestätigt oder besetzt Ämter und Institutionen. Die Beamten in den Ämtern kümmern sich selbstständig und untereinander abgestimmt um ihre Ressorts. Die Aufgabenbereiche des Diktators sind es nun einerseits als Wächter die Arbeiten der Ämter zu beobachten und andererseits sich die Erde anzusehen (präsent sein) und zu gucken wo man mit Projekten Verbesserungen erwirken kann. Außerdem kann er spontan eingreifen wenn eines der Ämter sich in Bürokratie zu verlieren droht. Zuletzt tritt er als Schlichter auf und versucht Probleme zu lösen bevor sie richtig ernst werden. Alle Mitarbeiter der Regierung einschließlich des Diktators unterliegen der vollen Gerichtsbarkeit. Im Falle einer Klage gegen ein Regierungsmitglied werden fünfzehn der richterlichen Experten vom Investigativen Büro und nur fünf staatliche bestimmt.

Die Bestimmung eines Diktators ist äußerst schwierig. Es wäre unklug, sie dem Volk in einer freien Wahl zu überlassen. Vielmehr muss es so sein, dass man sich durch ein Nominierungssystem unfreiwillig und unbemerkt immer weiter qualifiziert. Dazu ist etwas in der Art eines Amtes für Führungskräfte einzurichten. Dort können Menschen, die sich durch besondere Intelligenz, Pragmatismus, Führungsbereitschaft und Charisma auszeichnen gemeldet werden. Das Amt wird dann eine heimliche Observation vornehmen. Dies ist keine Strafverfolgung und schließt Eingriffe in die Privatsphäre vollständig aus. Kandidaten werden irgendwann darüber informiert und kriegen Studienmodule zu Führungskräften angeboten. Aus den Absolventen werden dann die hohen Amtsträger und aus denen der Diktator bestimmt.

Anfangs, bevor alle Rassen zu einem schwarz-gelben Einheitsbrei vermengt sind oder (besser) alle Menschen den Zustand der völligen rassischen Farbenblindheit erreicht haben, sollte ein wenig darauf geachtet werden, das Amt nacheinander mit unterschiedlichen Rassen zu besetzen. Dabei darf aber keine Quote über der Kompetenz stehen. Niemand will den Rassisten Raum geben aber vielen von ihnen mit einfachen Maßnahmen den Wind aus den Segeln zu nehmen macht vieles viel einfacher. Ich sage es hier und ich werde mich wiederholen: niemand kriegt seine Rache oder seine gerechte Strafe. Wir schaffen eine Zukunft in der es solche Menschen einfach nicht mehr gibt.

Projekte

-Raumfahrt

a) Erkundung
Wir wissen sehr wenig über unser Sonnensystem. Relativ klar ist, dass 1. der Mond leicht zu erreichen ist, 2. der Mars erreichbar ist und 3. dass die Venus unbewohnt und unbewohnbar ist. Um uns unser Sonnensystem zu eigen zu machen ist es notwendig auch den Rest zu erkunden. Ein wichtiger Schritt ist die Kolonialisierung von Mond und Mars. Einerseits als Stützpunkte andererseits als Basislager für weitere Missionen.

b) Müllentsorgung
Im Orbit fliegt sehr viel Abfall herum die Erde ist von einem Müllgürtel geradezu umgeben. Noch viel mehr Müll gibt es auf der Erde selbst. Die Venus bietet sich als gigantische Müllhalde und atomares Endlager an. Es muss sofort eine interstellare Müllentsorgung eingerichtet werden. Sie muss einerseits den Transport des Mülls zur Venus als auch die Reinigung unserer Umlaufbahnen gewährleisten.

c) Militär
Die einzige militärische Gefahr, die der Erde drohen könnte kommt aus dem All. Sie ist zwar von unfassbarer Unwahrscheinlichkeit aber wir können uns leisten uns darauf vorzubereiten. Außerdem drohen immer ganz natürliche Gefahren wie Asteroiden. Daher sollten Raumfahrer immer auch Soldaten sein. Sie müssen im All zur Müllbeseitigung oder zur Zerstörung von Asteroiden häufig schwere moderne Waffensysteme bedienen.

-Wüstennutzung und Wüstenbekämpfung

Es können Tausende von Menschen dafür bezahlt werden die Desertifikation mit Maßnahmen zu bekämpfen. Gleichzeitig können in Wüsten riesige Solaranlagen gebaut werden. Ebenso könnten in Riesenwüsten mit schwachen plattentektonischen Aktivitäten wie der Sahara gigantische Kernenergieparks errichtet werden.

-Energiegewinnung

Es muss versucht werden, sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Ein interessantes Konzept wäre, sämtliche Straßen zu Solarzellen umzubauen. Dies wird gerade in einem Pilotprojektt versucht

Ämter

-Präsidialamt
Der Präsident und sein Stab sowie eine handverlesene Hundertschaft des Weltsicherheitsdienstes

-Finanzamt
Druckt Geld und zahlt Gehälter.

-Amt für Konsum
Informiert über neue Produkte und Trends

-Umweltamt
Rettet die Erde

-Das Heer
Verwaltet das Raumfahrtprogramm

-Amt für Koordination
Regelt die Kommunikation zwischen den Ämtern um die Effizienz zu gewährleisten

-Versorgungsamt
Prüft die Einhaltung des Versorgungsgesetzes. Verwaltet die Versorgungsstützpunkte überall auf der Welt.

-Verkehrsamt
Stellt einen zuverlässigen, weltumspannenden und kostenlosen öffentlichen Personenverkehr sicher

-Das Investigative Büro
Das IB ist für die Überwachung des Staates zuständig und befugt die Revolution auszurufen

-Das notarielle Amt. Übernimmt sämtliche notariellen Angelegenheiten. Darüberhinaus können hier pseudonyme für Künstler vergeben werden. Das notarielle Amt garantiert Geheimhaltung bis eine Straftat vorliegt oder der Künstler selbst das Pseudonym aufgeben und sich bekennen will. Das Amt stellt auch “falsche” Ausweise für das Pseudonym aus und bestätigt es auf Anfrage.

-Amt für Führungskräfte. Jeder kann pragmatische, charismatische und kluge Angestellte beim Amt für Führungskräfte melden. Dieses führt dann erst heimliche Observationen des Gemeldeten durch und meldet sich dann irgendwann bei ihm. Daraufhin werden ihm Studienmodule für Führungskräfte angeboten. Es basiert auf Freiwilligkeit diese Richtung einzuschlagen. Aus den Führungskräften wird dann auch der Diktator gewählt.

Gesetze

– Innovationsgesetz
Zur Bekämpfung der Stagnation in einem konkurrenzlosen System wurde das Innovationsgesetz erlassen. Es beinhaltet ständige Wettbewerbe in verschiedenen wissenschaftlichen oder entwickelnden Disziplinen die mit hohen Summen dotiert sind. Außerdem ist der Staat verpflichtet Ideen seiner Bürger zu prüfen und nach Möglichkeit auch großzügig zu fördern.
Eine Geschäftsidee oder Innovation obliegt der Leitung des Erfinders. Solange er nicht nachweislich inkompetent und ungeeignet ist kann das nicht geändert werden. Er ist auch berechtigt, einen Nachfolger zu bestimmen. Das Gehalt eines solchen Selbstständigen wird solange nach dem staatlichen Gehaltsschlüssel bezahlt, bis ein gewisser Prozentsatz an seinen Umsätzen diesen übersteigt. Dann wird er stattdessen zu diesem Prozentsatz an den Umsätzen beteiligt. Wenn diese irgendwann wieder zurückgehen, kann er vom Staatlichen Gehalt wieder “aufgefangen” werden. Möglicherweise wird er dann aber auch abgesetzt.

-Kompetenzenregelung
Der Planet ist voller kluger Menschen und zu jedem noch so kleinen Subthema gibt es einen Experten. Da alle Menschen für den Staat arbeiten ist es ihm möglich alle Projekte und Arbeiten (außer denen für das IB) mitzuverfolgen. So kann man für jede Position immer den geeignetsten finden. Der Staat verpflichtet sich für jeden Posten den Besten und keine Bekannten oder Verwandten von Regierungsmitgliedern zu wählen. Das IB kann den Entscheidungsprozess einsehen.

-Versorgungsgesetz
Überall auf dem Planeten muss die Grundversorgung gewährleistet sein. Egal wo auf der Erde man sich aufhält muss es möglich sein innerhalb von einer Stunde aus jeder Situation durch den WSD geborgen und versorgt zu werden. Jeder Bürger muss sich kostenlos ernähren, transportieren oder behandeln lassen können.

-Religionsregelung
Es herrscht absolute Religionsfreiheit. Jede Religion wird auf Humanismus und Toleranz geprüft. Wenn sie in diesem Zuge nicht verboten wird steht sie jedem Bürger offen. Jeder Religion steht eine autonome Zone zur Verfügung in der die tradierten Gesetze und Richtlinien uneingeschränkte Gültigkeit haben. Der Aufenthalt in einer solchen autonomen Zone muss freiwillig erfolgen. Ein Hilferuf wegen Gefangenhaltung in der autonomen Zone zieht einen sofortigen und massiven Einmarsch des WSD nach sich.

Bildung

Das Bildungssystem des neuen Weltstaats ist das fortschrittlichste und flexibelste aller Zeiten. Entgegen der Kampagnenslogans früherer Politiker bleibt hier tatsächlich kein Kind zurück.

Das Bildungssystem ist in Module eingeteilt, deren Basis Pflicht ist. Mit zunehmendem Alter wird die Modulauswahl immer breiter und selbstständiger. Es ist unter Umständen möglich Hobbys und Freizeitaktivitäten in den Modulkatalog aufzunehmen.

Bereits im Kindergarten werden junge Bürger spielerisch mit Bildung konfrontiert. Es darf aber nie Leistungsdruck entstehen. Kinder müssen spielen.

Auf den Kindergarten folgt die Grundschule. Die Kinder lernen die Grundrechenarten (Mathematik I) und sowohl die Mutter- als auch die Weltsprache in Wort und Schrift (Deutsch I und Weltsprache I). Der Rest des festen Lehrplans besteht zu gleichen Teilen aus Erdkunde und Allgemeinwissen. Darüberhinaus werden kindliche Spaßaktivitäten angeboten aus denen die Kinder wählen können. Da wären beispielsweise Legospielen (Konstruktion I), Basteln (Design I), Zeichnen (Kunst I) Sportaktivitäten (Sport I) usw. usf…

Es folgt kein Übergang auf eine weiterführende Schule, sondern eine langsame Aufdröselung nach persönlichem Bildungsmodell. Je spezieller die Module und je schwieriger ihr Inhalt wird, desto seltener werden die unterrichtenden Einrichtungen. Jede Stadt sollte ihr mathematisches Institut, ihre Bibliothek, jeder Ballungsraum, seine Uniklinik, Physik und Biologie haben. Aber manche Fächer und Module können auch so selten sein, dass man sie womöglich nur einmal auf einem Kontinent hat. So ist eine breite Bildung gleichzeitig auch mit Reisen und Herumkommen verbunden und bildet ganz nebenher eine gewisse Weltgewandtheit. Durch das wechseln ihres sozialen Umfelds kriegen die Schüler eine soziale Integrität vermittelt. Die Architektur von Schulen und Wohnheimen für Schüler und Studenten muss von daher immer um Begegnung und Interaktion zwischen Fremden bemüht sein. Für den erfolgreichen Abschluss eines Moduls gibt es eine kleine finanzielle Prämie. Diese steigt mit Schwierigkeit des Moduls. Möglicherweise kann man durch diese Prämien auch unpopuläre Module interessant machen. Zwar sind Unterbringung, Transport und Versorgung Grundrechte eines jeden Menschen, aber ein Batzen Geld für ein paar abgeschlossene Module macht die Ferien doch deutlich geiler.

Mit erreichen eines gewissen Alters oder (für Fleißige) einer gewissen Anzahl abgeschlossener Module erreicht man die Arbeitsphase. In der Arbeitsphase wird eine Ausbildung absolviert. Mit Beginn der Ausbildung beginnt die Leistungsphase. Von nun an wird die Zeit dem Lehrjahrmultiplikator hinzugefügt. Mit Abschluss der Ausbildung (und nach Verprassen der Prämie) steht der, nun mündige und wahlberechtigte Bürger wieder vor der Wahl:

a. Er kann nun arbeiten. Die Länge der Ausbildung setzt sein Startgehalt fest. Es steigt kontinuierlich mit Dienstjahren. Spätere Fort- und Weiterbildungen werden den Lehrjahrmultiplikator hinzugefügt und erhöhen das Gehalt dadurch nochmal.
b. Er kann seine Ausbildung fortsetzen und Spezialist werden. Die erhöhte Ausbildungszeit führt später zu einem höheren Startgehalt.
c. Er kann den akademischen Weg einschlagen und auf Studienmodule zugreifen, die auch dem Lehrjahrmultiplikator zugefügt werden.

Wie bereits erwähnt sind Reisen und beiläufige Bildung ständige Elemente des Bildungssystems. Bereits im Kindergarten werden häufig ausgedehnte Ausflüge unternommen. Dabei unterhalten die Pädagogen die Kinder mit spannenden Geschichten und Personen aus der beausflugten Region. Während der Bastel- oder Handarbeitsmodule werden Kinderbücher vorgelesen. Gerne Reise- und Abenteuerromane.

Später, wenn die jungen Schüler Pendeln müssen um ihre Wunschmodule absolvieren zu können kommen sie in ihrer Heimatregion herum. Sie lernen früh über den Tellerrand hinauszublicken und ihre Nachbarstädte und viele Mitmenschen kennen.

Irgendwann ist es mit Pendeln nicht mehr getan weil die Entfernung soweit steigt. Nun werden sie angemessen untergebracht. Die jüngeren in einer internatartigen Umgebung. Mit zunehmendem Alter geht die Überwachung und Beaufsichtigung immer weiter zurück. Die Ältesten dann in normalen Wohnheimen.

Die Bürger können so auf ein Leben als Erdbewohner, jenseits von Nation und Ethnie vorbereitet werden.

Bildung II Schriftgut

Jedwedes Schrifttum muss jedem Menschen auf Erden frei zugänglich sein. Gewährleistet wird das durch eine weltweite Plattform über die Schriften digital abgerufen werden können. Sie enthält von schulischen Aufsätzen über Zeitungsartikel bis hin zu selbstständigen Publikationen alles. Dort hat jeder Bürger spätestens seit dem Bildungsmodul Sprache I einen Account. Pseudonyme werden beim Notariellen Amt beantragt.

Nur die Digitalform ist kostenlos. Ein staatlicher Einheitsverlag liefert die Schriften in simpelster Buchform. Ihr Preis setzt sich nach dem Index verbrauchter Rohstoffe zusammen. Den Autoren oder (staatlich-) privaten Verlagen steht es frei “Deluxeausgaben” zu erstellen und einen Verdienst aufzuschlagen.

Autoren werden nach Klicks im Internet bezahlt und prozentual an den staatlichen Druckausgaben beteiligt (sind im Index enthalten).

Um den Status des Autoren mit Festgehalt plus Umsätze zu erhalten müssen Bedingungen erfüllt werden. Es empfiehlt sich ein bezahltes Urlaubsjahr zu nutzen um diese Bedingungen abzuleisten.

Die Autorenschaft entfällt wenn keiner die Werke lesen will und auch nichts neues mehr kommt.

Arbeit

Jeder Bürger hat einen Anspruch auf Arbeit, sobald er die Ausbildung beendet hat. Jeder Mensch bekommt grundsätzlich das gleiche Grundgehalt. Das reale Gehalt richtet sich nach den erforderlichen Lehrjahren zur Ausübung seiner Tätigkeit, multipliziert mit dem Grundgehalt. Nachträgliche Fortbildungen werden auf diesen Lehrjahrmultiplikator aufgeschlagen. Das Gehalt steigt mit den Dienstjahren. Jeder Bürger hat das Recht auf drei Monate Urlaub im Jahr. Es kann Sonderfälle für unersetzbare Positionen und Personalien geben. Diese Möglichkeit muss allerdings vor Zustandekommen eines Angestelltenverhältnisses bekannt, nachvollziehbar und besonders Vergütet sein. Darüber hinaus steht jedem Angestellten alle fünf Jahre ein Urlaubsjahr bei vollem Gehalt zu. Er kann diese Zeit selbstverständlich auch zur Fort- und Umbildung nutzen. Bei berufsrelevanten Modulen kann das den Lehrjahrmultiplikator erhöhen.

Jeder steigt stetig in der Gehaltsstufe auf. Höhere Positionen werden nur bei einer längeren Qualifikationszeit höher besoldet. Sie werden nur an den Richtigen vergeben. So sollen Kommunikationsengpässe wegen Unzufriedenheit oder Ehrgeiz eingedämmt werden.

Jeder hat mit 60 Jahren Anspruch auf Rente. Beim Eintritt wird das letzte Gehalt um 50% erhöht und bis zum Tod bezahlt.

Niemand wird gezwungen sich diesem System unterzuordnen. Jeder Mensch kann sich ohne Geld gut ernähren, um die Welt reisen, angemessen wohnen und gemeinhin tun, was er will. Er kann sich halt nichts cooles kaufen. Wer also meint ein Leben frei von Materialismus und Arbeit führen zu müssen, sei hiermit ausdrücklich angewiesen, das auch zu tun. Der Erde und ihren Rohstoffen können Menschen, die sich dem Konsum verweigern nur gut tun. Maßnahmen als Kommune auf einem Hof Subsistenzwirtschaft zu betreiben werden durch den Staat gefördert.
Des Weiteren lässt sich auch diese Form der Selbstverwirklichung zum Nutzen des Staates einsetzen. Derartige Kommunen könnten in neugeschaffenen Naturreservaten leben und als Ranger fungieren, als Botschafter in deutlich erweiterten Indianerreservaten leben und vieles mehr. So ließen sich traumwandlerische Blumenkinder gar noch in den WSD integrieren. Aber wie gesagt – niemand wird zu irgendetwas gezwungen.

Die bewaffneten Kräfte

Die Welt wird nicht frei von Waffen sein. Verschiedene Sportarten enthalten Waffen, ebenso einige Berufsgruppen, wie beispielsweise Jäger. Darüberhinaus birgt die Welt, solange sie nicht vollständig dem Territorium des Weltstaats angehört einige politische Gefahren, die auch mit Waffen einhergehen. So ist es ratsam den Staat mit einer zertifizierten bewaffneten Truppe zu schützen. Dabei gibt es einerseits Gefahren von außerhalb und andererseits Gefahren von innerhalb des Staates abzuwehren. Jene, die den Staat nach außen hin verteidigen schützen den Staat als abstraktes künstliches Konstrukt. Jene, die den Staat nach innen schützen, verteidigen ihn als Gesamtheit aller seiner Bürger. Folglich muss eine Truppe zum Schutz des Konstrukts und eine Truppe zum Schutz der Menschen existieren. Da diese beiden Bestrebungen teilweise konträr zueinander verlaufen, müssen diese Truppen getrennt sein. Den Schutz der Menschen übernimmt der Weltsicherheitsdienst. Den Schutz des Konstrukts trägt das Heer. Das Heer darf niemals gegen Bürger des Staates operieren. In Anbetracht des weltumspannenden Anspruchs des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus gilt jeder Erdenbürger als Staatsbürger. Auch dann, wenn er in einem Gebiet lebt, dass der Annexion durch den Staat noch widersteht. Das Heer kann also auf der Erde nicht operieren. Im Folgenden seien beide Verbände einzeln erläutert.

Der Weltsicherheitsdienst (WSD)
Der Weltsicherheitsdienst stellt die Sicherheit aller Menschen auf der Welt sicher. Dazu übernimmt die Arbeiten der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Polizei. Er unterhält auch Rettungsstationen in der Wildnis und in den Ozeanen. Der WSD stellt sich dem Auftrag jeden Menschen überall auf der Welt jederzeit retten und beschützen zu können. Auch Sherpas und derartige Berufsgruppen können in die Truppe integriert werden. Der Weltsicherheitsdienst schützt den Staat als die Gesamtheit seiner Bürger, nicht als Konstrukt. Wenn also eine Gruppe einer Minderheit von Staatsbürgern dem Staat Widerstand leistet und dabei eine Mehrheit von Staatsbürgern gefährdet, dann muss der WSD eingreifen. Wenn aber eine Mehrheit von Staatsbürgern Widerstand leistet ohne eine Gefahr für andere darzustellen sind dem WSD die Hände gebunden und der Staat ist gescheitert.

Das Heer wurde bereits in mehreren Punkten ausführlich erläutert. Vorerst spare ich mir das hier.

Natur und Nachhaltigkeit

Wohnen

Ein heftiger Einschnitt muss in den gegenwärtigen Wohnsituationen vorgenommen werden. Um die Natur zurück zu einer gewissen Ursprünglichkeit zu führen muss der Mensch sich gerade angesichts seiner stetig zunehmenden Masse zurückziehen. Dazu gehört es, den Erwerb und die Bebauung eigenen Landes drastisch einzuschränken. Es darf keine Vororte geben, deren Größe ein Vielfaches der Innenstadt beträgt, deren Bevölkerung aber nur einen Bruchteil davon ausmacht. Die Städte müssen kompakter werden. Kleiner und höher. Viel höher. Die neue Welt bietet nicht mehr jedem Platz für ein Häuschen am Stadtrand. Allerdings bietet die Stadt auch viel schönes, wenn man sie anständig strukturiert und viele Wohnmodelle wurden noch nie ausgetestet. Vielleicht wird es Zeit mal ein paar der utopischen Konzepte aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts vom architektonischen Dachboden zu holen und neu zu überdenken. Um die Städte herum sollte es einen Ring von Kulturland geben, das ganz oder beinahe in der Lage ist, die Stadt zu ernähren. Dennoch muss es “Kornkammern” geben, Orte, die einen gewissen Überfluss garantieren und chronisch schwache oder temporär geschwächte Regionen unterstützen können.

Wenn das erreicht ist kann die Rückeroberung des Planeten durch die Natur beginnen. Dabei steht dann natürlich nicht die Sicherheit des Menschen sondern eine möglichst hohe Artenvielfalt im Fokus der Planung. Außerstädtische Areale sollen schier überquellen vor Tigern, Löwen, Wölfen und allerlei anderem gefährlichen Gesocks. Natürlich dürfen Städte sich dagegen mit Zäunen schützen. Die Natur muss ungezähmt sein ungeachtet der Gefahren, die sich dadurch womöglich für den Menschen entwickeln. Touristisch erschlossene Naturgebiete müssen möglichst klein gehalten sein. Für indigene Völker können Sonderregelungen, die den Schutz der Natur beinhalten gefunden werden.

Polizeistaat und Kriminalität

Der Weltstaat unter dem wahldiktatorischen Kapitalkommunismus ist, da braucht man sich nichts vorzumachen, ein astreiner Polizeistaat. Die einheitliche Datenerfassung auf sämtlichen Gebieten des Lebens, muss in jedem Datenschützer zurecht die Galle zum Brodeln bringen. Zum Schutze der Bürger vor diesem beängstigenden System, muss einerseits eine weitreichende Entkriminalisierung menschlicher Umtriebe vorgenommen werden und andererseits der Staat selbst sich in die Grauzonen des moralisch gerade noch vertretbaren begeben.

Der Staat als Waffenhändler
Wie bereits geschildert kommt ein Staat freier Menschen nicht gänzlich ohne Waffen aus. Gerade der Anspruch, den Menschen so wenig wie möglich zu verbieten steht dem entgegen. Selbstverständlich müssen alle Waffen im Umlauf registriert sein. Der Waffenschein ist eine komplexe Angelegenheit. Für Waffenhalter werden kostenlos Waffenlager angeboten. Zusammen mit Händlern und Schießständen sind solche Waffenlager wunderbare Orte für Fans. Die Aufbewahrung einer Waffe zu Hause jedoch unterliegt strengsten Restriktionen. Unter anderem unangekündigte Kontrollen ob die Aufbewahrungsbestimmungen eingehalten werden.

Der Staat als Rauschmittelproduzent
Es ist schwierig bis unmöglich im Rücken eines allmächtigen Polizeistaats Drogen herzustellen und zu vertreiben. Der freie Mensch muss aber die Möglichkeit haben frei zu entscheiden. Solange er niemand anderen gefährdet oder stark traumatisiert soll er auch Entscheidungen treffen können, die ihn umbringen.
Als Braumeister und Schnapsbrenner ist der Staat grundsätzlich ohnehin im Geschäft mit der Sucht involviert. Private Hersteller von Alkohol unterliegen Beschränkungen. Städter dürfen nur einige Liter, Subsistenzwirtschafter etwas mehr produzieren. Sobald die Nachfrage zu einem privaten Produkt wächst, darf der Staat es nicht verbieten sondern muss die Markengründung unterstützen.
Ein weiteres ungesundes Suchtmittel ist Tabak. Der Staat wird Tabakherstellung und -handel wie gehabt fortführen. Das Indexpreissystem wird die Kosten wohl in etwa beim aktuellen Stand halten.
Schwieriger wird es bei den als Drogen klassifizierten Substanzen. Dem Marihuanaanbau als medizinischen Grundstoff und Genussmittel steht nichts im Wege. Der Index wird den Preis bestimmen. Auch hier wird wie bei Alkohol auf Beschränkungen und Kontrolle ihrer Einhaltung zurückgegriffen. Schwierig wird es bei allen härteren Drogen. Einige besonders üble wie Meth oder Crack müssen vollständig verdrängt werden, andere wie Kokain, LSD oder Designerdrogen haben durchaus eine gewisse Daseinsberechtigung. Der Staat sollte sich in diesem Fall nicht der Herstellung schuldig machen. Er soll die Privatwirtschaft tolerieren. Das Bewerben, Unterjubeln oder Strecken mit Giften von harten Drogen muss mit aller Macht des Rechtsstaats bekämpft werden. Die Herstellung nach bestem Wissen und Gewissen, der Vertrieb im kleinen Rahmen, sowie Erwerb, Besitz und Konsum sind ausdrücklich erlaubt. Selbstverständlich kann der Staat als Arbeitgeber dem bemerkbaren Einfluss des Konsums eines Angestellten angemessen begegnen. An Zwangstherapie gekoppelte Arbeitsverbote wären eine Möglichkeit. Vergangene Auffälligkeiten im Rahmen des abgeschlossenen und therapierten Drogenkonsums dürfen später keine negativen Punkte zuungunsten einer Beförderung sein. Das IB kann Ernennungsprozesse mitverfolgen und feststellen ob jemand aufgrund einer schwierigen Vergangenheit trotz höchster Kompetenz abgelehnt wurde.

Ähnlich wie bei den Waffenlagern können Marihuanabauern, Bierbrauer oder Schnapsbrenner Gemeinschaften bilden. In Anlagen, die den Kontrollorganen ständig zugänglich sind können sie sich gemeinsam der Herstellung, dem Konsum und dem Vertrieb im kleinen Rahmen widmen und haben nicht unter privaten Restriktionen durch staatliche Kontrolleure zu leiden.

Der Staat als Opfer von Vandalismus
Zerstörung ist schlecht. Unerlaubte Veränderung muss aber keine Zerstörung sein. Sachbeschädigung am Eigentum des Staats und seiner Bürger wird geahndet und bestraft. Nicht direkt unter Sachbeschädigung fällt der Tatbestand der Schmiererei. Der öffentliche Raum sollte konsequenterweise durch die Öffentlichkeit gestaltet werden. Natürlich gibt es eine geplante öffentliche Gestaltung (Anwohnerbeschlüsse etc.), eine verfehlte Gestaltung (Mintgrün gestrichene Zechenhäuser) und Gestaltungslosigkeit (Industriebrachen, Bahntrassen, verwahrloste Viertel). Wenn der Staat oder seine Organe es versäumen ein gefälliges Gestaltungskonzept umzusetzen liegt die Gestaltung in der Hand der Zeit und die Zeit drückt sich in ihrer Kunstform aus. Wenn ein nach den Wünschen der Anwohner gestalteter Raum durch Schmierereien verändert wird obliegt die Entscheidung ob dies als Straftat geahndet wird bei den Betroffenen. Jenen, die dem Anblick ausgesetzt sind. Es wird per Wahl entschieden. Die optische Veränderung eines ungestalteten Raumes ist nie verboten. Selbstverständlich kann der WSD nicht zulassen, dass Menschen sich durch illegales Betreten der Gleisanlagen in Gefahr bringen und muss das Betreten verbieten. Daraus resultierende Strafprozesse beziehen sich aber dann immer auf das Betreten des Sperrgebiets, nicht auf optische Manipulationen der Umgebung.

Selbstverständlich hat der Staat den Künstlern seiner Zeit auch Plattformen bereitzustellen. Freie Wände an ungefährlichen aber weithin sichtbaren Stellen. Vielleicht einen nächtlichen Betriebsstopp während dem alle Gleisanlagen offiziell dem Fußgängerverkehr freigegeben werden.

Wahlen

Die entscheidenden Personen und Institutionen brauchen nicht zum Selbsterhalt oder aus Habsucht entscheiden, sondern sollten unbedingt sinnvoll entscheiden. Um sinnvoll entscheiden zu können, sollten soviele Betroffene wie möglich im Entscheidungsprozess involviert sein. Dazu werden ständig Wahlen zu allen möglichen Themen abgehalten, die alle über den Bürgeraccount getätigt werden können. Dabei kann es sich um alles von der Straßenumbenennung, über eine neue Bushaltestelle bis hin zu einer neuen Schule handeln. Aber auch Arbeitgeber können darüber Wahlen erstellen an denen nur Mitarbeiter teilnehmen können. Überhaupt werden nur Bürger zur Wahl zugelassen, die betroffen sind. Das kann auch in Abstufungen erfolgen. Wenn beispielsweise ein Stadtteil drastisch verändert werden soll, dann haben die Bewohner des Stadtteils eine doppelt gewertete Stimme, Bewohner der Stadt eine Stimme und Pendler von außerhalb, die im Stadtteil arbeiten eine halbe.

Der Bürger hat im wahldiktatorischen Kapitalkommunismus also ständig die Wahl und da es nicht um Geld geht, wird die Wahl ernstgenommen. Allerdings – und da kommt das diktatorische Element ins Spiel – kaum Einfluss auf Personen. Die Kompetenzregelung sieht keine Wahl für Posten vor, sondern die kompetenteste Person. Zwischen mehreren gleichkompetenten kommt natürlich wieder die Wahl ins Spiel.

Das Internet

Es ist unmöglich sinnvolle Schutzgesetze für das Internet zu formulieren. Es wuchert und wächst und nichts, was damit zu tun hat ist ist kontrollier- oder vorhersehbar. Sowohl Staaten als auch Bürger machen sich quasi ständig des Missbrauchs dieses Mediums schuldig. Möglicherweise lässt sich ein akzeptabler Rahmen finden.

Der Bürgeraccount

Alle relevanten Daten eines Menschen sind unter seinem Bürgeraccount zusammengefasst. Der Bürgeraccount bietet alles vom sozialen Netzwerk bis hin zum Wahlwerkzeug. Sämtliche belegten und abgeschlossenen Bildungsmodule, Lehrjahrmultiplikatorrechner, Gehälter, Arbeiten, Straftaten, Quittungen und alle weiteren Informationen werden hier abgelegt. Quittungen und weitere banale Informationen können natürlich von Hand gelöscht werden. Der Staat betreibt hier nur Verbraucherschutz indem er dem Bürger verifizierte digitale Beweise zur Hand gibt. Das erspart Papierzettel archivieren zu müssen. Jedem Bürger steht völlig frei, was er der Allgemeinheit zugänglich macht.
Wenn er sich bewirbt schaltet er dem Personalchef automatisch relevante Informationen wie Bildungsmodule frei. Natürlich keine abgebüßten Straftaten oder ähnliches. Es ist dem Staat nicht erlaubt Bürgerdaten woanders als unter dem Bürgeraccount abzuspeichern. Der Vorteil für Bürger besteht also darin immer zu wissen, was der Staat über einen weiß und gespeichert hat. Das Portal ist auch Wahlkabine. Es ist nicht bei jeder Wahl jeder Bürger stimmberechtigt. Sämtliche relevanten Wahlen werden über das Portal automatisch vorgelegt. Alle nötigen Informationen für eine bewusste Wahl sind verlinkt. Die Abstimmung erfolgt direkt per Klick. Auf Livestatistiken kann man den Verlauf direkt mitverfolgen. Jeder kann entscheiden ob er anonym abstimmt oder personalisiert (etwa um Freunde zu mobilisieren). Natürlich bietet der Bürgeraccount auch alle Vorteile und Funktionen eines sozialen Netzwerks. Soweit man sich darauf einlässt natürlich.
Der Zugriff auf dieses Netzwerk von außerhalb unterliegt verschiedenen Regelungen. Was man allgemein zugänglich macht entscheidet jeder selbst. Man kann sogar den eigenen Namen völlig verstecken. Bildungseinrichtungen haben Zugriff auf den ganzen Bildungsbereich des Accounts. Ärzte haben Zugriff auf den medizinischen Bereich. Firmen haben Zugriff auf den Arbeitsbereich ihrer Mitarbeiter. Man kann verschiedene Protokolle einrichten. Zum Beispiel Onlinehändlern Lieferadressen und Kontodaten zukommen lassen. Der WSD kann beim Staatsanwalt gewisse Informationen abrufen. Der muss sich dann an eine kleine Gruppe von Menschen wenden, die vollen Zugriff auf alle Profile haben. Diese obersten Überwacher werden gewählt und sind allgemein bekannt. Sie können sich jeweils nur an ihrem Arbeitsplatz einloggen. Der Arbeitsplatz wird von mehreren Mitgliedern des Staats und des IBs vollständig überwacht. Die können sich zwar nicht in die Profile einloggen aber alles sehen, was auf dem Bildschirm des Überwachers angezeigt wird. Bei Missbrauch seiner Macht wird er sofort abgesetzt. Die Überwachung erfolgt an einem Ort und durch Personen, die dem Überwacher unbekannt sind. So kann er keinen Einfluss auf seine Wächter nehmen.

Es Werden niemals nirgendwo Trackingdaten gespeichert. Verläufe, Cookies und ähnliches sind grundsätzlich nur auf dem eigenen Zugangsgerät gespeichert und nach Löschung durch den User restlos für alle Zeiten gelöscht.

Natürlich können andere Leute andere soziale Netzwerke programmieren und anbieten aber der krasse Leistungsumfang des Bürgeraccounts wird wohl über kurz oder lang alles andere verdrängen.
Auch wenn der Staat stets bemüht ist, die Brandherde der Revolution auf einer leicht entflammbaren Glut zu erhalten, wird der wahldiktatorische Kapitalkommunismus bei sauberer Umsetzung wohl auf kurz oder lang jedes Misstrauen seiner Bürger verlieren. Spätestens dann würden Alternativen zum Bürgeraccount wohl nutzlos werden.

Zur Umsetzung

Die meisten Revolutionen scheitern am selben Faktor: den Revoluzzern. Getrieben von der Überzeugung für die einzige Wahrheit zu kämpfen und zu sterben, fällt es leicht Andersdenkende und Querläufer als wertlose Unbelehrbare oder, schlimmer noch, als Handlanger der alten Mächte und damit “böse” zu stigmatisieren und zu entmenschlichen. Die Grundlage völkisch tolerierten Terrors. Das führt zu Pogromen und Hetzjagden, die längst nicht bei den Gegnern enden, sondern sich gerne mal auf “verdächtige” Revolutionäre in den eigenen Reihen ausweiten. Ob französische Revolution oder die Machtergreifungen der asiatischen Kommunisten – die Revolution frisst ihre Kinder. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus kann und darf kein Ergebnis des bewaffneten Kampfes werden. Ihn auf Blut zu errichten würde ihn seiner Legitimation berauben noch bevor er wirklich etabliert wäre.

Darüberhinaus muss der Staat auf einer weltumspannenden Fläche, die mindestens 4/5 aller Landflächen beinhaltet zeitgleich entstehen. Das ist als Bedingung absolut unumgänglich, weil nur so ein Wirtschaftssystem etabliert werden kann, das vom Rest der Welt unabhängig existieren kann. Gleichzeitig können die verbliebenen freien Märkte nur so ausgetrocknet werden. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus will und muss immer und überall die absolute Weltherrschaft anstreben. Armut und Warenknappheit in den verschiedenen isolierten Konklaven werden diesem Ziel früher oder später gewaltfrei gerecht. Revolutionen in diesen letzten Ländern müssen, vorausgesetzt sie werden zweifellos von der deutlich überwiegenden Mehrheit der Einwohner getragen, unterstützt werden. Länder, die ausschließlich konstituiert werden um dem Wahldiktatorischen Kapitalkommunismus Widerstand zu leisten müssen in Frieden gelassen werden. Ihre Existenz wird einfach ignoriert. Jedem Bürger einer solchen Konklave stehen sobald er über die Grenze tritt alle Rechte eines Bürgers zu. Er darf kostenlos reisen, essen, leben, filmen und zu Hause berichten, was er will. Natürlich wird er beim Grenzübergang auf Waffen gefilzt und ständig locker überwacht. Er ist immerhin unser Feind.

Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus ist kein faschistisches System. Maßnahmen zu seiner Durchsetzung oder Erhaltung, die zweifelsfrei als faschistisch klassifiziert werden können sind nicht zulässig. Sobald faschistische Maßnahmen zur Durchsetzung oder Erhaltung des Systems ergriffen werden, darf diese Regierungsform als gescheitert betrachtet werden.

Den heißblütigen, zornigen, die bei der Errichtung des Systems in der vordersten Reihe stehen werden, sei direkt an dieser Stelle gesagt, dass sie ihre Rache nicht kriegen werden. An keinem ihrer Feinde. Je weniger Repressionen wir unseren Feinden auferlegen, desto leichter fällt es ihnen, sich zu unserer Sache zu bekennen. Auch die Unbelehrbaren müssen in Frieden aussterben dürfen. Es liegt an uns eine Welt zu errichten in der es jedem Menschen viel zu gut geht um sich an Demagogen zu hängen.

Für gewöhnlich gehen Revolutionen von den Scheiterern und Verlierern einer Gesellschaft aus und richten sich gegen die Aufsteiger und Gewinner. Diese wiederum haben aber die Finanzkraft und die Durchtriebenheit der Erfolgreichen auf ihrer Seite und alle Mittel und Möglichkeiten, der Errichtung des neuen Staates dicke, fette Steine in den Weg zu legen. Darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Niemals.
Grundsätzlich dürfen reiche Menschen nicht um ihr Vermögen bangen müssen. Es muss ihnen garantiert sein, dass sie auch nach Einführung der Weltwährung (nein, nicht der Worldo) wohlhabende Menschen sein werden.
Im Folgenden behaupte ich in meiner jugendlichen Naivität, dass es zwei Arten von Reichen gibt und erkläre, wie sie zu behandeln sind.

Es gibt die hart arbeitenden, die sich und ihren Nachkommen ein sorgenfreies Leben ermöglichen wollen und/oder eine Firma aufgebaut haben an denen ihr Herz hängt. Es ist leicht sie zu gewinnen, da sie reich bleiben und sie und ihre Nachfahren sorgenfreier denn je leben können. In Folge des Innovationsgesetzes bleiben sie im Besitz ihrer Firmen und profitieren weiterhin von den Gewinnen. Außerdem können sie sie durch Wahl eines Nachfolgers auch im Familienbesitz halten. Möglicherweise lässt sich das Gesetz durch einen Erbparagraphen noch sicherer für Familienbetriebe gestalten, sodass Erben Ihre Firma zugrunde richten dürfen und nicht als inkompetent gekündigt werden.

Dann gibt es die Arschreichen, widerwärtige soziopathische Bastarde, die sich immer auf Kosten der Ärmsten bereichert haben und über keinerlei Empathie verfügen. Diesen Leuten seien ihre Imperien mit exorbitanten Summen als Abfindung abzunehmen und ihnen sei Straffreiheit garantiert. Danach muss man einfach abwarten bis sie ausgestorben sind. Die neue Welt wird solche Menschen nicht mehr hervorbringen weil ihre Lebensläufe nicht mehr möglich sein werden.

Das waren die Reichen. Aber sie sind bei Weitem nicht der einzige Herd des Widerstandes.

Da gibt es die Zweifler, die vernünftigen Menschen, denen eine weltumfassende Diktatur erstmal nicht die allerbeste Idee zu sein scheint. Auf gar keinen Fall dürfen diese Menschen angegangen oder verfolgt werden. Getragen wird die Idee vielleicht durch die unbezwingbare Masse des Proletariats – geschützt und erhalten wird sie durch die Skeptiker, die sie hinterfragen. Jedem Unglücklichen muss ein hochdotierter Posten im Investigativen Büro angeboten werden. Er muss Einblick erhalten in alle Daten, die zugänglich sind. Es ist seine Aufgabe Fehler im System zu entdecken und anzuprangern. Den faulen Stinkern, die bislang ihr vollständig selbstverschuldetes Versagen dem System untergejubelt haben, wird ihr Gehalt ihre unnützen Mäuler stopfen. Den Denkern aber, den verhinderten Freigeistern, wird ihr Gehalt den Rückhalt geben, alle ihre Energien auf die Rettung der Welt zu verwenden. Ihre Mahnungen und Hinweise werden das System perfektionieren. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus muss immer bestrebt sein, sich im Sinne der Menschheit zu perfektionieren.

Dann wären da noch die Religionen. Dort sollte trocken und pragmatisch vorgegangen werden, da es sich um Wespennester handelt. Religiöse Gruppierungen mit Weltherrschaftsambitionen werden nicht toleriert. Dazu gibt es ein theosophisches Modell: Gott kann nur sein, wer alle Geschöpfe gleichermaßen als die eigene Schöpfung definiert und gleichzeitig will, dass es allen Geschöpfen gutgeht. Die Geschichte sollte selbst dem blödesten Gott klargemacht haben, dass Religionskriege niemandem helfen. Erst recht nicht der eigenen Religion. Folglich wird ein Gott, der den Geschöpfen ein Leid zufügen will verboten. Nicht die Religionsgemeinschaft – der Gott selbst. Der Staat erklärt also gewaltbereiten Göttern den Krieg. Nun haben sie die Chance den Staat durch Plagen und solche Dinge zu bekämpfen. Wenn sie das tun ist diese Schrift nichtig. Ich gehe also im Folgenden davon aus, dass keine Reaktion erfolgt. Das wird ein paar wenigen Gläubigen zeigen, dass ihr Gott anscheinend kein Problem mit dem Staat hat und das Friedensgebot für einhaltenswert erachtet. Außerdem ist zu hoffen, dass es gemäßigt Gleichgläubigen möglich ist den aggressiven zu sagen: “ihr glaubt nicht an den selben Gott wie wir!” (So wie es gerade zwischen Muslimen und ISIS-Schändern zu beobachten ist). So könnte es sein, dass sich ihre Solidarität zu den ungeliebten Außenflügeln auflöst. Jede Religion darf predigen, den einzigen Weg zum Heil zu kennen und das alle anderen in die Hölle kommen aber sie muss akzeptieren, dass eine säkulare Friedensherrschaft besser ist, als ein blutgetränkter Gottesstaat. Auf die autonomen Zonen wird bereits an anderer Stelle eingegangen.
Bei Heiligtümern mehrerer Religionen obliegt es den Religionsgemeinschaften, sich auf eine gemeinsame Nutzung zu einigen. Wenn keine Einigung zustandekommt wird das Objekt zu einer profanen Touristenattraktion umfunktioniert.

Die letzte Gruppe ist die der Feinde. Namentlich: Rassisten und Faschisten. Auf diese Gruppierungen braucht keinerlei Rücksicht genommen zu werden. Sie sind nicht nur Feinde des Systems sondern auch Feinde der Menschheit und der Schöpfung an sich. Ihrem Widerstand innerhalb der Weltgemeinschaft darf jederzeit mit aller gebotener Gewalt entgegengetreten werden. Alles andere wäre verantwortungslos. Allerdings muss man ihnen nicht den Krieg erklären. Man kann ihnen – vorausgesetzt sie schaffen es sich halbwegs zu organisieren – ein Stück weit geben, was sie wollen. Wenn sie möchten dürfen sie sich irgendwo ein kleines Deutsches Reich errichten und werden als Staat, der sich konstituiert um Widerstand zu leisten betrachtet. Möglicherweise kann man ihnen isolierte Reservate wie Inseln zuteilen und warten bis die inzestuösen Erscheinungen ihres Zuchtwahns sie in die Lebensunfähigkeit treiben.

Eine große Frage ergibt sich aus dem plötzlichen Reichtum. Für uns planetare Schmarotzer in der ersten Welt ist ein Dasein trotz Armut im Überschuss nichts ungewöhnliches. Für die meisten Menschen auf der Erde schon. Auch wenn es der Anspruch ist jedem Menschen dieselben Chancen und Optionen zu garantieren, muss die Umsetzung vorsichtig erfolgen. Wenn plötzlich alle Menschen den selben Konsumwahn, wie die Abendländer entwickeln war es das mit der Erde. Man muss die Menschen, die Jahrhunderte gegen das Verhungern ankämpfen mussten vorsichtig an ein sorgloses Leben heranführen, damit nicht alles zusammenbricht. Die naheliegende Strategie wäre es wohl, mit einem Affenzahn hilfreiche Großprojekte in den jeweiligen Ländern zu realisieren, bevor man alle Grenzen völlig einreißt. Die Menschen hätten also eine tatsächlich schwierige Wahl, ob sie ihre Heimat zu einem Paradies umbauen wollen oder abhauen.

Zum Schluss dann stellt sich die Frage nach dem ersten Herrscher. Wenn ich die Einführung meines Systems erleben sollte, ist natürlich klar, dass ich den Posten erhalten sollte. Ich wäre ein ausgezeichneter Herrscher. Das verspreche ich. Wenn nicht wird es schwieriger. Ich kann nur raten, den weisesten, tolerantesten und entschiedensten zu wählen. Viele Leser dieses Traktats müssen den Eindruck haben, dass dieser Mensch, das System des Glückes und der Liebe als solches verstanden hat. Wenn sich zwischen einer kleinen Auswahl an Kandidaten keiner besonders hervortut, muss vielleicht über ein Polyvirat nachgedacht werden.

Ein paar Worte zum bewaffneten Kampf

Wie bereits angedeutet und bei minimalem Realitätsinn auch selbstredend, ist die kriegerische Auseinandersetzung mit den Feinden des Staates wohl unumgänglich. Religiöse Fanatiker, rassistische Fanatiker und andere bekloppte, werden den Staat angreifen und müssen abgewehrt werden. Einige Diktatoren werden den wahldiktatorischen Kapitalkommunismus verbieten und ihr Volk mit Hilfe des Militärs einsperren. Dazu sei gesagt, dass jeder, der die Willenserklärung abgibt, Teil des Staates sein zu wollen, als Staatsbürger betrachtet wird. Das bedeutet, er wird alle (notfalls auch militärische) Unterstützung bekommen, die es braucht um in das Hoheitsgebiet der Weltgemeinschaft auswandern zu können. Nur das. Sein Land wird nicht annektiert. Die Landnahme erfolgt niemals durch Besetzung, sondern stets durch Übergabe der nationalen Herrscher. Bei Personalherrschaften durch den Herrscher selbst, bei Demokratien durch den Volkssouverän. Wenn es sich nun so verhält, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung eines Staates Hilfe beantragt und diese Hilfe in der faktischen Besetzung dieses Landes mündet, dann hat der WSD freie Wahlen zu organisieren, die eine Zweistaatenlösung oder das völlige Aufgehen des Staates in der Weltgemeinschaft anbieten. Da es hierbei immer um allgemeine Staatsinteressen geht ist die Verbrüderung des IB mit WSD zu befürchten. Es muss dem politischen Gegner also möglich sein, selbst wiederum Probleme der freien Wahl anzuprangern.

Der Krieg, soweit notwendig, wird niemals als etwas heroisches, sondern als notwendig präsentiert. Das sollte nicht schwerfallen, da der Krieg ohnehin nur aus Notwendigkeit geführt wird. Sobald sich der Staat in einen unnötigen oder selbstverschuldeten Krieg verwickeln lässt, darf er als gescheitert betrachtet werden. Diese Prämisse liegt allen kriegerischen Handlungen zugrunde. Das bedeutet: sowohl die eigenen Gefallenen, als auch die des Gegners, werden, der Allgemeinheit zugänglich, ständig aktualisiert. Um jeden Gefallenen beider Seiten wird getrauert. Gefangene werden bestens bewirtet, Tote in allen Ehren gefallener Soldaten nach Hause geschickt – unabhängig davon, wie sie das mit unseren Leuten handhaben. Wir sind besser. Wir lieben den Feind, wir trauern um seine Toten. Wir machen es ihm so schwer wie möglich uns zu hassen. Kombattanten müssen wissen – wir kämpfen nicht gegen den Feind, nein, wir kämpfen für unsere Freiheit, wie für die unserer Feinde.

Die Verfassung

Die Verfassung des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus verpflichtet sich der Menschenrechtscharta, sämtlichen Kriegsvereinbarungen vermeintlich zivilisierter Staaten sowie allen Artikeln des Grundgesetzes mit Ewigkeitsklausel. Wenn daran Änderungen vorgenommen werden, dann nur zugunsten der Menschenrechte und zuungunsten des Staats und seiner Kräfte.

The worst case

Was ist wenn die Revolution Erfolg hat, der wahldiktatorische Kapitalkommunismus weltweit etabliert wird und dennoch nicht funktioniert? Nun, dann ist das menschliche Zusammenleben als solches gescheitert und der Untergang der Zivilisation kann in Kauf genommen werden. Vielleicht muss es die Menschheit machen, wie der Skarabäus und den Neuanfang in einem dicken Haufen Scheiße initiieren.

Aufruf zur Mitarbeit

Dem aufmerksamen Leser wird im Zuge der Lektüre selbst aufgefallen sein, dass sich auf diesem mageren, in weiten Teilen unvollständigen und ganz allgemein kaum ernstzunehmenden Pamphlet sicherlich kein Weltstaat aufbauen lässt.
Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich nicht nur auf dem Gebiet des Staatsformerfindens, sondern auch in den meisten angeschnittenen Teildiziplinen ein blutiger Laie bin. Und selbst wenn ich das nicht wäre, so muss ich weiterhin zugeben, dass ich es mir nicht zutraue, das perfekte System alleine zu entwerfen. Deswegen geht dieser Aufruf an Dich, mein künftiger Untertan, deine Kritikpunkte anzubringen und mir die Chance zu geben Fehler auszumerzen. Dazu brauche ich Menschen, die Ahnung von den jeweiligen Themenbereichen haben und diese ausarbeiten können. Es braucht ein großes Konglomerat von Wirtschaftern, Ökologen und Menschenrechtlern, die das Indexsystem zur Preisermittlung entwerfen. Es braucht sowohl traditionelle, als auch mutige Städtebauer, die gemeinsam die Stadt der Zukunft planen. Es braucht Pädagogen, Professoren, Meister und Ausbilder um das modulare Bildungssystem zu entwickeln. Es braucht Juristen, die mir bestätigen, dass das, was ich hier tue nach geltendem Recht verfassungsgemäß ist und die aus dieser wirren Fantasterei eine künftige, rechtlich belastbare Verfassung formen und zuletzt benötige ich Deutschlehrer, die meine Interpunktion, bändigen.

Ich freue mich auf konstruktive Kritik, Euer künftiger Diktator.

Kontakt: info@schmutzigefinken.de

Wir sind der Schmutz

Herzlich willkommen Fremder unter der Staubschicht der Abstellkammer des Internets. Willkommen auf einem schmutzigen Blog, so unbedeutend, dass die Bedeutungslosigkeit schon beinahe physisch wird. Willkommen an dem digitalen Ort, der nur existiert um zu existieren, der nur gefüllt wird um voll zu sein und lediglich deshalb geführt wird, damit seine Existenz die Grundfesten des Kosmos erschüttern möge, damit alles was lebt und atmet davon in seinen Bann gezogen werde.

Du liest, wir sind bescheiden. Ich möchte mich in meiner schon sprichwörtlichen Bescheidenheit gar als das Tüpfelchen auf dem evolutionären I des imaginären Konzeptes der Bescheidenheit bezeichnen und tue das deshalb auch. Erkenne deinen wahren Willen und dann tu’ was du willst.

Wir glauben nicht, dass es dem materiell gebundenen Menschen möglich ist, die Wahrheit zu erkennen. Unser Körper bindet uns an einen Ort, unsere Sterblichkeit bindet uns an eine Epoche, unsere Menschlichkeit bindet uns an einschränkende Regeln. Niemand kann alles sehen, überall sein und alles wissen und so können wir nie wirkliche Erkenntnis erlangen. Man kann nichts wissen, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat und man kann den eigenen Augen nicht trauen. Jeder, der sagt, er kenne die Wahrheit lügt – ausnahmslos. Alle Hassprediger, Fundamentalisten, Faschisten, Rassisten, Kommunisten und Vollidioten sind Menschen, die für sich in Anspruch nehmen, die eine Wahrheit gefunden zu haben und sie alle brachten und bringen ihren Mitmenschen nichts als Unglück. Es ist auch interessant, dass man eine ziemlich direkte Verbindung zwischen sinkendem Intellekt und steigender Überzeugung von der eigenen Wahrheit herstellen kann.

Deshalb sind wir hier – nicht um euch neue Wahrheiten zu bringen. Das können wir gar nicht. Sondern um eure bestehenden Wahrheiten anzugreifen, denn sie sind alle falsch und das Festhalten daran macht euch zu gefährlichen Menschen. In den Dimensionen, deren Schatten wir zu erahnen in der Lage sind gibt es keine Wahrheiten.
Wo keine Wahrheit, da keine Lüge und keine moralische Instanz; es bleibt nur noch der Verstand. Was verrät uns dieser? Nun, er sagt uns, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Ein Wesen, das nur als Sieger aus dem erbarmungslosen Wettstreit der Arten hervorging, weil es als Gruppe vereint handelt. Folglich ist alles, was die Harmonie des menschlichen Zusammenseins fördert ehrenwert und alles, was einem harmonischen Miteinander zuwiderläuft verwerflich.

Hmmmm… ist das wirklich so? Vielleicht. Vermutlich nicht. Es gibt kein Schwarz und Weiß, kein Gut und Böse, kein Falsch und Richtig – all das entspringt dem irrigen Glauben, dass es eine Wahrheit gäbe, die als Fixpunkt dienen könne. Quasi die Medaille, deren Sicht- und Kehrseite man einfach ablesen könne. Man irrt und tut selbst im Verständnis der eigenen Wahrheit böses um das Gute der eigenen Wahrheit zu fördern und gefährdet verantwortungslos die Harmonie.

Also erheben wir uns aus der immateriellen Realität des Gedachten in die immaterielle Realität des digital Geschriebenen und werden wahr. So wahr, wie die Unwahrheit eben sein kann und verkünden verbissen daran festhaltend die einzige und letzte Wahrheit: es gibt keine Wahrheit – es gibt nur hellgrau und dunkelgrau, ehrenwert und verwerflich, falsch und falscher und eigentlich gibt es noch nicht einmal das. Es gibt die Demagogen von den Kommentarspalten in Facebook bis in die höchsten Kreise der Regierung und es gibt Schmutz, Schmutz, der sich über all die schönen Wahrheiten legt wie ein schwerer Vorhang und alles darunter als das offenbart, was es ist: ein verlogenes Schmierentheater.

Wir sind dagegen. Wir sind der Schmutz. Schmutz für die Welt✊🏽