Merkels Komödie

Ahoi ihr Lemminge!
Ihr lebt, ihr könnt lesen und ihr seid vermutlich Deutsche – ergo werdet ihr auch in diesem Moment Zeuge eines grandiosen Schachzuges einer deutschen Partei und ihrer Wahlhelfer bei Axel Springer.
Völlig verblüfft und hoffnungslos überrumpelt von der Genialität dieses diabolischen Plans, musste ich mich viel zu lange tatenlos fesseln lassen, von der höchsten Kunst des Demagogentums und ich darf offen zugeben, dass es am Ende der beißende Neid ist, der mir am ärgsten zusetzt. So haben doch die wahnsinnigen Bösewichte von den christsozialen Gottesstaatlern den Stein der Weisen der Manipulation entdeckt und herausgefunden, wie er sich anwenden lässt.
Was ist geschehen? In Syrien herrscht Bürgerkrieg. Kriegsflüchtlinge kriegen in Europa Asyl. Dank dem Diktat von Dublin müssen sich Europas Grenzländer mit allen Asylanträgen befassen, da der Antrag in dem Land in dem ein Flüchtling Europa betritt bearbeitet werden muss. Das Anschwillen der Flüchtlingsströme ist zwar nicht besonders, dafür aber zumindest ungewöhnlich hoch und überfordert beliebte weil grenznahe Einreiseländer wie Ungarn.
Das ist die Grundlage für das christsoziale Husarenstück.
Die wollen keine Flüchtlinge, die wollen ein homogenes weißes Deutschland unterm Kreuz, wie jeder andere Nazi auch. Je uniformer eine Nation ist, desto leichter ist es, sie in einem Klima der Angst vor allem, was irgendwie anders ist zu halten. Das erleichtert die totale Überwachung. Außerdem wird das Wahlvieh manchmal unberechenbar, wenn es mit den Opfern der eigenen Verbrechen konfrontiert wird.
Das gilt es zu vermeiden.
Die neuen Flüchtlingszahlen werden spürbar; Auftritt Axel Springer.
Vom Spiegel, über das Kackblatt für geistig schwache, bis in Die Welt werden Bilder von Heerscharen befremdlich aussehender Menschen gezeigt, die wie eine unaufhaltsame Flut über unser armes Land hereinbrechen, gleich den Geistern aus der Büchse der Pandora. Die anderen Medien greifen das auf. Die Macht des Springerkonzerns entfaltet sich und die Klientin im Kanzleramt macht sich bereit für ihren großen Auftritt. Vermutlich muss sie mit dem Vollhorst in München noch an den gegenseitigen Anschuldigungen feilen. Außerdem muss die Verschärfung des Asylrechts ausformuliert werden.
Dann geht es los.
Mutti tritt in die Öffentlichkeit und verkündet pathetisch: “Reißt die Zäune ein! Ich nehme sie alle!”
Bämm!
Europa zuckt zusammen und alle Köpfe blicken nach rechts. Hattse nich gesacht… doch, hattse. “Wir schaffen das.” Das europäische mitte-rechts Bündnis verfällt in angespanntes Verharren. Die Betaphase hat begonnen. Nun zahlt sich die generalstabsmäßig unterlassene Vorbereitung auf diesen absehbaren Ernstfall aus – es gibt schlichtweg keinen Platz für die Flüchtlinge. Was tut man also? Man geht an Turnhallen, Schwimmbäder und andere steuerlich subventionierte Anlagen der Freizeitgestaltung jener, deren Geldbeutel eher knapp gefüllt ist und funktioniert sie um zu Unterkünften.
Ein ehernes Gesetz der Staatskunst lautet Brot und Spiele. Beides in ausreichender Menge halten ein Volk ruhig und zufrieden. Wenn man ihm nun Spiele nimmt und stattdessen Flüchtlinge gibt, dann ist man ein Mensch von kolossaler Dummheit oder man verfolgt einen Plan.
Derweil hat man ganz beiläufig verkündet, dass Deutschland einen beträchtlichen Gewinnüberschuss hat und weit im Süden, wo die Menschen sich mit Spasmen artikulieren, wo das Bier schmeckt wie etwas, das kein Bier ist, wo jene seltsame Irrlehre geboren wurde, dass der Deutsche Lederkluft trägt, dort tritt der braune Problembär nun unsicheren Schrittes aus einem Bierzelt, schüttelt die Mähne und macht sich bereit dem Volk eine Show zu liefern, die es hoffentlich bald wieder vergisst.
Das kleine Staatsballett geht in die nächste Runde.
Während das rollende Einmanninkassounternehmen Wolfgang Schäuble wehmütig erklärt, dass wegen der hohen Kosten durch quasi unendlich viele (wenn nicht gar mehr) Flüchtlinge, nun wohl an ein paar Stellen gespart werden muss, bezieht der weißblaue Grinch Stellung.
Wo gespart wird? Selbstverständlich – Kinderbetreuung und öffentliche Einrichtungen.
Der Haushaltsüberschuss wurde längst vergessen gemacht und der erste “Für Flüchtlinge
ist Geld da aber nicht für deutsche Kinder?”- Kommentar schwirrt durch das
BND, der offenbar gerade nicht damit ausgelastet ist Nazi-Terror-Netzwerke zu
rekrutieren, sieht das und im Kanzleramt legt eine bösartige Frau die Daumen und
Zeigefinger beider Hände zu einer Raute zusammen und murmelt teuflisch grinsend:
“ausgezeichnet.”
Längst hat sie die Leute, die nach Europa und Obama nun einen weiteren Massenmörder zum Adeln suchen, auf sich aufmerksam gemacht.
Ein tiefes Grollen aus dem Süden. Das letzte Relikt des Deutschlands unserer Großväter hat sich den Schnauzer abrasiert und Stellung bezogen vor den Kameras einer Nation, die
gespannt des nächsten Aktes harrt. Sie bekommt ihn. Mit vielen schlecht gewählten
Worten bespielt er das bayerische Volksinstrument – die Klaviatur der biergetränkten
Einfalt. Es braucht keine klugen Worte für viehisch dumme Menschen; es braucht nur
kluge Redner und der besorgte Bayer gräbt sich prompt aus den Müllhaufen der Wies’n, wischt sich das letzte Erbrochene aus dem Gesicht und beginnt Leitfäden, wie sich Ausländer gefälligst zu verhalten hätten an seine Ortseingänge zu nageln.
Die Realität ist weitaus schöner, wenn man sie nicht zu nah an sich heranlässt. Ein Credo, dem der gemeine Bajuware beinahe fanatisch huldigt.
“Wir schaffen das nicht!”
Bämm!
Das verdorbene Seehofergeschöpf hat seinen Teil geleistet. Wie Wellen
wogt die Münchner Antihaltung einmal gen Norden durch die Republik und brandet
gegen das Bollwerk in Berlin. Die Banner werden gehisst und während über der
deutschen Kapitale die Ampelmännin weht, geht über der Korruptionsmeisterin im
tiefen Bayern der senile alte Löwe auf. Die Bauern von Sarrazin bis De Maizière
werden geschoben und zeichnen dystopische Zukunftsvisionen von 7 Milliarden
Menschen, die kein anderes Lebensziel haben als plündernd, raubend und
brandschatzend über die letzte Nation der Guten herzufallen. Umfragen werden
veröffentlicht, nach denen Frau (noch) Dr. Merkel an Beliebtheit einbüßt, doch
bleibt sie stoisch standhaft weil ein Deutschland in dem man sich für Güte
entschuldigen muss nicht ihr Deutschland sei und offenbart dabei ganz nebenher, dass man in den Hinterzimmern der Republik längst vergessen hat, dass ein demokratischer
Staatsführer immer noch dem Staat gehört und nicht umgekehrt.
Vergessen der Moment, als sie mit ihrer Bande Joschka Fischer für eine ganz ähnliche Nummer vor den Untersuchungsausschuss gezerrt hat.  Nur schwadronierte der nicht von “seinem” Land, sondern packte seine Sachen und ging – na Frau Merkel? Idee? Noch sind die Grenzen nicht völlig dicht. Noch kommen Sie raus…
Derweil hat die Republik deutscher Demokraten einen Zustand erreicht, der an einen Roman erinnert. In Tolkiens “Die Zwei Türme” aus dem Herr der Ringe Zyklus belauern sich der Dämon Sauron und der Zauberer Saruman der Weiße auch gegenseitig über eine große Distanz hinweg. Nur, der Leser des Werkes weiß Bescheid, dass das lediglich Show ist. Die beiden stecken längst unter einer Decke. Wieso ich diesen Vergleich hier ziehe? Aaaach, keine Ahnung. Wir sind ja nicht in Mittelerde.
Wir sind in Mitteleuropa und dort macht sich gerade das Propagandainstrument der Union und Scharfrichter in Ungnade gefallener Unionisten bereit seinen großen Auftritt in dieser Choreographie zu absolvieren.
Ein letzter Fernsehauftritt der Kanzlerin. Der Tenor bleibt “wir schaffen das.” Am nächsten Tag titelt das Bildmagazin “Wer hat recht?” Abgebildet sind Horst und Angie, einander gegenüber, als seien sie tatsächlich Kontrahenten und das meistverkaufte Tagesblatt einer intellektuell vergewaltigten Nation startet die große Leserumfrage:
Wer hat recht? Union oder Union?
Union oder Union?
Union oder Union?
Zwei Tage später steht es fest. Deutschland hat sich entschieden und ja, die Union hat recht. Wer hätte das erwartet?
OMMFG! Die Union setzt sich durch!
OMMFG! Die Union setzt sich durch!
Die anderen Parteien sind längst aus der Berichterstattung verschwunden. Während die SPD ihre Rolle als Koalitionspartner falsch versteht und Werbung für die Union macht, ist aus der Opposition nichts zu hören. Oder doch? Keine Ahnung. Es fühlt sich ja niemand verpflichtet darüber zu berichten. Deutschland fiebert mit dem christsozialen Grabenkampf. Wer für Flüchtlinge ist stellt sich hinter Merkel und wer gegen Flüchtlinge ist (also die überwältigende Mehrheit der Bildguckerschaft) stellt sich hinter Seehofer. Unsere (an sich demokratische) Republik ist gleichgeschaltet unter der Einheitspartei.
Wie wird es weitergehen?
Der Druck aus Bayern wird sich erhöhen. Der Druck auf den Straßen wird sich erhöhen. Das Asylrecht wird verschärft, menschenrechtlich bestenfalls fragwürdige Länder werden sichere Drittstaaten und Mutti wird unter dicken Krokodilstränen einknicken und im Volksbewusstsein verankert bleiben als die herzensgute Seele, die doch bloß helfen wollte. Die hilfsbereiten wählen Merkel, die charakterlich schwachen wählen Seehofer und alle wählen die christsoziale Union.
Alle fallen darauf herein, selbst die Anstalt, die in meinen trüben Augen neben Volker Pispers das wortklauberische Wischiwaschi der Politik am pointiertesten als das enttarnt, was dahintersteckt, hat sich täuschen lassen und stilisiert Merkels Aktion zu einer undurchdachten und missverstanden Kurzschlussreaktion à la Günter Schabowski.
Die Staatschefs Europas können durchatmen. Offenbar hat die furchteinflößende Deutsche Wort gehalten und tatsächlich einen Weg gefunden, die nationalen Machtverhältnisse derart zu zementieren, dass sie fähig sind ihre wahre Aufgabe wirklich zu erfüllen: sicherzustellen, dass das neue Europa das Reich der Konzerne und niemals ein Land der Menschen wird (ich könnte hier einen x-beliebigen Link einfügen oder schreiben: google – ttip).
Spiegel Leitartikel
Kritische Feststellung – Springer attestiert Merkel Mut
Herzlich Willkommen im Gottesstaat der christlichen Einheitspartei.
Herzlich Willkommen an einem jener Orte, die wir, wenn sie woanders liegen (wo sich Öl holen lässt), ächten und bekämpfen.
Herzlich Willkommen liebe deutsche Demokraten an dem Zeitpunkt, an dem die Dystopie Realität wird.
Schmutz für die Welt✊🏽

Scheinheilige Friedenstreiber

Guten Tag meine chronisch kriegsmüden Mitbürger, willkommen Ihr stolzen Mitglieder stolzer Demokratien. Fühlt euch eingeladen den Kopf zu benutzen.

Ein Thema geistert phasenweise fast schon stärker durch die Medien als Dschungelcamp und Topmodel und es erhitzt die Gemüter gelegentlich fast so sehr wie ein Underdog, der the Voice gewinnt: Die Ukraine, Putin und der dritte Weltkrieg. Natürlich. Und weil es üblich ist und Teil des Charakterprofils von Leuten, die sich der Welt gegenüber als besonders aufgeklärt aufdrängen wollen, muss auch ich mich hier mit einer ganz eigenwilligen Wortmeldung einmischen, quasi ein pseudoliterarisches “fickt euch, ihr, die ihr meint es zu wissen obwohl ich es euch noch nicht erklärt habe!” vom Stapel lassen.

Selbstverständlich.

Gut und Schlecht

Eigentlich gibt es feststehende Fakten, die kaum zu kippen sind: Länder annektieren – schlecht; eigene Interessen mit Hilfe unsauberer Revolutionäre durchsetzen – schlecht; die eigenen Invasionstruppen als staatenlose Milizen ausgeben um das Kriegsrecht zu umgehen – schlecht; Nachbarn durch Truppenaufgebote und militärische Manöver an den Grenzen bedrohen – schlecht. Ergo: Putin – schlecht. Bei einer derart klaren Faktenlage liegt die Gegenthese nah: dem Wahnsinnigen im Kreml die Stirn bieten und klarmachen “bis hierher und nicht weiter”- gut. Und wer wäre besser geeignet, um den unbelehrbaren kalten Kriegern im dunklen Moskau die Stirn zu bieten, als die völkerrechtsverliebten und lupenrein demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrem europäischen Vasallenstaat Deutschland? Das ist so eine Frage. Die andere und viel naheliegendere Frage ist doch, was uns denn bitteschön die moralische Integrität verleiht über das Verhalten Putins zu urteilen. Du kannst darüber urteilen, ich kann darüber urteilen, jeder dahergelaufene Politikwissenschaftler, Menschenrechtler, Philosoph kann darüber urteilen aber ein Präsident der Vereinigten Staaten? Oder irgendein Parteigänger der Christdemokraten? Mit welchem Recht?
Wenn wir uns die CDU/CSU, unsere Herrscher, ansehen, dann haben wir es mit einem durch und durch xenophoben, homophoben, moralisch höchst bedenklichen und korrupten Haufen zu tun, zusammengesetzt aus Werten mit Namen wie Simonie, Nepotismus und Bakschisch. Jede Subvention im Namen der schwarzblauen geht konkret zu Gunsten ihrer wohlhabenden Klientel und diese dankt es durch Meinungsmache und Stimmenfang. Dabei trifft der Verein unfassbare Entscheidungen und verkauft sie uns als Rettung. Im Großen und Ganzen fressen und schlucken wir das Placebo. Bislang hat uns keine Partei der Nachkriegszeit so nahe an die vielfach literarisierten Dystopien herangebracht wie die CDU. Obgleich die vehementen Versuche der Grünen, diesen unrühmlichen Verdienst für sich zu beanspruchen, hier nicht unerwähnt bleiben sollen. Dabei schafft sie es aber ganz vorzüglich die Schuld an den von ihnen verursachten Missständen ihren Koalitionspartnern in die Schuhe zu schieben. Aber genug davon. Wer uns regiert und die bodenlose Schlechtigkeit der CDU/CSU im Besonderen sind ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher darlegen will.
Kommen wir zu dem eigentlichen Problem – den USA. Da weiß man gar nicht so recht wo man anfangen soll. Bei den Menschenrechtsverletzungen? Den Annexionen? Den unzähligen Kriegen um des Krieges Willen? Der CIA? Dem Drogenhandel? Dem Aufbau Terroristischer Vereinigungen und der Absetzung demokratisch gewählter Regierungen? Dem Austausch des Bildungssystems durch militärischen Drill? Dem Faktum, dass es sich um einen astrein faschistischen Staat handelt?

Die CIA, Nazis, Kriege und Revolutionen

Der Krieg ist auf vielen verschiedenen Ebenen sehr hilfreich. Dadurch, dass man die ärmsten der Armen mit Schul- und Ausbildung in die Armee lockt, unter Waffen stellt und ins Ausland schickt, bekommt man die potenziell unzufriedenen nicht nur von der Straße, sondern auch runter vom eigenen Kontinent. Im Idealfall sterben sie dabei sogar. Dadurch, dass man sie bewaffnet, unterstützt man die Waffenproduzenten. Das schafft Arbeitsplätze und konkurrenzfähige Exportgüter. Dies wiederum hilft der gesamten Wirtschaft. Innenpolitisch eine gewaltige Entlastung. Den Recherchen anderer Leute nach soll es außerhalb des Nordamerikas weltweit rund 1000 US-Stützpunkte geben. Ich habe nicht die geringste Ahnung wieviele Soldaten dort insgesamt stationiert sind, gehe aber davon aus, dass wir hier von einer beträchtlichen Menge sprechen. Die amerikanische Heeresführung hat die Erde ganz klar in amerikanische Sektoren eingeteilt. Schön zu sehen an der vorliegenden Karte eines ihrer zahlreichen Kriegsministerien.

http://www.state.gov/documents/organization/65617.pdf
Quelle: http://www.state.gov/documents/organization/65617.pdf

Man muss sich mal klar machen, dass kaum ein Land eigene Truppen zur Unterbringung in anderen souveränen Staaten stationiert. In aktiven Krisengebieten schon. Man wundert sich über die Menge deutscher Auslandseinsätze, wenn man mal schaut. Die meisten sind allerdings im Rahmen humanitärer Missionen oder zur Ausbildung ortsansässiger Soldaten vor Ort. Franzosen und Briten betreiben noch Stützpunkte in einigen ihrer ehemaligen Kolonien. Eines der wenigen Länder, das aus rein strategischen Gründen Truppen bei Freunden stationiert ist Russland. Zum Beispiel auf der (vorerst ehemalig) ukrainischen Krim.
Zurück zu uns. Seit Bestehen der CIA greift sie nachweislich ins Weltgeschehen ein und handelt den offiziell hoch gehaltenen Werten der Vereinigten Staaten komplett zuwider. Die CIA hat die Taliban bewaffnet um den Russen zu schaden. Nicht um amerikanische Verbündete zu haben, sondern nur um den Russen das Leben schwer zu machen. Während die GIs damals die Nazis zusammenklaubten um sie zu verurteilen, hat die CIA “Rattenpfade”, also von der katholischen Kirche vorbereitete Fluchtwege für Nazis nach Argentinien zugelassen und teilweise gedeckt. Die CIA finanziert sich nachweislich durch Drogenhandel und hat nachweislich die Überflutung von Ländern mit Drogen als Kampfmittel eingesetzt. Noch schlimmer: sie hat nachweislich den Drogenhandel anderer in die schwarzen Ghettos der Städte des eigenen und damit des zu schützenden Landes zugelassen und teilweise unterstützt. Überall auf der Welt hat die CIA Revolutionen gegen unliebsame Regierungen unterstützt. Dabei war es völlig gleich ob diese Regierungen demokratisch gewählt und die Revoluzzer regierungsunfähige Extremisten waren. Es ging nie um eine Zukunft – nur um den Schaden der anderen. In Europa ging das nach dem zweiten Weltkrieg soweit, dass etwas, was heute als “Projekt GLADIO” bekannt ist, errichtet wurde. Dabei wurden überall Waffendepots eingerichtet und von Exnazis besetzt um im Falle einer sowjetischen Invasion sofort ein Partisanennetzwerk zu haben. Während die Obrigkeit unsere schulische Bildung durch “Entnazifizierung” getaufte Gehirnwäsche austauschte (Nein! Dies ist keine verhohlene Holocaustleugnung. Ich weiß, dass der stattgefunden hat, dennoch bin ich sicher, dass die USA nicht aus humanitärer Nächstenliebe, sondern aus kaltem Kalkül heraus eingriffen und den Holocaust aus demselben Kalkül heraus zu instrumentalisieren wussten), hat die CIA bewaffnete Nazis in Deutschlands Untergrund platziert (und zwar deshalb). Das flog erst auf, als Anfang der 90er rechtsmotivierte Anschläge mit Hilfe der CIA/GLADIO Depots verübt wurden. Überraschung…
Die V-Mann Affäre beim letzten NPD Verbotsantrag hat ein weiteres interessantes Merkmal zutage gefördert: offenbar sind auch unsere rechten Gruppierungen Schöpfungen deutscher und damit immer auch amerikanischer Geheimdienste. Die Taktik ist gar nicht so falsch. Im Krieg versuchte man erfolgreich von deutscher Seite ein alliiertes Spionagenetzwerk aufzubauen. Nazis gaben sich hierbei als Kontaktpersonen aus, empfingen Spione hinter der Grenze, versorgten sie und gaben ihnen (freilich falsche) Informationen. Dann, als es in die heiße Phase ging, konnten sie mit einem Schlag alle verhaften. Ein herber Schlag für die alliierten Nachrichtendienste. Wenn man also einen Pool für Nazis errichtet in dem sie sich sicher fühlen dann hat man sie erstens im Blick und kann sie zweitens jederzeit komplett ausschalten. So die an sich gute Idee. Blöd nur, dass den Amerikanern mit Ende des kalten Krieges alles egal wurde. Sämtliche Gruppierungen, die einst von den Amis aufgebaut wurden, wurden von jetzt auf gleich fallengelassen. Diese hatten nun die beste Aufbauhilfe durch die CIA erhalten, aber niemanden mehr der sie kontrollierte. Alle Extremisten, die die Amerikaner derzeit bekämpfen, oder es tun werden, wurden von den Amerikanern erschaffen.

Eine interessante Entwicklung der jüngeren Geschichte sind CIA und Facebook. Vor einiger Zeit sprach ein Deutscher BNDler von Facebook ganz selbstverständlich als “nachrichtendienstlichem Instrument” also Spionagewerkzeug und es sei wohl bekannt, dass im Vorstand Mitglieder der CIA sitzen. Vor einiger Zeit erschütterte etwas die arabische Welt, was uns als Facebookrevolution aufgetischt wurde aber als Jasminrevolution in die Geschichte einging. Während die Presse den Vorgang als Beginn einer neuen Ära der Demokratie feierte, verhallten die Stimmen, die sagten, dass das gesamte Szenario astreiner CIA Methodik zu entspringen schien, ungehört. Nun haben Extremisten die zwar labilen aber dennoch existenten Demokratien ersetzt und Militärs und Fundis besetzen die neuen Machtpositionen. Es ist halt viel leichter mit solchen Leuten krumme Geschäfte zu machen, als mit gewählten und somit notwendigerweise pflichtbewussten Demokraten. Mit denen (CDU) ist das natürlich auch möglich. Aber halt schwieriger.

Der Vormarsch der NATO, Nazis und die Revolution

Ein kleiner Sprung zurück zu Putin und Europa. Als 1990 die Verhandlungen zur Auflösung der Blöcke erfolgten bekam die Sowjetunion eine ganz klare Zusage: die NATO werde bis an die Ostgrenze des wiedervereinigten Deutschlands wachsen und keinen Meter weiter. Dann fiel der eiserne Vorhang und mit ihm die Sowjetunion, Europa wuchs wieder zusammen und es folgten die EU-Osterweiterungen. Und mit ihr die NATO, das US-Kontrollwerkzeug der vereinigten europäischen Heere. Das ist selbstverständlich kein Vertragsbruch, der eiserne Vorhang existiert nicht mehr und Russland ist nicht die Sowjetunion aber es ist dennoch ein herber Paradigmenwechsel, der sich in nur 25 Jahren vollzog. Das setzte den direkten Nachfolger der UDSSR, Russland unter Druck.

– Am 12. März 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn der NATO bei.

– Am 29. März 2004 Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien.

– Zuletzt dann, am 1. April 2009 Albanien und Kroatien.

Plötzlich war Russland in der Zange der NATO. Was die USA im Krieg nicht geschafft haben, fiel ihnen im Frieden um so leichter – sie haben einen militärischen Gürtel um Russland gezogen. Die Russen haben es gefressen. Bis zuletzt haben sie ihr Vetorecht genutzt um weitere Vorstöße Europas und der USA in andere Länder und vor allem in ihre Richtung zu unterbinden aber ausrichten konnten sie gar nichts.
Dann wurde es kurios. In der Ukraine, einem der letzten Puffer zwischen Russland und der NATO und zusätzlich wichtiger russischer Marinestützpunkt, kommt eine prorussische Regierung an die Macht und macht keinen Hehl daraus vielmehr zu Russland als zur EU/NATO zu gehören. Dann kommt die Revolution und die Medien feiern eine neue Ära der Demokratie. Beinahe ungehört verhallen die Stimmen, die fragen wer genau denn da revolutioniert und warum auf dem Maidan in der ersten Reihe bewaffnete und bekennend militante Neonazis stehen. Ein altbekanntes Muster wiederholt sich. Die Revolution siegt. Die Übergangsregierung will lieber gestern als morgen der EU beitreten und obwohl in Europa noch keiner davon spricht, steht für die Ukrainer der Beitritt zur NATO fest. Damit stünden die USA und ihre Verbündeten an Russlands Grenzen und wären von dort auch nicht mehr wegzukriegen.

Ich sag es, wie ich meine, wie es ist: wenn Putin nicht will, dass Russlands Einfluss und nun auch notwendige Verbündete an die Gaunereien der Amerikaner verloren gehen, dann muss er handeln. All die vielen Vetos, Widersprüche und Verhandlungen haben ihm nichts außer medialer Verurteilung eingebracht. Aus diesem Blickwinkel, und ihr dürft mich gerne zynisch nennen, war die (aus russischer Sicht offenbar) notwendige Besetzung der Krim ein Kunststück. Ich weiß nicht wieviele gewaltsame Annexionen derart Blutarm auskamen. Bei den USA fordern selbst Friedensmissionen mehr Opfer. Das ist natürlich eine rein objektive Feststellung. Gutheißen tu ich davon gar nichts. Aber der Krimi (keine Verniedlichung von Krim) geht weiter. Prorussische Separatisten fachen die Revolution erneut an, besetzen Regierungsgebäude, ganze Ortschaften und liefern sich einen Krieg mit der Übergangsregierung. Sollte Putin dagegen einschreiten? Aber sowas von! Würden die USA selbst bei einer verdrehten Rollenverteilung einschreiten? Niemals! Das ist genau das, was sie selbst ständig tun. Man bedenke, was sie mithilfe der CIA in Mexiko und Südamerika angerichtet haben um kommunistische Regierungen und somit eine 3.326 Km breite direkte Front zwischen Texas und dem roten Block zu vermeiden. Der Drogenkrieg, der heute noch in diesen Ländern tobt ist das Erbe der US-Verbrechen von damals.
Meiner ungeschulten Ansicht nach kann Putin gar nichts tun. Wenn er die Separatisten bremst hat er die USA vor der Türe stehen, wenn er sie offen unterstützt riskiert er einen Krieg mit der NATO. Das würde Europa unweigerlich pulverisieren. Sowohl für die USA als auch für Asien ist ein funktionierender europäischer Markt weitaus wertvoller als eine europäische Trümmerwüste. Der Marshall Plan legt sehr nahe, dass das zumindest den Amis längst klar ist. Darüberhinaus denke ich, dass China den Russen nochmal ordentlich ins Gewissen reden würde bevor die irgendeinen Scheiß bauen. Europa ist maßgeblich am chinesischen Wachstum beteiligt und andersrum selbst vollgepumpt mit chinesischem Kapital.

Arsch und Diktator

Ich will mich noch schnell absichern bevor ich zum Fazit komme und mich zur Person Putins äußern. Ich selbst halte den Typ für ein ziemliches Arschloch. Die Art und Weise wie er sich an der Macht hält ist alles Mögliche aber sicherlich nicht demokratisch. Der Umgang mit der freien Presse ist verbrecherisch und der Umgang mit Homosexuellen ist einer modernen Gesellschaft absolut unwürdig. Die Leichtigkeit mit der sich allerlei Menschenrechtsverletzungen ausfindig machen lassen ist erschreckend. Die mediale Gleichschaltung und der Pakt mit der Kirche sind archetypisch für die tyrannische Machterhaltung. Die Form der Selbstinszenierung Putins oder seinerzeit Medwedjews gratwandert zwischen völlig anachronistischer Politikonographie und einem schmerzhaften Fremdschämfaktor.

Fazit

Sei’s drum. Im Großen und Ganzen schaut’s in meinen Augen folgendermaßen aus: wie Putin Russland regiert ist nicht mein Problem. Ich bin Mitteleuropäer. Ich kann gar nicht nachempfinden wie Russen fühlen und denken. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie man ein riesiges Land voller Russen regiert. Wie die Menschen dort regiert werden wollen. Die Geschichte zeigt, wenn der Unmut überhand nimmt sind Menschen fähig sich selbst zu befreien, um sich dann einem neuen Diktat zu unterwerfen. Ich kann nur halbwegs beurteilen, wie Putin uns gegenüber, also außenpolitisch, auftritt. Und muss feststellen – genau so wie er muss. Der Westen lässt ihm kaum eine Wahl. Natürlich ist schlecht was er tut. Aber es ist kein bisschen schlechter, als dass was wir tun. Es ist genaugenommen deutlich gradliniger und ehrlicher als das Vorgehen des Westens und bedient sich dabei der selben Methoden. Ich will hier nichts verharmlosen. Ich will es in Relationen setzen. Die Medien geilen sich daran auf uns Europäer als eierlose Waschlappen darzustellen und auf den Krieg mit Russland zu pochen. Sie tun so als seien wir zu schwach und zu friedlich um die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und täuschen ganz elegant darüberhinweg, dass wir die willfährigen Bediensteten jener, die Russland in der Methodik in nichts nachstehen sind. Dabei lügen sie gar nicht – sie lassen nur das Wichtigste aus. Das ist der allgemeinen Panikmache auch sehr zuträglich und ermöglicht es endlich unser Rüstungsbudget mal wieder etwas aufzustocken. In der CDU transferieren sie vermutlich längst schon fleißig Geld in die Schweiz um auf ihren Konten Platz zu schaffen für die Schmiergelder der deutschen Waffenproduzenten, während Frau Merkel – ganz traditionell – behauptet, dass das nicht geschehen wird. Die Amerikaner fliegen heiter ihre Truppen in die Ukraine, tun so als täten sie das ungern und erfreuen sich an ihrer neuesten Annexion und alles läuft wie immer. Der Imperialismus ist ein Virus und breitet sich ungehindert aus. Alles was die Großmächte machen ist schändlich. Unser Problem sind aber nicht die russischen Herrscher sondern die unsrigen. Erst wenn die Geheimdienste dieser Welt abgeschafft sind, die USA aufhören ihre gesamte Wirtschaft auf Krieg aufzubauen, wenn die unzähligen Menschenrechtsverletzungen auf unserem Boden aufhören, wenn die CDU das Antikorruptionsgesetz unterzeichnet (haben die das bereits getan oder wo ist die Berichterstattung dazu hin?). Wenn jeder CIA Agent auf deutschem Boden verhaftet und weggesperrt ist und alle ideologischen Kinder ihrer Verbrechen ausgelöscht wurden, erst wenn der ganze Scheiß, den wir achselzuckend zulassen, unterbunden ist – dann, aber erst dann können wir anfangen uns um Putins Russland zu kümmern.

Schmutz für die Welt✊🏽

Lasse reden

Halli hallo, meine Lieblingsdeutschen, willkommen in der bunten Gräue zwischen Schwarz und Weiß. Fühlt euch eingeladen zu einer derzeitigen Notwendigkeit des deutschen Blogtums. Heute geht es um Nazis. Juhuu! Um mir ein vernünftiges Publikum zu sichern bitte ich zu entschuldigen, dass ich zuerst die Suchmaschinen bedienen muss – #nazi #nationalsozialismus #nsu #cdu #dvu #npd #deutsch #warumbinichgleichnazinurweilichstolzaufmeinlandbin? #dontbelieveinhashtags. Fertig. Sorry.

Nazis. Jeder kennt welche, jeder weiß wo in der eigenen Stadt sie sich tummeln. Und dennoch ist es schwer geworden sie zu erkennen. Insbesondere auch deshalb weil sie selbst sich viel zu oft gar nicht für solche halten. Der heutige Post wird beinahe ebensoviel Begriffsklärung beinhalten wie angetäuschte Aufklärung. Die Welt ist mir zu schwammig geworden.

Beginnen wir mit “Nationalismus”. Der Nationalismus hat eine gewaltige Veränderung erlebt. Zeigte er sich in seiner Entstehung als Fortschrittsmotor, fungierte er im Niedergang und in den Nachwehen als Zerstörer und Bremse der Menschheit. Man muss ja wissen, dass er im Konzept dazu bestimmt war das feudale Herrschaftssystem zu sprengen. Die Nationalisten wollten einfach nicht von irgendwelchen Erbherrschern aus irgendwelchen Ländern regiert werden sondern sagten “Wir sind eine Nation weil wir wir und weil wir hier sind”. In diesem Sinne waren auch die amerikanischen Separatisten, die den Unabhängigkeitskrieg auslösten, eine nationalistische Bewegung. Dieser einfache Grundsatz kommt erstmal ohne Rassismus und Faschismus aus. Ganz im Gegenteil – die lokale Zusammengehörigkeit und eine praktisch gültige lingua franca machen eine Nation aus, nicht Herkunftsland, Ethnie oder Religion. Obgleich nicht zu leugnen ist, dass Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sich in Europa von vornherein im Kielwasser der Bewegung befanden. Mit dem Nationalsozialismus dann zu Ende der Weimarer Republik kam eine ganz andere Stütze zum Tragen: die Rückbesinnung von der Nation zur Ethnie und der Versuch durch abstrakte Gedankenspiele beides in einer völkischen Ethnie zu vereinen.

Damit kommen wir zu einer weiteren Begrifflichkeit: arisch. Es gibt ein Land auf der Welt, welches sich “Land der Arier” nennt. Dieses Land befindet sich im Kern des ehemaligen Perserreiches und wird in mäßig eingedeutschter Landessprache Iran ausgesprochen. Der Iran spielt gelegentlich medienwirksam mit dem Gedanken Israel atomar zu pulverisieren. Es gibt gewisse esoterische Kreise, die meinen, das Arier und Semiten immer miteinander um die Weltherrschaft rängen. Von Anbeginn bis ans Ende der Zeit und das quer durch das Universum. Es gibt auch gewisse Kreise, die genau diese Theorie für ganz kolossalen Schwachsinn halten. Im Endeffekt tut das nichts zur Sache. Fakt ist, dass sich zwischen Israel und dem Iran eine Menge Dinge befinden mögen – Deutschland und blauäugige, blonde Menschen gehören nicht dazu. Wie bitteschön kam irgendwer in Europa dazu, einen “nordischen Typus” als den neuen Arier auszurufen?

Also die Frage ist ernstgemeint – weiß das wer?

Kommen wir zum Hass. Da wäre der “Fremdenhass”. Dieser Begriff trifft auf viele “Verbrechen aus Hass” nicht zu. Es werden häufig keine Fremden verprügelt, sondern Deutsche mit brauner Haut und schwarzen Haaren. Deswegen ist auch der Begriff “Ausländerhass” fehl am Platz. Auch rassistische Motivation ist nicht immer vorhanden. Nazis machen auch keinen Hehl daraus, jederzeit den politischen Gegner tätlich anzugreifen, wenn sie es für nötig erachten. Dabei tut die Rasse überhaupt nichts zur Sache. Ich finde mit Hass wird man auch dem Problem selbst gar nicht gerecht. Jeder weiß, dass der Mensch hasst was er fürchtet. Deswegen werden ängstliche und einsame Menschen Nazis. Natürlich wird – gerade von Aussteigern – gerne mal behauptet, dass es die Kameradschaft sei, um derentwillen sie einer rechtsextremen Bewegung beigetreten seien. Das ist aber Quatsch. Kameradschaft, Alkohol und der Mangel an Frauen finden sich auch bei der freiwilligen Feuerwehr, der Bundeswehr, dem technischen Hilfsdienst, Sportvereinen etc. Aber all diese Gruppen leben von mutigen Menschen mit eigenem Selbstbewusstsein – das ist der Unterschied zu Nazis. Sie sind ängstliche Soziopathen. Im Nazitum haben wir es also mit einer Kultur der Furcht zu tun. Es gibt einen schönen, aus dem Griechischen stammenden Begriff für Furcht: phobos. Und es gibt einen noch schöneren Begriff für die Furcht vor allem, was irgendwie anders ist: Xenophobie. Deswegen ist Xenophobie der einzige passende Begriff für den Hass der Nazis.

Eine weitere Begriffsgruppe bildet sich um “die Juden”. Da wären “Antisemitismus”, “Antizionismus”, “Judenfeindlichkeit”, “Antiisraelismus” und weitere. Hier ist auch alles etwas schwammig. Wenn ich zum Judentum konvertiere, bin ich kein Semit, wenn ich die Israelische Staatsbürgerschaft annehme, bin ich kein Jude, wenn ich Israels Siedlungspolitik kritisiere, bin ich weder Judenfeindlich, noch Antisemitisch und wenn ich ein jüdischer, semitischer Israeli bin, bin ich noch lange kein Zionist. Was tun? Wenn wir von überzeugten Nazis reden ist das völlig gleich. Alle genannten Gruppen sind “anders” und lösen damit Xenophobie aus. Schwierig wird es bei den Wiesobinichnazinurweilichstolzdaraufbineindeutscherzusein-Deutschen. Diese Leute meinen ja deshalb keine Nazis zu sein, weil sie sich in der Lage wähnen zu differenzieren. So sind sie natürlich nicht gegen “die Juden” oder “das Judentum”, sondern gegen die Zionisten.

Aha.

Zurück zum Punkt – was ist ein Jude? Ein Jude ist erstmal ein direkter Nachfahre Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wobei die beiden letztgenannten die ausschlaggebenden sind, da die Araber auch Nachfahren Abrahams sind. Gott schloss einen Bund mit seinen Leuten, der beidseitig Rechte und Pflichten beinhaltet. Die Erfüllung dieser Pflichten und das Befolgen von Gottes Geboten sind der Inhalt des Ritus, den wir als jüdische Religion wahrnehmen. Zum Beitritt in diese Religionsgemeinschaft ist kein Abrahamsches Blut vonnöten, sondern, wie in jeder anderen Familie auch, die Adoption. Diese verdient man sich indem man vorgeschriebene Rituale absolviert. Schon hier stellt sich erstmals die Frage, gegen was Nazis eigentlich sind – gegen das Blut Abrahams (was Konvertiten ausschlösse) oder gegen den Ritus des Bundes mit Gott (was alle weltlichen bzw. atheistischen Juden – kann es das geben? – ausschlösse)? Aber hier ist längst nicht Schluss. Wir kommen zu den Israeliten. Das sind all jene, die einen israelischen Pass haben. Jeder kann, wenn er die Voraussetzungen erfüllt, in Israel einwandern und Israeli werden. Israeliten sind aber auch Christen und Moslems, die in Israel Leben und die gibt es nunmal auch. Zuletzt wären da die Zionisten. Das sind die Leute, die einen jüdischen Staat Israel im Gebiet des seit Jahrtausenden durch Fremdmächte beherrschten gelobten Landes anstreben. Also quasi das Pendant zu ostpreußischen Vertriebenenverbänden in Deutschland. Tatsächlich haben die ursprünglichen Zionisten einen Erfolg verbucht, als der Staat Israel konstituiert wurde. Danach hat die Bewegung ihre Legitimation verloren. Dennoch besteht sie bis heute fort. Ihre Anhänger sind es, die bis heute gegen die Zweistaatenlösung im Gazastreifen sind und darüber, dass das albern ist und Gewalt schafft, brauchen wir uns nicht zu streiten. Sie sind die konkrete Zielgruppe des heutigen Hasses. Die Angriffsfläche, die sie dabei bieten ist allerdings auch gigantisch und sie sind bestens geeignet die Ängste von Menschen mit schwachem Verstand und hysterischem Gemüt zu schüren. Ein Auswuchs ist der verbreitete Glaube an eine zionistische Weltverschwörung. Die konstruiert sich wie jede andere Verschwörungstheorie: man nimmt sich einen komplexen Sachverhalt und blendet alles, bis auf einige kleine Brauchteile aus und puzzelt diese dann phantasievoll neu zusammen. Dazu nimmt man beispielsweise einfach Firmen wie Nestlé oder Kraft. Diese Vereine scheißen auf alles und jeden um reicher zu werden. Um neue Märkte zu erschließen schrecken sie nicht davor zurück mithilfe der Entwicklungshilfe, kruden Geschäften mit korrupten Politikern oder eben als kapitalistische Speerspitze in marktfreie Krisengebiete vorzustoßen. Das ist selbstverständlich genau das, was sie nun im Gazastreifen erneut tun. Sie schmieren der Israelischen Regierung Honig ums Maul, versprechen Dinge wie Jobs und Wirtschaftshilfen und sind dabei ganz beiläufig die ersten und damit Dominante die dicht im Rücken der Front der israelischen Verdrängungspolitik den palästinensischen Markt okkupiert, bevor es ein anderer tun kann. Sie haben in jedem von den Israelis besetzten Gebiet das Monopol lange bevor das Gebiet überhaupt völlig annektiert ist. Wenn man nun genau hinsieht, dann sind die Zionisten eine nationalistische Gruppierung, die, wie jede andere nationalistische Gruppierung auch, dem Kapital dient. Wobei sie sich, wie jede andere nationalistische Gruppierung auch, faschistischer Tendenzen schuldig macht. Ob die CIA zu Zeit des kalten Kriegs in südamerikanischen Ländern faschistische Regimes installiert um den Kapitalismus als solches zu schützen, ob sich wohlhabende Firmen in den USA die TeaParty halten oder ob das Bildmagazin, das Propagandaheft des christsozialen Bankenstaats, die Pegidabewegung auf und abbaut und gegen Asylanten und Griechenland hetzt ist nichts anderes, als wenn westliche Gigakonzerne zur Erschließung neuer Märkte die Zionisten am Kacken halten. Folglich dürfen Linke und Menschenrechtler das Verhalten der Zionisten selbstverständlich in Frage stellen – die Kollegen von den Stolzdeutschen sollten allerdings schön die Schnauze halten, da sie das Produkt der selben Gleichung sind. Bei den Arabern und den Anrainern der Konfliktregion Gazastreifen liegt das natürlich etwas anders: Israel, da braucht man sich nichts vorzumachen, ist ein Kind des Westens, als kapitalistischer Staat nach europäischem Vorbild mit westlicher Unterstützung gegründet und hochgezogen, brennt dieser Staat wie ein bedrohliches Leuchtfeuer auf diesem Bollwerk des Kapitals in der Islamischen Welt und die Menschen dort kriegen die gesamte Wucht der kalten, zynischen Gier des fetten Westens gebündelt durch das Brennglas Israel ab und können nichts dagegen tun. Dass dieser Staat Ihnen wie der Teufel höchstselbst vor ihrer Haustüre anmuten muss, sei ihnen nicht zu verdenken. Sie können ja nicht wissen, dass der Teufel längst nicht mehr gebraucht wird und seine Tage als miesgelaunter Opa auf seiner Veranda in Texas verbringt, seit ein besserer seinen Job übernommen hat und dieses Monstrum ist nicht Zion – es ist Europa. Das alles interessiert nun die Damen und Herren von der Idiotenfraktion nicht die Bohne. Sie wollen nur Israel und kapitalistische Großkonzerne sehen und hysterisch anfangen loszukreischen. Damit stacheln sie alle Parteien auf, halten die Eskalation aufrecht und Nestlé und die Rüstungsindustrie teilen die Welt süffisant lächelnd unter sich auf. Es versteht sich von selbst, dass diesen Leuten JHWH genauso egal ist wie Allah, Jesus, Mose oder der Prophet; sie beten nur zum Mammon.
Doch selbst ohne die Fähigkeit zur Differenzierung, in der Hirnverbrannten Annahme, dass “die Juden” uns versklaven und ausbeuten wollten stellt sich doch eine wichtige Frage: wer sind nun diese Zionisten? Die Israelis? Die Semiten? Die Juden? Welche Israelis? Welche Juden? Wann erfährt man, dass man Teil einer weltumspannenden Verschwörung ist? Bei der Einbürgerung als Israeli? Bei der Bamizwa? So “Hey Junge, du bist jetzt ein Mann. Ach ja… bevor ichs vergesse – du bist Teil einer weltumspannenden Verschwörung also sei doch so gut und verbreite ein paar Holocaustlügen und wenn du Zeit hast könntest du ein paar Chemtrails sprühen gehen?” Ich weiß ja nicht. Wären alle “arischen” Deutschen in der Lage als “Volk” eine derartige Riesenverschwörung aufrechtzuerhalten? Ja – mag man einwerfen, wenn man davon ausgeht, dass 8 Millionen Nazis mit ihren Reichsflugscheiben in der verborgenen Stadt Neu Germania unter Neuschwabenland am Südpol ausharren und das Deutsche Reich aufrechterhalten. Nein – werden all jene entgegnen, die mit dem zweifelhaften Geschenk eines funktionierenden Gehirns gesegnet sind. Wenn also die Juden (Israelis? Zionisten? Semiten? Ach, der Itzig halt) in der Lage sind, sich weltweit derart einheitlich, gemeinschaftlich und harmonisch zu organisieren wie es nötig wäre um eine zionistische Weltverschwörung zu dirigieren, dann wären sie doch am geeignetsten um die Herrschaft über all jene Völker, in denen die Volksgenossen einander umbringen, ausbeuten und verraten zu übernehmen. Also sollte doch jeder Mensch, der der Auffassung ist, dass das tollste, beste, stärkste und einheitlichste Volk alle anderen Völker unterwerfen sollte, selbst die Erfüllung der zionistischen Weltverschwörung anstreben.
Man sieht also, dass es egal ist ob man diese Theorie nun als hanebüchen abtut oder sich auf die Grundprämisse einlässt – Sinn ergibt nichts davon und seinen Lebenssinn hinter solchen Schwachsinn zu suchen ist zwangsläufig Folge geistiger Armut

Zum Rassenbegriff. Menschen sind Herdentiere. Sie identifizieren sich als Gruppe und grenzen sich als solche gegen andere ab. Seit den ersten Menschen. Mit denen begann eine Entwicklung, die immer noch läuft. Die Gruppen bekämpften einander, wuchsen, fanden zueinander, tauschten sich kulturell aus, bekämpften einander, begannen Handel zu treiben, fusionierten, bildeten Reiche, bekämpften einander, wurden schlussendlich zu Nationen und bekämpfen einander. Der nächste Schritt wäre die Auflösung der Nationen und die Bildung einer Weltgemeinschaft. Da kommt nun die braune Seuche der Länder zum Vorschein. Nationalisten, “identitäre Bewegungen”, die sich ohne irgendeine Ahnung von Anthroplogie, Geschichte, Geographie oder Politik hinstellen und die “Reinhaltung” einer völkischen Gemeinschaft propagieren. Da fragt sich: was soll das? Nach welcher Logik oder Wissenschaft sind ein verarmender Genpool und kulturelle Isolation etwas gutes? Nach meiner Beobachtung führt ein verarmender Genpool zu inzestuösen Erscheinungen im “Volkskörper” und kulturelle Isolation ins Hintertreffen im globalen Wettstreit der Völker und Kulturen. Da kommen wir dann nämlich schon zu einem besonderen Steckenpferd des Ottonormalnazis – der Rassenkunde.

Leider sind die Schulbücher der Nationalsozialisten längst zerstört und/oder verboten. Ich hätte mich gerne damit befasst, wie die ideologischen Ahnen der Negativelite ihren Schwachsinn gerechtfertigt haben. Was heute bleibt im Rausch von Crystal Meth, Alkohol und Nazibands ist irgendeine kuriose “Reinheit”, White Pride, White Power usw. Ich verstehe es nicht. So wie ich mir das vorstelle gab es irgendwann mal die ersten Menschen, das erste beseelte Tier aber nichtsdestotrotz aus Kohlenstoff, mit Stoffwechsel und den Pflichten und Beschränkungen eines Tieres – ein Tier halt. Tiere breiten sich bekanntermaßen aus. Wenn Tiere in einen neuen Lebensraum kommen verändern sie sich. Irgendein Tier kommt mit einer Mutation zur Welt, die im Herkunftsgebiet als Behinderung gälte, nun aber aufgrund der neuen Umstände derart vorteilhaft ist, dass es fröhlich durch die Gegend kopulierend seine Gene verspritzen kann. Die Art passt sich also an. Sie verändert sich. Neue Keime und Krankheiten löschen beinahe die ganze Population aus und lassen nur die zufällig immunen Tiere zurück. So entwickeln ganze Arten spezifische Immunitäten. Die verstreuten Populationen entwickeln in den verschiedenen Lebensräumen isoliert voneinander spezifische Merkmale und Besonderheiten und früher oder später lassen sich die Populationen anhand der herausgebildeten Merkmale neu klassifizieren und zwar zu neuen Unterarten – oder Rassen. Das ist logisch und passiert halt mal. Nun wachsen die Gruppen, breiten sich wieder aus, überwinden womöglich die Barrieren zu den alten Artgenossen und finden mit einem Mal wieder zueinander. Nun behaupte ich muss einer von vier Fällen eintreffen:

  1. Die beiden Rassen konkurrieren um Nahrung und Lebensraum und eine verdrängt die andere mit Gewalt oder durch Überlegenheit. Für die Siegerrasse bedeutet das, dass die Entwicklung abgeschlossen ist. Sie hat ihren Lebensraum besetzt und verteidigt und ist fortan an ihn gebunden. Sobald er sich verändert oder von neuen Konkurrenten erobert wird, kann das Volk aufgrund seiner einseitigen Spezialisierung nirgendwo anders hin ausweichen und muss aussterben.
  2. Eine Gruppe ist mit Krankheitserregern infiziert gegen die die andere nicht immun ist, was ihren vollständigen Untergang zur Folge hat. Die übriggebliebene Gruppe ist etwas besser gestellt, als die in Fall 1, weil sie zumindest schonmal gegen die Krankheiten im Lebensraum der anderen Gruppe immun ist. Das macht die Eroberung dieses Lebensraums schonmal einfacher.
  3. Die Gruppen haben in ihrer getrennten Entwicklung unterschiedliche ökologische Nischen besetzt und treten nun beim Zusammentreffen gar nicht in Konkurrenz zueinander, da sie unterschiedliche Nahrung oder Jagdzeiten bevorzugen. Obwohl sie sich als Rassen einer Art sehr wohl kreuzen könnten, tun sie es nicht, weil die Veränderung sie für die anderen völlig unattraktiv machen. Sie entwickeln sich also umeinander herum ohne zu vermischen. Dieser Fall erlaubt keine Prognose, weil er keinen Abschluss hat. Beide Rassen folgen einfach ihrer Entwicklung und irgendwann wird der Zeitpunkt erreicht, an dem die Veränderungen der beiden Gruppen derart gravierend werden, dass die Fortpflanzung biologisch unmöglich wird. Diese Bastardsterilität ist das Kriterium um die abgespaltene Rasse zu einer neuen Art zu erklären.
  4. Die beiden Rassen erkennen einander zwanglos als Artgenossen an und mischen heiter drauf los. Jede für sich überspringt die Umwälzungen, die die andere hervorgebracht haben indem sie alle Immunitäten und Spezialfertigkeiten an gemeinsame Kinder weitervererben, die die uneingeschränkten Herrscher beider Lebensräume und ökologischer Nischen werden. Dieser Fall ist wohl für alle der vorteilhafteste.

Der Mensch ist ein Tier. Es spricht nichts dagegen diese ganze Rassenlehre nach Darwin auch auf den Menschen anzulegen. Es ist auch überaus spannend, die Entwicklung und Verbreitung des Menschen anhand markanter phänotypischer Merkmale und DNA-Untersuchungen nachzuzeichnen, um die Eroberung des Planeten nachzuvollziehen. Dabei zeigt sich schnell, das die Erfolgsgeschichte des Menschen eine Geschichte der fröhlichen Rassenmischerei ist. Immer wieder trieb es menschliche Konklaven in die Isolation, wo sie eigene rassische Merkmale entwickelten. Und immer wieder führte das Ende der Isolation zur Vermischung mit anderen Menschengruppen und Weitergabe der Merkmale an gemeinsame Nachfahren. 600.000 Jahre lang bildet die Menschheit nun schon unterschiedliche Rassen heraus und 600.000 Jahre lang begegnen sich diese Rassen und bilden durch Mischung neue. So schlägt der Mensch der Evolution ein Schnippchen nach dem anderen, weil er durch Vermischung unterschiedlich angepasster Menschentypen, jeweils Jahrtausende der Entwicklung nur durch den Akt der Fortpflanzung überspringen kann. Der Mensch betreibt somit evolutionäre Arbeitsteilung. Der Vorteil ist unübersehbar. Der gigantische Rassische Pool Eurasien hat mit seinen unzähligen Krankheiten, Lebensräumen, Nischen und Bedingungen eine gigantische rassische Vielfalt hervorgebracht und die Vermischung zwischen ihnen hat die heutigen Europäer zur Folge, ein Sammelsurium unzähliger Rassen. Die Menschen brachten einander natürlich nicht nur neue Gene, sondern auch neues Wissen und Fertigkeiten. Der Vorteil offenbarte sich überdeutlich bei der Eroberung Südamerikas. Nicht nur die technische Überlegenheit ermöglichte das, sondern vor allem die durch Mischung entstandene genetische Überlegenheit. Die Ureinwohner Südamerikas waren an ihren Lebensraum gebunden. Sie hatten nur die Techniken, die sie in ihrer Isolation selbst entwickelten und keine beschleunigenden Vermischungen mit anderen Völkern und deren Techniken. Und sie konnten nur die regionalen Krankheiten überwinden. Die Europäer aber fielen ein, wie bakterielle Panzer. Weitestgehend immun gegen alles Schlimme, was die Mikrobiologie hervorbringt entvölkerten sie alleine Kraft ihrer Krankheiten ganze Landstriche mit Pocken und Grippe. Ist ja logisch. Der europäische Körper muss mit allen Seuchen zwischen China und Frankreich fertig werden. Und durch Integration immer weiterer Ethnien kommen immer mehr Immunitäten und Verträglichkeiten hinzu. Die rassische Durchmischung als Erfolgsgeheimnis. Wohin führt uns das? In die Gegenwart. In die Globalisierung, die völlige Durchmischung sämtlicher Völker. Alle Errungenschaften, Technologien und Krankheiten auf Gottes schöner Erde begegnen einander und vermengen sich. Das wirft die berechtigte Frage auf inwiefern man überhaupt noch von menschlichen Rassen sprechen kann. Natürlich treten regional äußerliche Merkmale wie Haut- oder Augenfarbe auf, die ganz klar zu einer rassischen Einordnung verleiten aber das täuscht. Obwohl sich dominante Äußerlichkeiten gemeinhin in einem gewissen Raum durchsetzen kann der Gencode kaum darüberhinwegtäuschen, dass der Inhalt der selbe ist, oder genauer, genauso unterschiedlich. Abgesehen von Oberflächlichkeiten haben die Angehörigen einer Rasse untereinander kaum bis gar nicht mehr Ähnlichkeit als mit Vertretern anderer Rassen. Eine logische Folge der Jahrhunderttausende stetiger Vermischung. Dieser Umstand bewegte seit den 70ern des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Wissenschaftlern dazu den Rassebegriff als solches in Frage zu stellen und schlussendlich 1995 die Deklaration von Schlaining zu verabschieden, eine auf modernen molekularbiologischen Erkenntnissen beruhende Feststellung, dass der Begriff der menschlichen Rassen wissenschaftlich kaum zu halten und häufig Ursprung für gewalttätigen Rassismus ist. Spätestens seit dem ist der Begriff der Rasse aus der Anthropologie verschwunden und fristet ein Inseldasein in der Biologie und im undifferenzierten Sprachgebrauch sapiophober Rassisten.

Die Tatsache, dass der Rassebegriff als obsolet gilt und längst nur noch von Spinnern und Biologen verwendet wird, täuscht über einen Umstand hinweg, der uns leider verloren gegangen ist: auch die historische Einteilung der Menschheit in Rassen hat nicht zwangsläufig Rassismus zur Folge. Ganz im Gegenteil. Es sind die Rassisten von heute, die nunmal nur die Rassisten von damals zitieren und nicht die Unmengen von Wissenschaftlern, die ungeachtet der Nutzung des Rassebegriffs Loblieder gegen den Rassismus singen. Man war sich in den 60ern völlig eins darüber, dass die großen kulturellen Sprünge in der Menschheitsgeschichte durch die gegenseitige Befruchtung zweier möglichst unterschiedlicher Rassen ausgelöst wurden. Diese Überzeugung hält sich bis heute obgleich heute eher von Völkern die Rede ist. Allein die Synonymität zwischen diesen Begriffen zeigt die unsaubere Anwendung des Wortes. Verschiedene Ameisenvölker gehören auch keinen verschiedenen Rassen an. Aber egal. Wer sich die Mühe macht antiquarische Bücher zu suchen oder die Resterampe der nächsten Universitätsbibliothek zu plündern traut seinen Augen kaum – da schlussfolgern Autoren, die freizügig von Negervölkern, kulturaffineren Rassen und rassischen Talenten, Vorzügen und rassischen Nachteilen schreiben, dass die griechische Hochkultur niemals ohne die Kollision und völlige Vermischung zweier vollständig verschiedener Rassen möglich gewesen wäre. Wobei sie konkret die Vermischung der Seevölker, die die, der Vorstellung nach, eher weiblich wirkende minoische Kultur begründeten mit einer gewalttätigen, als eher männlich geltenden, asiatischen Einwandererrasse. Diese Kombination und das vollständige Aufgehen dieser vergangenen Kulturen in einer gemeinsamen neuen führte zur griechischen Hochkultur in der Kunst, Feinsinn und Philosophie ebenso perfektioniert wurden, wie das Kriegshandwerk. Es ist schon lustig, dass ausgerechnet die Sage der 300 bei den Thermopyläen heute von den albernen “Identitären” gerne als Präfiguration der letzten Verteidiger des Abendlandes gegen ein unendlich großes Multikultiinvasionsheer herangezogen wird, leugnend, dass dort selbst nach den Vertretern der Rassentheorie nur die völlige Aufgabe der Identität zweier Völker zu eben diesem Bollwerk des Abendlandes geführt hat.

Aber der Nationalsozialismus und seine traurigen Erben haben selbst in der Degenerierung Fortschritte gemacht. Einer davon ist der Sozialdarwinismus. Er ist das erwartungsgemäße Resultat, wenn ungebildete Volltrottel sich an höheren Wissenschaften versuchen. Er besagt (erstmal völlig korrekt), dass sich im Wettstreit der Arten (hier freilich recht frei auf Rassen übertragen) für gewöhnlich die stärkere durchsetzt. Die Natur kennt kein gut böse, nur effizient und weniger effizient, stark und schwach. Soweit so halb wahr. Es ist (wie üblich) gar nicht nötig, sich hier in biologischen Spitzfindigkeiten zu verlieren, die die Angesprochenen ohnehin rein intellektuell gar nicht nachvollziehen können. Viel einfacher ist es, kognitiv auf Standby zu gehen und sich einfach mal darauf einzulassen. Angenommen es sei tatsächlich so, wie die “intellektuelle Rechte” es verkauft und das natürliche Recht des Stärkeren ließe sich nicht durch humanistischen Kackscheiß kastrieren, oder wenn, dann nur auf Kosten der menschlichen Entwicklung, dann ist die Faktenlage doch glasklar. Das nationalsozialistische Deutschland wurde von den Völkern dieser Welt in Grund und Boden gebombt. Die deutschen Städte waren pulverisiert, die deutsche Wirtschaft hin und die deutschen Männer vermoderten entweder auf den Schlachtfeldern Europas oder darbten in Kriegsgefangenenlagern. Die deutschen Frauen wurden entweder von den Russen ganz kommunistisch ungefragt mit allen Genossen geteilt oder vom Ami ganz im Stil des Kapitals unter der Vorgaukelung eine Wahl zu haben angeeignet. Das deutsche Volk verhungerte in den Trümmern der so leichtfertig geopferten Heimat. Es gab keinen Dolchstoß, keine verräterischen Sozialdemokraten, nur die Tatsache, dass das stolze Volk der Deutschen restlos unterworfen war und nach den Regeln des Sozialdarwinismus sein Recht auf Selbstbestimmung verwirkt hat. In der Konsequenz muss also jeder Sozialdarwinist mit deutschem Pass sich beim nächstbesten Russen oder Ami melden und sich ihm auf Lebenszeit als Sklave überschreiben. Einen anderen Zweck hat ein derart unterlegenes Volk nicht. Natürlich mag der Landserleser nun erbost einwerfen, dass selbst die ehemaligen Feinde Disziplin und Kampfkraft der deutschen Verbände bis heute schätzen. Dabei wird allerdings kulant übergangen, dass der besiegte Feind immer etwas überzeichnet wird. Niemand kann sich ernsthaft rühmen einen maßlos unterlegenen Vollidioten besiegt zu haben. Und nach wie vor gilt im Sozialdarwinismus: verloren hat immer der schwächste.

Bis heute sind die Nazis jedoch noch einen weiteren Schritt zurück gegangen. Das Wort der Stunde ist nun Ethnopluralismus. Frei übersetzt wäre das die Vielfalt der Ethnien. Die geistreiche Erläuterung: niemand will jemanden ausrotten, nein, man will sie nur alle loswerden. Das heißt, jedes Volk, jede Ethnie/Rasse soll von nun an für immer dort bleiben, wo sie jetzt ist. Urlaub machen natürlich aber umziehen ist verboten. Ich denke, meine kleine rassenkundliche Einführung reicht völlig, um die widernatürliche Absurdität, die diese Forderung darstellt zu durchschauen. Diese Leute haben sich faktisch auf die Fahne geschrieben, das bisherige Erfolgskonzept der Menschheit zu leugnen und sich und sämtliche Völker in die kulturelle Isolation zu treiben. Geil. Das passiert, wenn Menschen, deren Intellekt kaum ausreicht ein Biobuch oder einen Atlas zu öffnen, sich an Biologie oder Anthroposophie zu versuchen anmaßen.

Und die Medien befeuern den Schwachsinn mit dem Märchen von intellektuellen Rechten, machen also die braunen Lügenonkels glaubwürdig und die unreflektierten Heerscharen der Bildleserschaft haben etwas, was die glauben können, in Axel Springers Stürmer Reboot sieht man die traurige Familie vor dem traurigen Haus “Diese Familie muss raus – damit Asylanten einziehen können!” und bei Nacht schleichen hässliche Gestalten durch die Dunkelheit und der spontane Volkszorn entlädt sich, angeheizt durch die Erfinder des Volkshandys, des Volkstarifs, der Volkszahnbürste und des Volkswagens auf die ärmsten der Armen, auf jene, die alles verlieren mussten, damit wir unsere Waffen loswerden, die millionenfach ihr Leben riskieren, weil wir nicht teilen wollen und die schlussendlich in einer Asylunterkunft irgendwo im dunklen deutschen Osten verbrennen, weil wir so dumm sind. So unglaublich dumm.

Schmutz für die Welt✊🏽

Wir sind der Schmutz

Herzlich willkommen Fremder unter der Staubschicht der Abstellkammer des Internets. Willkommen auf einem schmutzigen Blog, so unbedeutend, dass die Bedeutungslosigkeit schon beinahe physisch wird. Willkommen an dem digitalen Ort, der nur existiert um zu existieren, der nur gefüllt wird um voll zu sein und lediglich deshalb geführt wird, damit seine Existenz die Grundfesten des Kosmos erschüttern möge, damit alles was lebt und atmet davon in seinen Bann gezogen werde.

Du liest, wir sind bescheiden. Ich möchte mich in meiner schon sprichwörtlichen Bescheidenheit gar als das Tüpfelchen auf dem evolutionären I des imaginären Konzeptes der Bescheidenheit bezeichnen und tue das deshalb auch. Erkenne deinen wahren Willen und dann tu’ was du willst.

Wir glauben nicht, dass es dem materiell gebundenen Menschen möglich ist, die Wahrheit zu erkennen. Unser Körper bindet uns an einen Ort, unsere Sterblichkeit bindet uns an eine Epoche, unsere Menschlichkeit bindet uns an einschränkende Regeln. Niemand kann alles sehen, überall sein und alles wissen und so können wir nie wirkliche Erkenntnis erlangen. Man kann nichts wissen, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat und man kann den eigenen Augen nicht trauen. Jeder, der sagt, er kenne die Wahrheit lügt – ausnahmslos. Alle Hassprediger, Fundamentalisten, Faschisten, Rassisten, Kommunisten und Vollidioten sind Menschen, die für sich in Anspruch nehmen, die eine Wahrheit gefunden zu haben und sie alle brachten und bringen ihren Mitmenschen nichts als Unglück. Es ist auch interessant, dass man eine ziemlich direkte Verbindung zwischen sinkendem Intellekt und steigender Überzeugung von der eigenen Wahrheit herstellen kann.

Deshalb sind wir hier – nicht um euch neue Wahrheiten zu bringen. Das können wir gar nicht. Sondern um eure bestehenden Wahrheiten anzugreifen, denn sie sind alle falsch und das Festhalten daran macht euch zu gefährlichen Menschen. In den Dimensionen, deren Schatten wir zu erahnen in der Lage sind gibt es keine Wahrheiten.
Wo keine Wahrheit, da keine Lüge und keine moralische Instanz; es bleibt nur noch der Verstand. Was verrät uns dieser? Nun, er sagt uns, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Ein Wesen, das nur als Sieger aus dem erbarmungslosen Wettstreit der Arten hervorging, weil es als Gruppe vereint handelt. Folglich ist alles, was die Harmonie des menschlichen Zusammenseins fördert ehrenwert und alles, was einem harmonischen Miteinander zuwiderläuft verwerflich.

Hmmmm… ist das wirklich so? Vielleicht. Vermutlich nicht. Es gibt kein Schwarz und Weiß, kein Gut und Böse, kein Falsch und Richtig – all das entspringt dem irrigen Glauben, dass es eine Wahrheit gäbe, die als Fixpunkt dienen könne. Quasi die Medaille, deren Sicht- und Kehrseite man einfach ablesen könne. Man irrt und tut selbst im Verständnis der eigenen Wahrheit böses um das Gute der eigenen Wahrheit zu fördern und gefährdet verantwortungslos die Harmonie.

Also erheben wir uns aus der immateriellen Realität des Gedachten in die immaterielle Realität des digital Geschriebenen und werden wahr. So wahr, wie die Unwahrheit eben sein kann und verkünden verbissen daran festhaltend die einzige und letzte Wahrheit: es gibt keine Wahrheit – es gibt nur hellgrau und dunkelgrau, ehrenwert und verwerflich, falsch und falscher und eigentlich gibt es noch nicht einmal das. Es gibt die Demagogen von den Kommentarspalten in Facebook bis in die höchsten Kreise der Regierung und es gibt Schmutz, Schmutz, der sich über all die schönen Wahrheiten legt wie ein schwerer Vorhang und alles darunter als das offenbart, was es ist: ein verlogenes Schmierentheater.

Wir sind dagegen. Wir sind der Schmutz. Schmutz für die Welt✊🏽