Der Wahldiktatorische Kapitalkommunismus – Manifest einer besseren Zukunft

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Vorwort

Viele Menschen haben sich mit dem Konzept des Staates befasst und eigene Entwürfe für einen solchen vorgelegt. Schon immer werden dabei Aristokratien/Oligarchien, Königsherrschaften/Tyranneien und Demokratien/Republiken gegenübergestellt und verglichen. Dabei wird, je nach Zeit und Umständen immer eine andere Form präferiert. Jede dieser Herrschaftsformen ging früher oder später an ihren spezifischen Schwachpunkten zugrunde. Aus von Helden begründeten Königswürden wurden brutale Tyranneien. Aus der Herrschaft durch weise und gebildete Aristokraten wurden brutale Oligarchien und während die Republik sich immer wieder als korrumpierbares Werkzeug brutaler Diktatoren erweist, mutiert die Demokratie allerorts zur Herrschaft der Doofen und Demagogen. Jede Zeit hat ihre Herrschaftsform. Eine Herrschaft, wie sie dem Geist der Zeit entspricht. Dieser Disput wurde in der Moderne noch einmal grundlegend erweitert. Der Markt polarisierte die Systeme. Kapitalismus und Kommunismus, freie und Planwirtschaft. Am Ende brach und bricht immer alles zusammen. Der Kommunismus ist aus mehreren Gründen zusammengebrochen. Vor allem wollte nicht jeder mitmachen. Er aber lebt davon, dass jeder mitmacht. Darauf ist die Theorie aufgebaut, dass jeder gut und arbeitsam sei und somit nur seiner Natur zu folgen braucht. Leider ist dem in der Realität nicht so. Deswegen mussten (frei nach Robespierre) Gegner brutal vernichtet werden. So etwas kann nicht klappen. Überhaupt hat ein marktverneinendes System in einer marktwirtschaftlich funktionierenden Welt eigentlich keine Chance.
So war die Idee des Kommunismus schnell ausgelebt. Der Kapitalismus läuft noch. Aber es zeigt sich in der Gegenwart, dass seine Vorteile sich längst obsoletieren und ins Negative verkehren. Statt eines vielfältigen und kleinteiligen Marktes, indem jeder versucht das beste für sich rauszuholen, was zu einer beständigen Entwicklung aller führt, hat der Mensch selbst sein eigenes Streben längst aufgegeben, um in Sklaverei dem Kapital zu dienen. Statt gesunder Konkurrenz und einem selbstregulierenden Markt, teilt er sich auf eine Handvoll Menschen auf, denen der Planet faktisch gehört. Dies macht jegliche Politik zur Farce. Von Versuchen zur Regulierung ganz zu schweigen. Die Theorie dahinter heißt “Stamokap”.

So ist es vonnöten ein System zu erschaffen, in dem der Gierige ebenso seinen Platz findet, wie der Genügsame, das Arbeitstier ebenso, wie der Arbeitsverweigerer, der Träumer, wie der Pragmatiker, der Kreative wie der Ausführende, Der Führungswillige wie der Führungsbedürftige und am Ende, ja, der besorgte „Identitäre“ ebenso, wie der Freigeist, der keine Grenzen sehen will.

Dieses System existiert. Auf den vorliegenden Seiten. Es ist der wahldiktatorische Kapitalkommunismus – das Manifest einer besseren Zukunft.

Fünf Säulen

Der Weltstaat im Sinne des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus beruht im Prinzip auf fünf grundlegenden Säulen. Und diese definieren sich folgendermaßen:

I Alle Ware kommt vom Staat

Jegliche Marktwirtschaft untersteht zu 100% dem Staat. Somit ist jeder arbeitende Bürger Angestellter beim Staat. Der Staat hat sicherzustellen, dass jede Grundversorgung überall auf der Erde gewährleistet ist. Des Weiteren ist der Staat verpflichtet neue marktwirtschaftliche Konzepte und Produktinnovationen seiner Bürger zu fördern (Innovationsgesetz) sowie die strukturrelevanten Ämter mit den größten Kompetenzen zu besetzen (Kompetenzenregelung). Dies soll bei konkurrenzloser Marktwirtschaft die Dynamik erhalten. Es gibt keine Planwirtschaft. Das EDV-Zeitalter ermöglicht eine ununterbrochene und weltweite Inventur, die flexible Anpassungen des Marktes ermöglicht. Es gibt keine Werbung. Der Staat informiert seine Bürger immer über das Amt für Konsum über neue Produkte. Dabei werden nur informative Fakten genannt und nicht versucht Kaufwünsche zu wecken.

II Alles Geld kommt vom Staat

Der Staat bezahlt alle Bürger und ist der Monopolträger zur Herstellung von Zahlungsmitteln. Jedem Bürger steht ein stetig wachsendes Gehalt ermittelt aus einem Multiplikator zwischen Lehrjahren und Arbeitszeit im Dienste des Staates zu. Das letzte Gehalt wird bei Eintritt in die Rente – auch ärztlich verordnete Frührente – um 50% erhöht und bis zum eigenen oder des Lebenspartners Lebensende gezahlt. Alle Preise sind vom Staat festgelegt. Die Preise setzen sich aus dem planetaren Index zusammen. Hier wird jeder existierende Rohstoff nach Verfügbarkeit und Gefahren beim Abbau für Mensch und Natur kategorisiert. Preise für Produkte setzen sich aus der Summe der Werte der benötigten Rohstoffe zusammen. So wird Raubbau an der Welt vermieden und der Konsum unbedenklicher Artikel subventioniert.

III Alle Gewalt geht vom Staat aus

a) Der Weltsicherheitsdienst (WSD)

Die Ausübung staatlicher Gewalt ist Aufgabe des Weltsicherheitsdienstes. Dieser übernimmt die Aufgaben des Katastrophenschutzes, des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, der Feuerwehr und der Polizei. Selbstverständlich möchte der Staat jedem Bürger ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit gewährleisten. Es müssen aber menschliche Eigenarten berücksichtigt werden. Auch in einer perfekten Gesellschaft gibt es verirrte und kranke Menschen und außerdem neigt die Art Mensch zu Rudel- und Gruppenbildung. Der Staat muss also immer auf verwirrte Einzeltäter oder eskalierende Gruppen bei beispielsweise Sportveranstaltungen vorbereitet sein. Ansonsten ist es die Aufgabe des Weltsicherheitsdienstes zu schützen und zu bewahren und immer mehr als Helfer denn als Wächter aufzutreten.

b) Das Heer

In einem komplett befriedeten Weltstaat ist der einzige mögliche militärische Gegner von außerhalb der Erde zu erwarten. Deshalb unterliegt das Raumfahrtprogramm dem Militär. Der Drill der Soldaten ist eine Ausbildung im bewaffneten Kampf unter Zuhilfenahme modernster Waffensysteme und zugleich zum Astronauten. Sie erkunden und Kolonialisieren unser Sonnensystem und fangen mit waffenfähigen Raumschiffen Asteroiden ab. Es ist keinem Soldaten unter keinen Umständen erlaubt jemals Gewalt gegen einen Erdenbürger anzuwenden. Das ist nur dem Weltsicherheitsdienst gestattet. Es wäre müßig hier Umgangsformen für die Bewohner anderer Planeten zu entwickeln. Das werden die Umstände ergeben.

IV Alles Recht kommt vom Staat

Mit dem Staat als einzigen Wirtschafter werden Wirtschaftsklagen vorbei sein. Mit der Beendigung des Elends sind auch alle Formen der Armutskriminalität vorbei. Bei den verbliebenen Streitereien stellt der Staat ein Expertenteam der kundigsten Wissenschaftler zum spezifischen Thema zusammen und versucht eine vernünftige Lösung zu finden. Erst dann tritt ein Gericht zusammen. Es besteht aus 30 stimmgleichen Richtern. 10 studierte Juristen, 10 ausgewählte Experten des Staates und 10 ausgewählte Experten des Investigativen Büros. Es gibt keine Todesstrafe für Verbrecher. Todesstrafe ist Faschismus. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus ist nicht faschistisch.

V Alle Revolution kommt vom Staat

Das Investigative Büro (IB) wird mit großzügigen Mitteln des Staates unterstützt. Es soll sicherstellen, dass das absolutistische Grundgerüst des Staates nicht gegen seine Bürger angewendet wird. Mehrere Sendeplätze stehen dem IB neben dem Staatsfernsehen zur Verfügung. Systemkritiker und Misstrauische sollen hier die Plattform finden um die Machenschaften des Staates zu hinterfragen und bei Ungereimtheiten öffentlich anzuprangern. Das IB darf jedem Wissenschaftler oder Experten Forschungsaufträge erteilen oder Mitarbeiter der Regierung befragen. Das IB darf zu Geheimhaltung gegenüber dem Staat verpflichten. Für das IB zu spionieren ist keine Straftat. Das IB muss als einziges Amt keine Rechenschaftsberichte ablegen. Jedem steht frei offizieller Mitarbeiter (mit Regelgehalt) zu werden oder sich unerkannt und anonym nebenberuflich zu engagieren. Im Falle des anonymen Engagements wird der Mitarbeiter aus dem Etat des IB bezahlt. Deshalb muss es auch keine Rechenschaft ablegen. Es ist niemals eine Straftat für das IB zu arbeiten. Auch nicht für Mitglieder der Regierung, des WSD und des Heeres. Als letztes Mittel ist es dem IB erlaubt, die Revolution auszurufen. Alle Mitglieder dürfen sich in diesem Fall bewaffnet gegen den Staat stellen. Die Beschneidung des Etats oder das Abschalten der Sendeplätze durch die Weltregierung kommt einem Angriff auf das IB gleich und darf mit bewaffnetem Kampf geahndet werden. Eine Inflation als Beschneidung des Etats zu werten ist ohne umfangreiche Verhandlungen nicht zulässig.

Der Diktator

An der Spitze steht der Diktator. Er beschließt Projekte und gründet, bestätigt oder besetzt Ämter und Institutionen. Die Beamten in den Ämtern kümmern sich selbstständig und untereinander abgestimmt um ihre Ressorts. Die Aufgabenbereiche des Diktators sind es nun einerseits als Wächter die Arbeiten der Ämter zu beobachten und andererseits sich die Erde anzusehen (präsent sein) und zu gucken wo man mit Projekten Verbesserungen erwirken kann. Außerdem kann er spontan eingreifen wenn eines der Ämter sich in Bürokratie zu verlieren droht. Zuletzt tritt er als Schlichter auf und versucht Probleme zu lösen bevor sie richtig ernst werden. Alle Mitarbeiter der Regierung einschließlich des Diktators unterliegen der vollen Gerichtsbarkeit. Im Falle einer Klage gegen ein Regierungsmitglied werden fünfzehn der richterlichen Experten vom Investigativen Büro und nur fünf staatliche bestimmt.

Die Bestimmung eines Diktators ist äußerst schwierig. Es wäre unklug, sie dem Volk in einer freien Wahl zu überlassen. Vielmehr muss es so sein, dass man sich durch ein Nominierungssystem unfreiwillig und unbemerkt immer weiter qualifiziert. Dazu ist etwas in der Art eines Amtes für Führungskräfte einzurichten. Dort können Menschen, die sich durch besondere Intelligenz, Pragmatismus, Führungsbereitschaft und Charisma auszeichnen gemeldet werden. Das Amt wird dann eine heimliche Observation vornehmen. Dies ist keine Strafverfolgung und schließt Eingriffe in die Privatsphäre vollständig aus. Kandidaten werden irgendwann darüber informiert und kriegen Studienmodule zu Führungskräften angeboten. Aus den Absolventen werden dann die hohen Amtsträger und aus denen der Diktator bestimmt.

Anfangs, bevor alle Rassen zu einem schwarz-gelben Einheitsbrei vermengt sind oder (besser) alle Menschen den Zustand der völligen rassischen Farbenblindheit erreicht haben, sollte ein wenig darauf geachtet werden, das Amt nacheinander mit unterschiedlichen Rassen zu besetzen. Dabei darf aber keine Quote über der Kompetenz stehen. Niemand will den Rassisten Raum geben aber vielen von ihnen mit einfachen Maßnahmen den Wind aus den Segeln zu nehmen macht vieles viel einfacher. Ich sage es hier und ich werde mich wiederholen: niemand kriegt seine Rache oder seine gerechte Strafe. Wir schaffen eine Zukunft in der es solche Menschen einfach nicht mehr gibt.

Projekte

-Raumfahrt

a) Erkundung
Wir wissen sehr wenig über unser Sonnensystem. Relativ klar ist, dass 1. der Mond leicht zu erreichen ist, 2. der Mars erreichbar ist und 3. dass die Venus unbewohnt und unbewohnbar ist. Um uns unser Sonnensystem zu eigen zu machen ist es notwendig auch den Rest zu erkunden. Ein wichtiger Schritt ist die Kolonialisierung von Mond und Mars. Einerseits als Stützpunkte andererseits als Basislager für weitere Missionen.

b) Müllentsorgung
Im Orbit fliegt sehr viel Abfall herum die Erde ist von einem Müllgürtel geradezu umgeben. Noch viel mehr Müll gibt es auf der Erde selbst. Die Venus bietet sich als gigantische Müllhalde und atomares Endlager an. Es muss sofort eine interstellare Müllentsorgung eingerichtet werden. Sie muss einerseits den Transport des Mülls zur Venus als auch die Reinigung unserer Umlaufbahnen gewährleisten.

c) Militär
Die einzige militärische Gefahr, die der Erde drohen könnte kommt aus dem All. Sie ist zwar von unfassbarer Unwahrscheinlichkeit aber wir können uns leisten uns darauf vorzubereiten. Außerdem drohen immer ganz natürliche Gefahren wie Asteroiden. Daher sollten Raumfahrer immer auch Soldaten sein. Sie müssen im All zur Müllbeseitigung oder zur Zerstörung von Asteroiden häufig schwere moderne Waffensysteme bedienen.

-Wüstennutzung und Wüstenbekämpfung

Es können Tausende von Menschen dafür bezahlt werden die Desertifikation mit Maßnahmen zu bekämpfen. Gleichzeitig können in Wüsten riesige Solaranlagen gebaut werden. Ebenso könnten in Riesenwüsten mit schwachen plattentektonischen Aktivitäten wie der Sahara gigantische Kernenergieparks errichtet werden.

-Energiegewinnung

Es muss versucht werden, sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Ein interessantes Konzept wäre, sämtliche Straßen zu Solarzellen umzubauen. Dies wird gerade in einem Pilotprojektt versucht

Ämter

-Präsidialamt
Der Präsident und sein Stab sowie eine handverlesene Hundertschaft des Weltsicherheitsdienstes

-Finanzamt
Druckt Geld und zahlt Gehälter.

-Amt für Konsum
Informiert über neue Produkte und Trends

-Umweltamt
Rettet die Erde

-Das Heer
Verwaltet das Raumfahrtprogramm

-Amt für Koordination
Regelt die Kommunikation zwischen den Ämtern um die Effizienz zu gewährleisten

-Versorgungsamt
Prüft die Einhaltung des Versorgungsgesetzes. Verwaltet die Versorgungsstützpunkte überall auf der Welt.

-Verkehrsamt
Stellt einen zuverlässigen, weltumspannenden und kostenlosen öffentlichen Personenverkehr sicher

-Das Investigative Büro
Das IB ist für die Überwachung des Staates zuständig und befugt die Revolution auszurufen

-Das notarielle Amt. Übernimmt sämtliche notariellen Angelegenheiten. Darüberhinaus können hier pseudonyme für Künstler vergeben werden. Das notarielle Amt garantiert Geheimhaltung bis eine Straftat vorliegt oder der Künstler selbst das Pseudonym aufgeben und sich bekennen will. Das Amt stellt auch “falsche” Ausweise für das Pseudonym aus und bestätigt es auf Anfrage.

-Amt für Führungskräfte. Jeder kann pragmatische, charismatische und kluge Angestellte beim Amt für Führungskräfte melden. Dieses führt dann erst heimliche Observationen des Gemeldeten durch und meldet sich dann irgendwann bei ihm. Daraufhin werden ihm Studienmodule für Führungskräfte angeboten. Es basiert auf Freiwilligkeit diese Richtung einzuschlagen. Aus den Führungskräften wird dann auch der Diktator gewählt.

Gesetze

– Innovationsgesetz
Zur Bekämpfung der Stagnation in einem konkurrenzlosen System wurde das Innovationsgesetz erlassen. Es beinhaltet ständige Wettbewerbe in verschiedenen wissenschaftlichen oder entwickelnden Disziplinen die mit hohen Summen dotiert sind. Außerdem ist der Staat verpflichtet Ideen seiner Bürger zu prüfen und nach Möglichkeit auch großzügig zu fördern.
Eine Geschäftsidee oder Innovation obliegt der Leitung des Erfinders. Solange er nicht nachweislich inkompetent und ungeeignet ist kann das nicht geändert werden. Er ist auch berechtigt, einen Nachfolger zu bestimmen. Das Gehalt eines solchen Selbstständigen wird solange nach dem staatlichen Gehaltsschlüssel bezahlt, bis ein gewisser Prozentsatz an seinen Umsätzen diesen übersteigt. Dann wird er stattdessen zu diesem Prozentsatz an den Umsätzen beteiligt. Wenn diese irgendwann wieder zurückgehen, kann er vom Staatlichen Gehalt wieder “aufgefangen” werden. Möglicherweise wird er dann aber auch abgesetzt.

-Kompetenzenregelung
Der Planet ist voller kluger Menschen und zu jedem noch so kleinen Subthema gibt es einen Experten. Da alle Menschen für den Staat arbeiten ist es ihm möglich alle Projekte und Arbeiten (außer denen für das IB) mitzuverfolgen. So kann man für jede Position immer den geeignetsten finden. Der Staat verpflichtet sich für jeden Posten den Besten und keine Bekannten oder Verwandten von Regierungsmitgliedern zu wählen. Das IB kann den Entscheidungsprozess einsehen.

-Versorgungsgesetz
Überall auf dem Planeten muss die Grundversorgung gewährleistet sein. Egal wo auf der Erde man sich aufhält muss es möglich sein innerhalb von einer Stunde aus jeder Situation durch den WSD geborgen und versorgt zu werden. Jeder Bürger muss sich kostenlos ernähren, transportieren oder behandeln lassen können.

-Religionsregelung
Es herrscht absolute Religionsfreiheit. Jede Religion wird auf Humanismus und Toleranz geprüft. Wenn sie in diesem Zuge nicht verboten wird steht sie jedem Bürger offen. Jeder Religion steht eine autonome Zone zur Verfügung in der die tradierten Gesetze und Richtlinien uneingeschränkte Gültigkeit haben. Der Aufenthalt in einer solchen autonomen Zone muss freiwillig erfolgen. Ein Hilferuf wegen Gefangenhaltung in der autonomen Zone zieht einen sofortigen und massiven Einmarsch des WSD nach sich.

Bildung

Das Bildungssystem des neuen Weltstaats ist das fortschrittlichste und flexibelste aller Zeiten. Entgegen der Kampagnenslogans früherer Politiker bleibt hier tatsächlich kein Kind zurück.

Das Bildungssystem ist in Module eingeteilt, deren Basis Pflicht ist. Mit zunehmendem Alter wird die Modulauswahl immer breiter und selbstständiger. Es ist unter Umständen möglich Hobbys und Freizeitaktivitäten in den Modulkatalog aufzunehmen.

Bereits im Kindergarten werden junge Bürger spielerisch mit Bildung konfrontiert. Es darf aber nie Leistungsdruck entstehen. Kinder müssen spielen.

Auf den Kindergarten folgt die Grundschule. Die Kinder lernen die Grundrechenarten (Mathematik I) und sowohl die Mutter- als auch die Weltsprache in Wort und Schrift (Deutsch I und Weltsprache I). Der Rest des festen Lehrplans besteht zu gleichen Teilen aus Erdkunde und Allgemeinwissen. Darüberhinaus werden kindliche Spaßaktivitäten angeboten aus denen die Kinder wählen können. Da wären beispielsweise Legospielen (Konstruktion I), Basteln (Design I), Zeichnen (Kunst I) Sportaktivitäten (Sport I) usw. usf…

Es folgt kein Übergang auf eine weiterführende Schule, sondern eine langsame Aufdröselung nach persönlichem Bildungsmodell. Je spezieller die Module und je schwieriger ihr Inhalt wird, desto seltener werden die unterrichtenden Einrichtungen. Jede Stadt sollte ihr mathematisches Institut, ihre Bibliothek, jeder Ballungsraum, seine Uniklinik, Physik und Biologie haben. Aber manche Fächer und Module können auch so selten sein, dass man sie womöglich nur einmal auf einem Kontinent hat. So ist eine breite Bildung gleichzeitig auch mit Reisen und Herumkommen verbunden und bildet ganz nebenher eine gewisse Weltgewandtheit. Durch das wechseln ihres sozialen Umfelds kriegen die Schüler eine soziale Integrität vermittelt. Die Architektur von Schulen und Wohnheimen für Schüler und Studenten muss von daher immer um Begegnung und Interaktion zwischen Fremden bemüht sein. Für den erfolgreichen Abschluss eines Moduls gibt es eine kleine finanzielle Prämie. Diese steigt mit Schwierigkeit des Moduls. Möglicherweise kann man durch diese Prämien auch unpopuläre Module interessant machen. Zwar sind Unterbringung, Transport und Versorgung Grundrechte eines jeden Menschen, aber ein Batzen Geld für ein paar abgeschlossene Module macht die Ferien doch deutlich geiler.

Mit erreichen eines gewissen Alters oder (für Fleißige) einer gewissen Anzahl abgeschlossener Module erreicht man die Arbeitsphase. In der Arbeitsphase wird eine Ausbildung absolviert. Mit Beginn der Ausbildung beginnt die Leistungsphase. Von nun an wird die Zeit dem Lehrjahrmultiplikator hinzugefügt. Mit Abschluss der Ausbildung (und nach Verprassen der Prämie) steht der, nun mündige und wahlberechtigte Bürger wieder vor der Wahl:

a. Er kann nun arbeiten. Die Länge der Ausbildung setzt sein Startgehalt fest. Es steigt kontinuierlich mit Dienstjahren. Spätere Fort- und Weiterbildungen werden den Lehrjahrmultiplikator hinzugefügt und erhöhen das Gehalt dadurch nochmal.
b. Er kann seine Ausbildung fortsetzen und Spezialist werden. Die erhöhte Ausbildungszeit führt später zu einem höheren Startgehalt.
c. Er kann den akademischen Weg einschlagen und auf Studienmodule zugreifen, die auch dem Lehrjahrmultiplikator zugefügt werden.

Wie bereits erwähnt sind Reisen und beiläufige Bildung ständige Elemente des Bildungssystems. Bereits im Kindergarten werden häufig ausgedehnte Ausflüge unternommen. Dabei unterhalten die Pädagogen die Kinder mit spannenden Geschichten und Personen aus der beausflugten Region. Während der Bastel- oder Handarbeitsmodule werden Kinderbücher vorgelesen. Gerne Reise- und Abenteuerromane.

Später, wenn die jungen Schüler Pendeln müssen um ihre Wunschmodule absolvieren zu können kommen sie in ihrer Heimatregion herum. Sie lernen früh über den Tellerrand hinauszublicken und ihre Nachbarstädte und viele Mitmenschen kennen.

Irgendwann ist es mit Pendeln nicht mehr getan weil die Entfernung soweit steigt. Nun werden sie angemessen untergebracht. Die jüngeren in einer internatartigen Umgebung. Mit zunehmendem Alter geht die Überwachung und Beaufsichtigung immer weiter zurück. Die Ältesten dann in normalen Wohnheimen.

Die Bürger können so auf ein Leben als Erdbewohner, jenseits von Nation und Ethnie vorbereitet werden.

Bildung II Schriftgut

Jedwedes Schrifttum muss jedem Menschen auf Erden frei zugänglich sein. Gewährleistet wird das durch eine weltweite Plattform über die Schriften digital abgerufen werden können. Sie enthält von schulischen Aufsätzen über Zeitungsartikel bis hin zu selbstständigen Publikationen alles. Dort hat jeder Bürger spätestens seit dem Bildungsmodul Sprache I einen Account. Pseudonyme werden beim Notariellen Amt beantragt.

Nur die Digitalform ist kostenlos. Ein staatlicher Einheitsverlag liefert die Schriften in simpelster Buchform. Ihr Preis setzt sich nach dem Index verbrauchter Rohstoffe zusammen. Den Autoren oder (staatlich-) privaten Verlagen steht es frei “Deluxeausgaben” zu erstellen und einen Verdienst aufzuschlagen.

Autoren werden nach Klicks im Internet bezahlt und prozentual an den staatlichen Druckausgaben beteiligt (sind im Index enthalten).

Um den Status des Autoren mit Festgehalt plus Umsätze zu erhalten müssen Bedingungen erfüllt werden. Es empfiehlt sich ein bezahltes Urlaubsjahr zu nutzen um diese Bedingungen abzuleisten.

Die Autorenschaft entfällt wenn keiner die Werke lesen will und auch nichts neues mehr kommt.

Arbeit

Jeder Bürger hat einen Anspruch auf Arbeit, sobald er die Ausbildung beendet hat. Jeder Mensch bekommt grundsätzlich das gleiche Grundgehalt. Das reale Gehalt richtet sich nach den erforderlichen Lehrjahren zur Ausübung seiner Tätigkeit, multipliziert mit dem Grundgehalt. Nachträgliche Fortbildungen werden auf diesen Lehrjahrmultiplikator aufgeschlagen. Das Gehalt steigt mit den Dienstjahren. Jeder Bürger hat das Recht auf drei Monate Urlaub im Jahr. Es kann Sonderfälle für unersetzbare Positionen und Personalien geben. Diese Möglichkeit muss allerdings vor Zustandekommen eines Angestelltenverhältnisses bekannt, nachvollziehbar und besonders Vergütet sein. Darüber hinaus steht jedem Angestellten alle fünf Jahre ein Urlaubsjahr bei vollem Gehalt zu. Er kann diese Zeit selbstverständlich auch zur Fort- und Umbildung nutzen. Bei berufsrelevanten Modulen kann das den Lehrjahrmultiplikator erhöhen.

Jeder steigt stetig in der Gehaltsstufe auf. Höhere Positionen werden nur bei einer längeren Qualifikationszeit höher besoldet. Sie werden nur an den Richtigen vergeben. So sollen Kommunikationsengpässe wegen Unzufriedenheit oder Ehrgeiz eingedämmt werden.

Jeder hat mit 60 Jahren Anspruch auf Rente. Beim Eintritt wird das letzte Gehalt um 50% erhöht und bis zum Tod bezahlt.

Niemand wird gezwungen sich diesem System unterzuordnen. Jeder Mensch kann sich ohne Geld gut ernähren, um die Welt reisen, angemessen wohnen und gemeinhin tun, was er will. Er kann sich halt nichts cooles kaufen. Wer also meint ein Leben frei von Materialismus und Arbeit führen zu müssen, sei hiermit ausdrücklich angewiesen, das auch zu tun. Der Erde und ihren Rohstoffen können Menschen, die sich dem Konsum verweigern nur gut tun. Maßnahmen als Kommune auf einem Hof Subsistenzwirtschaft zu betreiben werden durch den Staat gefördert.
Des Weiteren lässt sich auch diese Form der Selbstverwirklichung zum Nutzen des Staates einsetzen. Derartige Kommunen könnten in neugeschaffenen Naturreservaten leben und als Ranger fungieren, als Botschafter in deutlich erweiterten Indianerreservaten leben und vieles mehr. So ließen sich traumwandlerische Blumenkinder gar noch in den WSD integrieren. Aber wie gesagt – niemand wird zu irgendetwas gezwungen.

Die bewaffneten Kräfte

Die Welt wird nicht frei von Waffen sein. Verschiedene Sportarten enthalten Waffen, ebenso einige Berufsgruppen, wie beispielsweise Jäger. Darüberhinaus birgt die Welt, solange sie nicht vollständig dem Territorium des Weltstaats angehört einige politische Gefahren, die auch mit Waffen einhergehen. So ist es ratsam den Staat mit einer zertifizierten bewaffneten Truppe zu schützen. Dabei gibt es einerseits Gefahren von außerhalb und andererseits Gefahren von innerhalb des Staates abzuwehren. Jene, die den Staat nach außen hin verteidigen schützen den Staat als abstraktes künstliches Konstrukt. Jene, die den Staat nach innen schützen, verteidigen ihn als Gesamtheit aller seiner Bürger. Folglich muss eine Truppe zum Schutz des Konstrukts und eine Truppe zum Schutz der Menschen existieren. Da diese beiden Bestrebungen teilweise konträr zueinander verlaufen, müssen diese Truppen getrennt sein. Den Schutz der Menschen übernimmt der Weltsicherheitsdienst. Den Schutz des Konstrukts trägt das Heer. Das Heer darf niemals gegen Bürger des Staates operieren. In Anbetracht des weltumspannenden Anspruchs des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus gilt jeder Erdenbürger als Staatsbürger. Auch dann, wenn er in einem Gebiet lebt, dass der Annexion durch den Staat noch widersteht. Das Heer kann also auf der Erde nicht operieren. Im Folgenden seien beide Verbände einzeln erläutert.

Der Weltsicherheitsdienst (WSD)
Der Weltsicherheitsdienst stellt die Sicherheit aller Menschen auf der Welt sicher. Dazu übernimmt die Arbeiten der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Polizei. Er unterhält auch Rettungsstationen in der Wildnis und in den Ozeanen. Der WSD stellt sich dem Auftrag jeden Menschen überall auf der Welt jederzeit retten und beschützen zu können. Auch Sherpas und derartige Berufsgruppen können in die Truppe integriert werden. Der Weltsicherheitsdienst schützt den Staat als die Gesamtheit seiner Bürger, nicht als Konstrukt. Wenn also eine Gruppe einer Minderheit von Staatsbürgern dem Staat Widerstand leistet und dabei eine Mehrheit von Staatsbürgern gefährdet, dann muss der WSD eingreifen. Wenn aber eine Mehrheit von Staatsbürgern Widerstand leistet ohne eine Gefahr für andere darzustellen sind dem WSD die Hände gebunden und der Staat ist gescheitert.

Das Heer wurde bereits in mehreren Punkten ausführlich erläutert. Vorerst spare ich mir das hier.

Natur und Nachhaltigkeit

Wohnen

Ein heftiger Einschnitt muss in den gegenwärtigen Wohnsituationen vorgenommen werden. Um die Natur zurück zu einer gewissen Ursprünglichkeit zu führen muss der Mensch sich gerade angesichts seiner stetig zunehmenden Masse zurückziehen. Dazu gehört es, den Erwerb und die Bebauung eigenen Landes drastisch einzuschränken. Es darf keine Vororte geben, deren Größe ein Vielfaches der Innenstadt beträgt, deren Bevölkerung aber nur einen Bruchteil davon ausmacht. Die Städte müssen kompakter werden. Kleiner und höher. Viel höher. Die neue Welt bietet nicht mehr jedem Platz für ein Häuschen am Stadtrand. Allerdings bietet die Stadt auch viel schönes, wenn man sie anständig strukturiert und viele Wohnmodelle wurden noch nie ausgetestet. Vielleicht wird es Zeit mal ein paar der utopischen Konzepte aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts vom architektonischen Dachboden zu holen und neu zu überdenken. Um die Städte herum sollte es einen Ring von Kulturland geben, das ganz oder beinahe in der Lage ist, die Stadt zu ernähren. Dennoch muss es “Kornkammern” geben, Orte, die einen gewissen Überfluss garantieren und chronisch schwache oder temporär geschwächte Regionen unterstützen können.

Wenn das erreicht ist kann die Rückeroberung des Planeten durch die Natur beginnen. Dabei steht dann natürlich nicht die Sicherheit des Menschen sondern eine möglichst hohe Artenvielfalt im Fokus der Planung. Außerstädtische Areale sollen schier überquellen vor Tigern, Löwen, Wölfen und allerlei anderem gefährlichen Gesocks. Natürlich dürfen Städte sich dagegen mit Zäunen schützen. Die Natur muss ungezähmt sein ungeachtet der Gefahren, die sich dadurch womöglich für den Menschen entwickeln. Touristisch erschlossene Naturgebiete müssen möglichst klein gehalten sein. Für indigene Völker können Sonderregelungen, die den Schutz der Natur beinhalten gefunden werden.

Polizeistaat und Kriminalität

Der Weltstaat unter dem wahldiktatorischen Kapitalkommunismus ist, da braucht man sich nichts vorzumachen, ein astreiner Polizeistaat. Die einheitliche Datenerfassung auf sämtlichen Gebieten des Lebens, muss in jedem Datenschützer zurecht die Galle zum Brodeln bringen. Zum Schutze der Bürger vor diesem beängstigenden System, muss einerseits eine weitreichende Entkriminalisierung menschlicher Umtriebe vorgenommen werden und andererseits der Staat selbst sich in die Grauzonen des moralisch gerade noch vertretbaren begeben.

Der Staat als Waffenhändler
Wie bereits geschildert kommt ein Staat freier Menschen nicht gänzlich ohne Waffen aus. Gerade der Anspruch, den Menschen so wenig wie möglich zu verbieten steht dem entgegen. Selbstverständlich müssen alle Waffen im Umlauf registriert sein. Der Waffenschein ist eine komplexe Angelegenheit. Für Waffenhalter werden kostenlos Waffenlager angeboten. Zusammen mit Händlern und Schießständen sind solche Waffenlager wunderbare Orte für Fans. Die Aufbewahrung einer Waffe zu Hause jedoch unterliegt strengsten Restriktionen. Unter anderem unangekündigte Kontrollen ob die Aufbewahrungsbestimmungen eingehalten werden.

Der Staat als Rauschmittelproduzent
Es ist schwierig bis unmöglich im Rücken eines allmächtigen Polizeistaats Drogen herzustellen und zu vertreiben. Der freie Mensch muss aber die Möglichkeit haben frei zu entscheiden. Solange er niemand anderen gefährdet oder stark traumatisiert soll er auch Entscheidungen treffen können, die ihn umbringen.
Als Braumeister und Schnapsbrenner ist der Staat grundsätzlich ohnehin im Geschäft mit der Sucht involviert. Private Hersteller von Alkohol unterliegen Beschränkungen. Städter dürfen nur einige Liter, Subsistenzwirtschafter etwas mehr produzieren. Sobald die Nachfrage zu einem privaten Produkt wächst, darf der Staat es nicht verbieten sondern muss die Markengründung unterstützen.
Ein weiteres ungesundes Suchtmittel ist Tabak. Der Staat wird Tabakherstellung und -handel wie gehabt fortführen. Das Indexpreissystem wird die Kosten wohl in etwa beim aktuellen Stand halten.
Schwieriger wird es bei den als Drogen klassifizierten Substanzen. Dem Marihuanaanbau als medizinischen Grundstoff und Genussmittel steht nichts im Wege. Der Index wird den Preis bestimmen. Auch hier wird wie bei Alkohol auf Beschränkungen und Kontrolle ihrer Einhaltung zurückgegriffen. Schwierig wird es bei allen härteren Drogen. Einige besonders üble wie Meth oder Crack müssen vollständig verdrängt werden, andere wie Kokain, LSD oder Designerdrogen haben durchaus eine gewisse Daseinsberechtigung. Der Staat sollte sich in diesem Fall nicht der Herstellung schuldig machen. Er soll die Privatwirtschaft tolerieren. Das Bewerben, Unterjubeln oder Strecken mit Giften von harten Drogen muss mit aller Macht des Rechtsstaats bekämpft werden. Die Herstellung nach bestem Wissen und Gewissen, der Vertrieb im kleinen Rahmen, sowie Erwerb, Besitz und Konsum sind ausdrücklich erlaubt. Selbstverständlich kann der Staat als Arbeitgeber dem bemerkbaren Einfluss des Konsums eines Angestellten angemessen begegnen. An Zwangstherapie gekoppelte Arbeitsverbote wären eine Möglichkeit. Vergangene Auffälligkeiten im Rahmen des abgeschlossenen und therapierten Drogenkonsums dürfen später keine negativen Punkte zuungunsten einer Beförderung sein. Das IB kann Ernennungsprozesse mitverfolgen und feststellen ob jemand aufgrund einer schwierigen Vergangenheit trotz höchster Kompetenz abgelehnt wurde.

Ähnlich wie bei den Waffenlagern können Marihuanabauern, Bierbrauer oder Schnapsbrenner Gemeinschaften bilden. In Anlagen, die den Kontrollorganen ständig zugänglich sind können sie sich gemeinsam der Herstellung, dem Konsum und dem Vertrieb im kleinen Rahmen widmen und haben nicht unter privaten Restriktionen durch staatliche Kontrolleure zu leiden.

Der Staat als Opfer von Vandalismus
Zerstörung ist schlecht. Unerlaubte Veränderung muss aber keine Zerstörung sein. Sachbeschädigung am Eigentum des Staats und seiner Bürger wird geahndet und bestraft. Nicht direkt unter Sachbeschädigung fällt der Tatbestand der Schmiererei. Der öffentliche Raum sollte konsequenterweise durch die Öffentlichkeit gestaltet werden. Natürlich gibt es eine geplante öffentliche Gestaltung (Anwohnerbeschlüsse etc.), eine verfehlte Gestaltung (Mintgrün gestrichene Zechenhäuser) und Gestaltungslosigkeit (Industriebrachen, Bahntrassen, verwahrloste Viertel). Wenn der Staat oder seine Organe es versäumen ein gefälliges Gestaltungskonzept umzusetzen liegt die Gestaltung in der Hand der Zeit und die Zeit drückt sich in ihrer Kunstform aus. Wenn ein nach den Wünschen der Anwohner gestalteter Raum durch Schmierereien verändert wird obliegt die Entscheidung ob dies als Straftat geahndet wird bei den Betroffenen. Jenen, die dem Anblick ausgesetzt sind. Es wird per Wahl entschieden. Die optische Veränderung eines ungestalteten Raumes ist nie verboten. Selbstverständlich kann der WSD nicht zulassen, dass Menschen sich durch illegales Betreten der Gleisanlagen in Gefahr bringen und muss das Betreten verbieten. Daraus resultierende Strafprozesse beziehen sich aber dann immer auf das Betreten des Sperrgebiets, nicht auf optische Manipulationen der Umgebung.

Selbstverständlich hat der Staat den Künstlern seiner Zeit auch Plattformen bereitzustellen. Freie Wände an ungefährlichen aber weithin sichtbaren Stellen. Vielleicht einen nächtlichen Betriebsstopp während dem alle Gleisanlagen offiziell dem Fußgängerverkehr freigegeben werden.

Wahlen

Die entscheidenden Personen und Institutionen brauchen nicht zum Selbsterhalt oder aus Habsucht entscheiden, sondern sollten unbedingt sinnvoll entscheiden. Um sinnvoll entscheiden zu können, sollten soviele Betroffene wie möglich im Entscheidungsprozess involviert sein. Dazu werden ständig Wahlen zu allen möglichen Themen abgehalten, die alle über den Bürgeraccount getätigt werden können. Dabei kann es sich um alles von der Straßenumbenennung, über eine neue Bushaltestelle bis hin zu einer neuen Schule handeln. Aber auch Arbeitgeber können darüber Wahlen erstellen an denen nur Mitarbeiter teilnehmen können. Überhaupt werden nur Bürger zur Wahl zugelassen, die betroffen sind. Das kann auch in Abstufungen erfolgen. Wenn beispielsweise ein Stadtteil drastisch verändert werden soll, dann haben die Bewohner des Stadtteils eine doppelt gewertete Stimme, Bewohner der Stadt eine Stimme und Pendler von außerhalb, die im Stadtteil arbeiten eine halbe.

Der Bürger hat im wahldiktatorischen Kapitalkommunismus also ständig die Wahl und da es nicht um Geld geht, wird die Wahl ernstgenommen. Allerdings – und da kommt das diktatorische Element ins Spiel – kaum Einfluss auf Personen. Die Kompetenzregelung sieht keine Wahl für Posten vor, sondern die kompetenteste Person. Zwischen mehreren gleichkompetenten kommt natürlich wieder die Wahl ins Spiel.

Das Internet

Es ist unmöglich sinnvolle Schutzgesetze für das Internet zu formulieren. Es wuchert und wächst und nichts, was damit zu tun hat ist ist kontrollier- oder vorhersehbar. Sowohl Staaten als auch Bürger machen sich quasi ständig des Missbrauchs dieses Mediums schuldig. Möglicherweise lässt sich ein akzeptabler Rahmen finden.

Der Bürgeraccount

Alle relevanten Daten eines Menschen sind unter seinem Bürgeraccount zusammengefasst. Der Bürgeraccount bietet alles vom sozialen Netzwerk bis hin zum Wahlwerkzeug. Sämtliche belegten und abgeschlossenen Bildungsmodule, Lehrjahrmultiplikatorrechner, Gehälter, Arbeiten, Straftaten, Quittungen und alle weiteren Informationen werden hier abgelegt. Quittungen und weitere banale Informationen können natürlich von Hand gelöscht werden. Der Staat betreibt hier nur Verbraucherschutz indem er dem Bürger verifizierte digitale Beweise zur Hand gibt. Das erspart Papierzettel archivieren zu müssen. Jedem Bürger steht völlig frei, was er der Allgemeinheit zugänglich macht.
Wenn er sich bewirbt schaltet er dem Personalchef automatisch relevante Informationen wie Bildungsmodule frei. Natürlich keine abgebüßten Straftaten oder ähnliches. Es ist dem Staat nicht erlaubt Bürgerdaten woanders als unter dem Bürgeraccount abzuspeichern. Der Vorteil für Bürger besteht also darin immer zu wissen, was der Staat über einen weiß und gespeichert hat. Das Portal ist auch Wahlkabine. Es ist nicht bei jeder Wahl jeder Bürger stimmberechtigt. Sämtliche relevanten Wahlen werden über das Portal automatisch vorgelegt. Alle nötigen Informationen für eine bewusste Wahl sind verlinkt. Die Abstimmung erfolgt direkt per Klick. Auf Livestatistiken kann man den Verlauf direkt mitverfolgen. Jeder kann entscheiden ob er anonym abstimmt oder personalisiert (etwa um Freunde zu mobilisieren). Natürlich bietet der Bürgeraccount auch alle Vorteile und Funktionen eines sozialen Netzwerks. Soweit man sich darauf einlässt natürlich.
Der Zugriff auf dieses Netzwerk von außerhalb unterliegt verschiedenen Regelungen. Was man allgemein zugänglich macht entscheidet jeder selbst. Man kann sogar den eigenen Namen völlig verstecken. Bildungseinrichtungen haben Zugriff auf den ganzen Bildungsbereich des Accounts. Ärzte haben Zugriff auf den medizinischen Bereich. Firmen haben Zugriff auf den Arbeitsbereich ihrer Mitarbeiter. Man kann verschiedene Protokolle einrichten. Zum Beispiel Onlinehändlern Lieferadressen und Kontodaten zukommen lassen. Der WSD kann beim Staatsanwalt gewisse Informationen abrufen. Der muss sich dann an eine kleine Gruppe von Menschen wenden, die vollen Zugriff auf alle Profile haben. Diese obersten Überwacher werden gewählt und sind allgemein bekannt. Sie können sich jeweils nur an ihrem Arbeitsplatz einloggen. Der Arbeitsplatz wird von mehreren Mitgliedern des Staats und des IBs vollständig überwacht. Die können sich zwar nicht in die Profile einloggen aber alles sehen, was auf dem Bildschirm des Überwachers angezeigt wird. Bei Missbrauch seiner Macht wird er sofort abgesetzt. Die Überwachung erfolgt an einem Ort und durch Personen, die dem Überwacher unbekannt sind. So kann er keinen Einfluss auf seine Wächter nehmen.

Es Werden niemals nirgendwo Trackingdaten gespeichert. Verläufe, Cookies und ähnliches sind grundsätzlich nur auf dem eigenen Zugangsgerät gespeichert und nach Löschung durch den User restlos für alle Zeiten gelöscht.

Natürlich können andere Leute andere soziale Netzwerke programmieren und anbieten aber der krasse Leistungsumfang des Bürgeraccounts wird wohl über kurz oder lang alles andere verdrängen.
Auch wenn der Staat stets bemüht ist, die Brandherde der Revolution auf einer leicht entflammbaren Glut zu erhalten, wird der wahldiktatorische Kapitalkommunismus bei sauberer Umsetzung wohl auf kurz oder lang jedes Misstrauen seiner Bürger verlieren. Spätestens dann würden Alternativen zum Bürgeraccount wohl nutzlos werden.

Zur Umsetzung

Die meisten Revolutionen scheitern am selben Faktor: den Revoluzzern. Getrieben von der Überzeugung für die einzige Wahrheit zu kämpfen und zu sterben, fällt es leicht Andersdenkende und Querläufer als wertlose Unbelehrbare oder, schlimmer noch, als Handlanger der alten Mächte und damit “böse” zu stigmatisieren und zu entmenschlichen. Die Grundlage völkisch tolerierten Terrors. Das führt zu Pogromen und Hetzjagden, die längst nicht bei den Gegnern enden, sondern sich gerne mal auf “verdächtige” Revolutionäre in den eigenen Reihen ausweiten. Ob französische Revolution oder die Machtergreifungen der asiatischen Kommunisten – die Revolution frisst ihre Kinder. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus kann und darf kein Ergebnis des bewaffneten Kampfes werden. Ihn auf Blut zu errichten würde ihn seiner Legitimation berauben noch bevor er wirklich etabliert wäre.

Darüberhinaus muss der Staat auf einer weltumspannenden Fläche, die mindestens 4/5 aller Landflächen beinhaltet zeitgleich entstehen. Das ist als Bedingung absolut unumgänglich, weil nur so ein Wirtschaftssystem etabliert werden kann, das vom Rest der Welt unabhängig existieren kann. Gleichzeitig können die verbliebenen freien Märkte nur so ausgetrocknet werden. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus will und muss immer und überall die absolute Weltherrschaft anstreben. Armut und Warenknappheit in den verschiedenen isolierten Konklaven werden diesem Ziel früher oder später gewaltfrei gerecht. Revolutionen in diesen letzten Ländern müssen, vorausgesetzt sie werden zweifellos von der deutlich überwiegenden Mehrheit der Einwohner getragen, unterstützt werden. Länder, die ausschließlich konstituiert werden um dem Wahldiktatorischen Kapitalkommunismus Widerstand zu leisten müssen in Frieden gelassen werden. Ihre Existenz wird einfach ignoriert. Jedem Bürger einer solchen Konklave stehen sobald er über die Grenze tritt alle Rechte eines Bürgers zu. Er darf kostenlos reisen, essen, leben, filmen und zu Hause berichten, was er will. Natürlich wird er beim Grenzübergang auf Waffen gefilzt und ständig locker überwacht. Er ist immerhin unser Feind.

Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus ist kein faschistisches System. Maßnahmen zu seiner Durchsetzung oder Erhaltung, die zweifelsfrei als faschistisch klassifiziert werden können sind nicht zulässig. Sobald faschistische Maßnahmen zur Durchsetzung oder Erhaltung des Systems ergriffen werden, darf diese Regierungsform als gescheitert betrachtet werden.

Den heißblütigen, zornigen, die bei der Errichtung des Systems in der vordersten Reihe stehen werden, sei direkt an dieser Stelle gesagt, dass sie ihre Rache nicht kriegen werden. An keinem ihrer Feinde. Je weniger Repressionen wir unseren Feinden auferlegen, desto leichter fällt es ihnen, sich zu unserer Sache zu bekennen. Auch die Unbelehrbaren müssen in Frieden aussterben dürfen. Es liegt an uns eine Welt zu errichten in der es jedem Menschen viel zu gut geht um sich an Demagogen zu hängen.

Für gewöhnlich gehen Revolutionen von den Scheiterern und Verlierern einer Gesellschaft aus und richten sich gegen die Aufsteiger und Gewinner. Diese wiederum haben aber die Finanzkraft und die Durchtriebenheit der Erfolgreichen auf ihrer Seite und alle Mittel und Möglichkeiten, der Errichtung des neuen Staates dicke, fette Steine in den Weg zu legen. Darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Niemals.
Grundsätzlich dürfen reiche Menschen nicht um ihr Vermögen bangen müssen. Es muss ihnen garantiert sein, dass sie auch nach Einführung der Weltwährung (nein, nicht der Worldo) wohlhabende Menschen sein werden.
Im Folgenden behaupte ich in meiner jugendlichen Naivität, dass es zwei Arten von Reichen gibt und erkläre, wie sie zu behandeln sind.

Es gibt die hart arbeitenden, die sich und ihren Nachkommen ein sorgenfreies Leben ermöglichen wollen und/oder eine Firma aufgebaut haben an denen ihr Herz hängt. Es ist leicht sie zu gewinnen, da sie reich bleiben und sie und ihre Nachfahren sorgenfreier denn je leben können. In Folge des Innovationsgesetzes bleiben sie im Besitz ihrer Firmen und profitieren weiterhin von den Gewinnen. Außerdem können sie sie durch Wahl eines Nachfolgers auch im Familienbesitz halten. Möglicherweise lässt sich das Gesetz durch einen Erbparagraphen noch sicherer für Familienbetriebe gestalten, sodass Erben Ihre Firma zugrunde richten dürfen und nicht als inkompetent gekündigt werden.

Dann gibt es die Arschreichen, widerwärtige soziopathische Bastarde, die sich immer auf Kosten der Ärmsten bereichert haben und über keinerlei Empathie verfügen. Diesen Leuten seien ihre Imperien mit exorbitanten Summen als Abfindung abzunehmen und ihnen sei Straffreiheit garantiert. Danach muss man einfach abwarten bis sie ausgestorben sind. Die neue Welt wird solche Menschen nicht mehr hervorbringen weil ihre Lebensläufe nicht mehr möglich sein werden.

Das waren die Reichen. Aber sie sind bei Weitem nicht der einzige Herd des Widerstandes.

Da gibt es die Zweifler, die vernünftigen Menschen, denen eine weltumfassende Diktatur erstmal nicht die allerbeste Idee zu sein scheint. Auf gar keinen Fall dürfen diese Menschen angegangen oder verfolgt werden. Getragen wird die Idee vielleicht durch die unbezwingbare Masse des Proletariats – geschützt und erhalten wird sie durch die Skeptiker, die sie hinterfragen. Jedem Unglücklichen muss ein hochdotierter Posten im Investigativen Büro angeboten werden. Er muss Einblick erhalten in alle Daten, die zugänglich sind. Es ist seine Aufgabe Fehler im System zu entdecken und anzuprangern. Den faulen Stinkern, die bislang ihr vollständig selbstverschuldetes Versagen dem System untergejubelt haben, wird ihr Gehalt ihre unnützen Mäuler stopfen. Den Denkern aber, den verhinderten Freigeistern, wird ihr Gehalt den Rückhalt geben, alle ihre Energien auf die Rettung der Welt zu verwenden. Ihre Mahnungen und Hinweise werden das System perfektionieren. Der wahldiktatorische Kapitalkommunismus muss immer bestrebt sein, sich im Sinne der Menschheit zu perfektionieren.

Dann wären da noch die Religionen. Dort sollte trocken und pragmatisch vorgegangen werden, da es sich um Wespennester handelt. Religiöse Gruppierungen mit Weltherrschaftsambitionen werden nicht toleriert. Dazu gibt es ein theosophisches Modell: Gott kann nur sein, wer alle Geschöpfe gleichermaßen als die eigene Schöpfung definiert und gleichzeitig will, dass es allen Geschöpfen gutgeht. Die Geschichte sollte selbst dem blödesten Gott klargemacht haben, dass Religionskriege niemandem helfen. Erst recht nicht der eigenen Religion. Folglich wird ein Gott, der den Geschöpfen ein Leid zufügen will verboten. Nicht die Religionsgemeinschaft – der Gott selbst. Der Staat erklärt also gewaltbereiten Göttern den Krieg. Nun haben sie die Chance den Staat durch Plagen und solche Dinge zu bekämpfen. Wenn sie das tun ist diese Schrift nichtig. Ich gehe also im Folgenden davon aus, dass keine Reaktion erfolgt. Das wird ein paar wenigen Gläubigen zeigen, dass ihr Gott anscheinend kein Problem mit dem Staat hat und das Friedensgebot für einhaltenswert erachtet. Außerdem ist zu hoffen, dass es gemäßigt Gleichgläubigen möglich ist den aggressiven zu sagen: “ihr glaubt nicht an den selben Gott wie wir!” (So wie es gerade zwischen Muslimen und ISIS-Schändern zu beobachten ist). So könnte es sein, dass sich ihre Solidarität zu den ungeliebten Außenflügeln auflöst. Jede Religion darf predigen, den einzigen Weg zum Heil zu kennen und das alle anderen in die Hölle kommen aber sie muss akzeptieren, dass eine säkulare Friedensherrschaft besser ist, als ein blutgetränkter Gottesstaat. Auf die autonomen Zonen wird bereits an anderer Stelle eingegangen.
Bei Heiligtümern mehrerer Religionen obliegt es den Religionsgemeinschaften, sich auf eine gemeinsame Nutzung zu einigen. Wenn keine Einigung zustandekommt wird das Objekt zu einer profanen Touristenattraktion umfunktioniert.

Die letzte Gruppe ist die der Feinde. Namentlich: Rassisten und Faschisten. Auf diese Gruppierungen braucht keinerlei Rücksicht genommen zu werden. Sie sind nicht nur Feinde des Systems sondern auch Feinde der Menschheit und der Schöpfung an sich. Ihrem Widerstand innerhalb der Weltgemeinschaft darf jederzeit mit aller gebotener Gewalt entgegengetreten werden. Alles andere wäre verantwortungslos. Allerdings muss man ihnen nicht den Krieg erklären. Man kann ihnen – vorausgesetzt sie schaffen es sich halbwegs zu organisieren – ein Stück weit geben, was sie wollen. Wenn sie möchten dürfen sie sich irgendwo ein kleines Deutsches Reich errichten und werden als Staat, der sich konstituiert um Widerstand zu leisten betrachtet. Möglicherweise kann man ihnen isolierte Reservate wie Inseln zuteilen und warten bis die inzestuösen Erscheinungen ihres Zuchtwahns sie in die Lebensunfähigkeit treiben.

Eine große Frage ergibt sich aus dem plötzlichen Reichtum. Für uns planetare Schmarotzer in der ersten Welt ist ein Dasein trotz Armut im Überschuss nichts ungewöhnliches. Für die meisten Menschen auf der Erde schon. Auch wenn es der Anspruch ist jedem Menschen dieselben Chancen und Optionen zu garantieren, muss die Umsetzung vorsichtig erfolgen. Wenn plötzlich alle Menschen den selben Konsumwahn, wie die Abendländer entwickeln war es das mit der Erde. Man muss die Menschen, die Jahrhunderte gegen das Verhungern ankämpfen mussten vorsichtig an ein sorgloses Leben heranführen, damit nicht alles zusammenbricht. Die naheliegende Strategie wäre es wohl, mit einem Affenzahn hilfreiche Großprojekte in den jeweiligen Ländern zu realisieren, bevor man alle Grenzen völlig einreißt. Die Menschen hätten also eine tatsächlich schwierige Wahl, ob sie ihre Heimat zu einem Paradies umbauen wollen oder abhauen.

Zum Schluss dann stellt sich die Frage nach dem ersten Herrscher. Wenn ich die Einführung meines Systems erleben sollte, ist natürlich klar, dass ich den Posten erhalten sollte. Ich wäre ein ausgezeichneter Herrscher. Das verspreche ich. Wenn nicht wird es schwieriger. Ich kann nur raten, den weisesten, tolerantesten und entschiedensten zu wählen. Viele Leser dieses Traktats müssen den Eindruck haben, dass dieser Mensch, das System des Glückes und der Liebe als solches verstanden hat. Wenn sich zwischen einer kleinen Auswahl an Kandidaten keiner besonders hervortut, muss vielleicht über ein Polyvirat nachgedacht werden.

Ein paar Worte zum bewaffneten Kampf

Wie bereits angedeutet und bei minimalem Realitätsinn auch selbstredend, ist die kriegerische Auseinandersetzung mit den Feinden des Staates wohl unumgänglich. Religiöse Fanatiker, rassistische Fanatiker und andere bekloppte, werden den Staat angreifen und müssen abgewehrt werden. Einige Diktatoren werden den wahldiktatorischen Kapitalkommunismus verbieten und ihr Volk mit Hilfe des Militärs einsperren. Dazu sei gesagt, dass jeder, der die Willenserklärung abgibt, Teil des Staates sein zu wollen, als Staatsbürger betrachtet wird. Das bedeutet, er wird alle (notfalls auch militärische) Unterstützung bekommen, die es braucht um in das Hoheitsgebiet der Weltgemeinschaft auswandern zu können. Nur das. Sein Land wird nicht annektiert. Die Landnahme erfolgt niemals durch Besetzung, sondern stets durch Übergabe der nationalen Herrscher. Bei Personalherrschaften durch den Herrscher selbst, bei Demokratien durch den Volkssouverän. Wenn es sich nun so verhält, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung eines Staates Hilfe beantragt und diese Hilfe in der faktischen Besetzung dieses Landes mündet, dann hat der WSD freie Wahlen zu organisieren, die eine Zweistaatenlösung oder das völlige Aufgehen des Staates in der Weltgemeinschaft anbieten. Da es hierbei immer um allgemeine Staatsinteressen geht ist die Verbrüderung des IB mit WSD zu befürchten. Es muss dem politischen Gegner also möglich sein, selbst wiederum Probleme der freien Wahl anzuprangern.

Der Krieg, soweit notwendig, wird niemals als etwas heroisches, sondern als notwendig präsentiert. Das sollte nicht schwerfallen, da der Krieg ohnehin nur aus Notwendigkeit geführt wird. Sobald sich der Staat in einen unnötigen oder selbstverschuldeten Krieg verwickeln lässt, darf er als gescheitert betrachtet werden. Diese Prämisse liegt allen kriegerischen Handlungen zugrunde. Das bedeutet: sowohl die eigenen Gefallenen, als auch die des Gegners, werden, der Allgemeinheit zugänglich, ständig aktualisiert. Um jeden Gefallenen beider Seiten wird getrauert. Gefangene werden bestens bewirtet, Tote in allen Ehren gefallener Soldaten nach Hause geschickt – unabhängig davon, wie sie das mit unseren Leuten handhaben. Wir sind besser. Wir lieben den Feind, wir trauern um seine Toten. Wir machen es ihm so schwer wie möglich uns zu hassen. Kombattanten müssen wissen – wir kämpfen nicht gegen den Feind, nein, wir kämpfen für unsere Freiheit, wie für die unserer Feinde.

Die Verfassung

Die Verfassung des wahldiktatorischen Kapitalkommunismus verpflichtet sich der Menschenrechtscharta, sämtlichen Kriegsvereinbarungen vermeintlich zivilisierter Staaten sowie allen Artikeln des Grundgesetzes mit Ewigkeitsklausel. Wenn daran Änderungen vorgenommen werden, dann nur zugunsten der Menschenrechte und zuungunsten des Staats und seiner Kräfte.

The worst case

Was ist wenn die Revolution Erfolg hat, der wahldiktatorische Kapitalkommunismus weltweit etabliert wird und dennoch nicht funktioniert? Nun, dann ist das menschliche Zusammenleben als solches gescheitert und der Untergang der Zivilisation kann in Kauf genommen werden. Vielleicht muss es die Menschheit machen, wie der Skarabäus und den Neuanfang in einem dicken Haufen Scheiße initiieren.

Aufruf zur Mitarbeit

Dem aufmerksamen Leser wird im Zuge der Lektüre selbst aufgefallen sein, dass sich auf diesem mageren, in weiten Teilen unvollständigen und ganz allgemein kaum ernstzunehmenden Pamphlet sicherlich kein Weltstaat aufbauen lässt.
Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich nicht nur auf dem Gebiet des Staatsformerfindens, sondern auch in den meisten angeschnittenen Teildiziplinen ein blutiger Laie bin. Und selbst wenn ich das nicht wäre, so muss ich weiterhin zugeben, dass ich es mir nicht zutraue, das perfekte System alleine zu entwerfen. Deswegen geht dieser Aufruf an Dich, mein künftiger Untertan, deine Kritikpunkte anzubringen und mir die Chance zu geben Fehler auszumerzen. Dazu brauche ich Menschen, die Ahnung von den jeweiligen Themenbereichen haben und diese ausarbeiten können. Es braucht ein großes Konglomerat von Wirtschaftern, Ökologen und Menschenrechtlern, die das Indexsystem zur Preisermittlung entwerfen. Es braucht sowohl traditionelle, als auch mutige Städtebauer, die gemeinsam die Stadt der Zukunft planen. Es braucht Pädagogen, Professoren, Meister und Ausbilder um das modulare Bildungssystem zu entwickeln. Es braucht Juristen, die mir bestätigen, dass das, was ich hier tue nach geltendem Recht verfassungsgemäß ist und die aus dieser wirren Fantasterei eine künftige, rechtlich belastbare Verfassung formen und zuletzt benötige ich Deutschlehrer, die meine Interpunktion, bändigen.

Ich freue mich auf konstruktive Kritik, Euer künftiger Diktator.

Kontakt: info@schmutzigefinken.de

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